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Die Frau des Zeitreisenden

(The Time Traveler's Wife, 2009)

Dt.Start: 17. September 2009 Premiere: 14. August 2009 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Romanze
Länge: 107 min Land: USA
Darsteller: Rachel McAdams (Clare Abshire), Eric Bana (Henry De Tamble), Ron Livingston (Gomez), Jane McLean (Charisse), Hailey McCann (Alba), Brooklynn Proulx (Clare, jung), Maggie Jane Castle (Alicia Abshire), Michelle Nolden (Annette De Tamble)
Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Jeremy Leven, Bruce Joel Rubin


Inhalt

Henry DeTamble hat ein Problem. Der Bibliotheksmitarbeiter ist ein Zeitreisender wider Willen. Unkontrolliert und unvorbereitet verschwindet er in den ungünstigsten Momenten und taucht irgendwo in der Vergangenheit oder der Zukunft auf. Keine gute Voraussetzung, um eine Beziehung zu führen. Doch als er die Künstlerin Clare Abshire kennen lernt, ändert sich seine Abneigung gegenüber zwischenmenschlichen Bindungen - sehr zur Freude von Clare. Denn die kennt und liebt ihn bereits wesentlich länger als er sie.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Die Frau des Zeitreisenden hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 52%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Die Frau des Zeitreisenden hat eine Wertung von 52%
Mit Zeitreisen ist das so eine Sache: Die meisten Physiker halten sie für nicht möglich oder sind der Meinung, dass es vielleicht möglich wäre, sich durch die Zeit zu bewegen; dann aber nur vorwärts und bei annähernder Lichtgeschwindigkeit. Technisch höchstwahrscheinlich niemals durchführbar. Soviel Wissenschaftlichkeit liegt bei der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers, Die Frau des Zeitreisenden, aber nicht zugrunde. Wozu auch? Hier geht es vor allem um eine große Liebe, die alle Grenzen überwindet, auch die der Zeit. Doch trotz des originellen Ansatzes, wird man mit dem Film nie richtig warm.

Bild aus Die Frau des Zeitreisenden Henry (Eric Bana) leidet an einer Genanomalie, die bewirkt, dass er unkontrolliert durch die Zeit reist und nach einer variierenden Zeitspanne in der Zukunft oder Vergangenheit, wieder an den Ausgangspunkt zurückkehrt. Im Alter von sechs tritt sie das erste Mal auf; an dem Tag, an dem seine Mutter bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt. Henry sitzt ebenfalls im Auto: Kurz vor der Kollision reist er aber durch die Zeit und kehrt anschließend wieder zurück, um gerade noch den verheerenden Unfall von außen mit anzusehen. Eigentlich bewegt sich Henry nicht nur durch die Zeit, er existiert regelrecht mannigfaltig mal; das unabhängig voneinander, auf verschiedenen Zeitebenen. Manchmal begegnen sich sogar zwei seiner Zeitinkarnationen. Und an dieser Stelle ist es zum ersten Mal notwendig, den Verstand, der nach Logikfehlern sucht, auszuknipsen: War es in allen Sci-Fi-Filmen zuvor immer so, dass laut "temporaler Physik", sich dieselbe Person niemals begegnen und schon gar nicht berühren darf, da dies sonst katastrophale Auswirkungen auf die Zukunft haben würde, wird dies hier einfach strikt missachtet. Warum sich auch um so was scheren, schließlich ist das hier eine Romanze.

Sie beginnt als Henry, Ende dreißig, an einen Punkt in der Vergangenheit springt und ihm dort ein kleines Mädchen, Clare (Rachel McAdams), begegnet, die gerade auf einer Wiese alleine picknickt. Dummerweise bewegt sich Henry immer im Adamskostüm durch die Zeit. Seine Kleidung kann er nicht mitnehmen. Clare leiht ihm ihre Picknickdecke und obwohl sie ihm anfänglich misstraut und seiner Zeitreisendengeschichte keinen Glauben schenken möchte, wird sie überzeugt - spätestens als Henry sich vor ihren Augen in Luft auflöst, um in seine Zeit zurückzukehren. Ihre Lebenswege kreuzen sich noch öfters. Clare wächst allmählich zu einer jungen hübschen Frau heran, noch ist es aber nicht die richtige Zeit. Als Studentin begegnet Clare abermals Henry, der in der Universitätsbibliothek jobbt, eines Tages ganz ohne Zeitsprung. Sie erkennt ihn sofort, er hat aber keinen Schimmer, wer sie ist. Dieses seiner Ichs, ist noch nie zu ihr durch die Zeit gereist und kann sie gar nicht kennen. Macht nichts - sie werden trotzdem ein Paar. Und von da an wird es richtig kompliziert. Die Liebe der beiden ist zwar stark genug, dass sie sogar heiraten, aber Clare muss zwischenzeitlich immer wieder ohne Henry auskommen. Glücklicherweise kann er sich gelegentlich aber selbst vertreten oder sogar sich, mit seiner eigenen Frau, selbst betrügen. Die perfekte offene Distanzbeziehung.

Betrogen wird an vielen Fronten, man sollte zwar nicht in der Zeitlinie herumpfuschen, aber wer wird denn so kleinlich sein. Da fragt man sich, ob Clare sich in Henry nur deshalb verliebt hat, weil eines seiner älteren Ichs, das bereits mit Clare verheirat ist, in die Zeit zurückreiste und ihr, als damals 18-jährige, ordentlich den Kopf verdrehte. Überhaupt ist diese Wiese, auf der sie sich das erste Mal begegneten und später immer wieder trafen, so etwas wie ein Ankerpunkt in Henrys Zeitreisen. Eines Tages aber, kehrt er aus der Zukunft nach Hause zurück und ist schwer verletzt - und überhaupt: noch nie war eines seiner Ichs als alter Mann aufgetaucht?

Wie in jeder ordentlichen Romanze, gibt es neben ein paar lustigen Verwirrwendungen auch eine gehörige Portion Tragik. Der Sci-Fi-Unterbau ist hier sowieso nicht mehr als ein zusätzliches Element, das das Glücklichwerden einfach mal verkompliziert. Anstelle von Beziehungstwist wegen dem Führen einer Fernbeziehung auf verschiedenen Kontinenten oder dem Geraufe, wenn die Liebenden verschiedenen Kulturen angehören, wird hier eben durch die Zeit gereist. Das ist neu und sogar einigermaßen originell und die beiden sympathischen Hauptdarsteller spielen das charmant aber auch routiniert runter. Und so packt es einen nicht wirklich; weder das Zeitreisenthema, noch die Liebesgeschichte.

Die Frau des Zeitreisenden bietet Kurzweil: Der Film ist nicht langatmig, da man im Prinzip immer darauf wartet, wohin es ihn als nächstes verschlägt. Und als die beiden eine Tochter bekommen, welche dieselbe Genanomalie wie ihr Vater besitzt und ihre Eltern besucht, bevor diese sie gezeugt haben, wird es noch skurriler. Aber trotzdem: Der Funke will einfach nicht überspringen. Am Ende kommt man sogar nicht umhin, sich doch noch ein paar Fragen nach der Logik des Plots zu stellen: Warum reist Henry immer nur zwischen wenigen Jahrzehnten hin und her, warum nicht mal in die Steinzeit (dort wäre er nackt auch nicht aufgefallen) oder ins Jahr 3.000? Nein, Henry ist an eine Lebensspanne gebunden - vielleicht die seiner Frau, aber das wird nicht erläutert. An anderer Stelle begnügt man sich damit zu sagen, dass er keine Kontrolle über die Reise hat und er die Zukunft nicht verändern kann, selbst wenn er es versucht. Dass, wenn er mannigfaltig existiert, es mannigfaltig viele Zeitlinien gibt und das aus allen Zeitebenen heraus, in denen er lebt, wird dabei vergessen. Und wer sagt, dass diese alle immer an demselben Punkt zusammenlaufen? Romanze hin, Romanze her, wenn schon mit solch einer Thematik gearbeitet wird, dann bitte mit etwas mehr Verstand.



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Dt. Start: 02. Sep 2004
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