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Summertime Blues

(Summertime Blues, 2009)

Dt.Start: 20. August 2009
DVD: 26. Februar 2010
Premiere: 20. August 2009 (Deutschland)
FSK: ab 6 Genre: Komödie
Länge: 116 min Land: Deutschland
Darsteller: Francois Goeske (Alex), Sarah Beck (Faye), Zoe Moore (Louie), Karoline Eichhorn (Diana), Alexander Beyer (Seth), Christian Nickel (Steffen), Maja Schöne (Mandy), Jonathan Beck
Regie: Marie Reich
Drehbuch: Friederike Köpf, Uschi Reich, Robin Getrost


Inhalt

Als sich die Eltern des 15-jährigen Alex scheiden lassen und er mit seiner Mutter und ihrem neuen Freund Seth in Südengland Urlaub machen muss, hat er eigentlich nur einen Gedanken: Bloß zurück in seine Heimatstadt Bremen! Doch diese Einstellung ändert sich schnell, als er erst Louie kennenlernt, die ihm die Vorzüge Englands nahebringt, und er danach noch die Bekanntschaft von Seths liebreizender Tochter Faye macht. Und so erlebt Alex einen Sommer, den er so schnell nicht vergessen wird.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Summertime Blues hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 38%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Summertime Blues hat eine Wertung von 38%
Teeniemelodram-Schmonzetten sind nicht gerade neu. Das Kochrezept ist einfach: ein paar halbwegs gutaussehende und sympathische Jungdarsteller, ein paar nervende Elternteile, einige "Konkurrenten" und etwas Familientwist; fertig ist der filmische Instantsuppen-Aufguss. Wenn die Zutaten aber auch nicht gerade besonders exotisch anmuten, handwerklich kann immer noch einiges verkehrt gemacht werden. Summertime Blues kommt mit einer wenig überraschenden Geschichte daher und versucht aus stereotypen Figuren und unmotivierten Konflikten ein melancholisch-bittersüßes Teeniefilmchen zu zaubern. Kurzgesagt: Operation gelungen, Patient komatös. Das ist der wahre Blues.

Bild aus Summertime Blues Der Sommer ist da und das Leben ist schlecht. Zumindest läuft aktuell beim 15-jährigen Alex (Francois Goeske) alles schief: Seine Eltern lassen sich scheiden, sein Vater Steffen (Christian Nickel) hat bereits eine neue - seine ehemalige und viel jüngere Assistentin Mandy (Maja Schöne) - die schon von ihm schwanger ist. Nach der Trennung dauert es nicht lange, und Alex' Mutter Diana (Karoline Eichhorn) entdeckt ihre Weiblichkeit in der neugewonnenen Freiheit und angelt sich den englischen Schauspieler Seth McElroy (Alexander Bayer). Und da der einen Dreh auf der Insel hat und Diana einen Job als Produktionsassistentin, soll Alex prompt mit, und in England die Sommerferien verbringen. Der würde viel lieber im heimischen Bremen bleiben, gemeinsam mit seinem besten Freund, dessen Eltern so was wie Späthippies sind und reichlich Platz auf ihrem Hof haben; aber mit 15 ist es mit der Willensfreiheit nicht soweit her und sein Vater, mit in der Produktion befindlichen neuen Familie, hat auch nicht recht Lust auf ihn.

Im englischen Kent stellt Alex eines fest: es ist zum Sterben öde. Das Gefühl nirgendwo hinzugehören wird von Tag zu Tag stärker und die Konflikte mit seinen Erziehungsberechtigten mehren sich. Etwas Trost findet er, als er die junge Engländerin Louie (Zoe Moore) kennen lernt. Sie ist so was wie der Dorfpunk - etwas anarchisch und alternativ angehaucht. Die beiden kommen gut miteinander aus und Alex hätte die familiären Zwistigkeiten beinahe vergessen, bis Seth auf die Idee kommt seine Tochter Faye (Sarah Beck) aus den Staaten einzufliegen. Eine "Miss Perfect": bildhübsch, kommunikativ, lebenslustig, zuvorkommend. Eines ist klar: Alex kann sie von der ersten Sekunde an nicht leiden - oder? Körper und Geist des jungen Mannes scheinen Widersprüchliches zu melden. Aber Faye ist so abartig vollkommen und außerdem hat sie nur Augen für ein paar adlige englische Snobs.

Um es kurz zu machen: Viel Neues oder Originelles wird es in Summertime Blues insgesamt wenig zu sehen geben. Am "spektakulärsten" vielleicht noch die eine oder andere unmotivierte Wendung: Wenn (unerwartet) aus stinknormalen Situationen Eskalationen entstehen, die große Fragezeichen in die Köpfe der Zuschauer zaubern. Dass solche Elemente eines Unterbaus bedürfen, bevor sie aus dem Westentaschenplot gezaubert werden, schien hier nicht von Belang gewesen zu sein. Vielleicht sollten sie auch die innere Richtungslosigkeit der Teenagerjahre wiederspiegeln; niemand versteht einen und die eigene unausgereifte Persönlichkeit surft auf Hormonwellen und die schlagen bekanntlich mal dahin und mal dorthin - mag sein - aber es hat auch ein wenig von "nicht gewusst wie!?"

Ebenso wie die richtungslosen Frustschübe des Protagonisten, eiert auch die Handlung des Films dahin. Und unterm Strich gilt es letztlich und völlig absehbar, auf nicht viel mehr zu warten, als: kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht, und wird es ein glückliches Ende für alle Patchworks geben? Etwas Charme in die stereotype und fade Inszenierung gelingt es lediglich den Darstellerinnen zu bringen. Sie sind es allein, die halbwegs authentisch wirken. Von den Herren scheint keiner so recht eine erwachsene schauspielerische Leistung abliefern zu wollen. Vielleicht gehört es zur Rolle; schließlich kann man Figuren auch kaputtschreiben: Alex Vater ist ein karrieregeiler Erfolgsmensch, der nie Verantwortung für seine (alte) Familie übernommen hat und nun ein neue gründet. Der "Stiefvater" kommt als Schauspielersnob daher, dem man keine Sekunde familiäre Konfliktbeseitigungs-Strategien zutraut und der gute Alex ist nicht viel mehr, als die langweilige Version eines im Leben herumstolpernden, unausgeglichen und leicht hormongesteuerten Teenagers. Drei Charaktere, die auf Anhieb keinen Sympathiewettbewerb gewinnen (es sei denn es gibt drei erste Plätze für Antihelden mit Pseudoseelenleben).

Am unterhaltsamsten noch, Alex's Stimme aus dem Off, die sich als übergeordnete geistige Ebene einschaltet und über seine kruden Taten und Reaktionen reflektiert. Das wäre sogar halbwegs originell und witzig, wenn es nur irgendwie zum Charakter passen würde. Francois Goeske hat man mit dieser Figur keinen Gefallen erwiesen, oder er hat sich bei der Interpretation gründlich vertan. Dass der Schauspieler mehr kann, zeigt sich, als Alex, der sonst nur semitragisch und unverstanden-melancholisch sein Unwesen treibt, mal aus der Rolle fallen darf und auf einer Reichenparty aus seiner Haut schlüpft, um den Ultracoolen zu mimen. Das passt zwar ebenso wenig zur Figur, ist aber wenigstens etwas, das wirklich etwas unerwartet kommt und somit ein paar Pluspunkte einfährt. Ansonsten gilt für Summertime Blues was im Prinzip für jede Soap gilt: Das Finale kann sich an den Fingern einer Hand ausgerechnet werden.



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