MovieMaze-Home
NewsFilmeChartsStarsTrailerWallpaperPosterForumSpecialsSuche
filmarchivaktuell im kinovier wochen vorschaucoming soonpodcastsuche

  
 Poster zu Die Jury vergrößern

Film-Seite zu Die Jury
Poster zu Die Jury
PDF zu Die Jury

Die Jury

(A Time to Kill, 1996)

Dt.Start: 07. November 1996 Premiere: 24. Juli 1996 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Thriller
Länge: 150 min Land: USA
Darsteller: Sandra Bullock (Ellen Roark), Samuel L. Jackson (Carl Lee Hailey), Matthew McConaughey (Jake Brigance), Kevin Spacey (Rufus Buckley), Brenda Fricker (Ethel Twitty), Oliver Platt (Harry Rex Vonner), Charles S. Dutton, Ashley Judd, Patrick McGoohan, Donald Sutherland, Kiefer Sutherland, John Diehl, Doug Hutchison, Nicky Katt, Joe Seneca, Chris Cooper, Beth Grant, Anthony Heald, Jonathan Hadary, Byron Jennings, Tonea Stewart, Kurtwood Smith, M. Emmet Walsh
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Akiva Goldsman


Inhalt

Das zwölfjährige schwarze Mädchen Tonia Hailey wird nach dem Einkaufen von zwei Weißen brutal missbraucht. Voller Wut und Hass auf die Täter und in dem Wissen, dass den beiden auf Grund ihrer Hautfarbe nur eine milde Strafe droht, erschießt Tonias Vater Carl Lee die beiden auf dem Weg in den Gerichtssaal. Im darauffolgenden Mordprozess vertritt ihn der junge, talentierte, aber recht erfolglose Anwalt Jake Tyler Brigance, der sich fortan nicht nur seinem jurisitschen Antagonisten, dem erfahrenen und gerissenen Staatsanwalt Rufus Buckley, entgegenstellen muss.
Shopping-Box
DVDs zu Die Jury Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Die Jury Poster & Merchandise
zum Film
Die Jury bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Die Jury bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film


Kritik

Die Jury hat eine Wertung von 86%
Was ist gerecht und was nicht? Ein Schwarzer tötet aus Rache die weißen Schänder seiner kleinen Tochter. Moralisch vertretbar? Sicherlich. Juristisch? Ein klarer Fall von Mord. Ist Selbstjustiz vertretbar? Auch bei dieser Frage lässt sich wieder von zwei konträren Seiten argumentieren. Und: Welche Rolle spielt die Hautfarbe in einer postaufgeklärten Gesellschaft? Die Jury, ein gelungenes, bewegendes Werk über Gerechtigkeit, die oftmals nicht klar definierbar ist und sowohl moralisch als auch juristisch hinterfragt werden kann.

Bild aus Die Jury John Grisham, ehemaliger Anwalt, ist weniger durch seine juristischen Tätigkeiten aufgefallen, mit denen er sich immerhin rund ein Jahrzehnt seine Brötchen verdiente. Geprägt durch seine berufliche Vergangenheit ist der Schriftsteller vor allem auf Grund seiner Justizthriller bekannt. Durch Bestseller, wie Die Firma und Der Regenmacher, erlangte der aus Arkansas stammende Grisham Weltruhm. Und da Literatur sich schon immer gut auf die große Leinwand umsetzen ließ und oft für heiter klingelnde Kinokassen sorgt, schafften es viele seiner Werke in die Kinosäle dieser Welt. Den Beginn der Grisham'schen Filmwelle läutete 1993 die bereits erwähnte Firma ein, in der sich der damals noch junge Tom Cruise im Netz einer gefährlichen und hinterhältigen Anwaltskanzlei verfing. Noch im selben Jahr schaffte es auch Die Akte in die Kinos, in der diesmal Julia Roberts und Denzel Washington eine Verschwörung aufzudecken versuchten und dabei in Lebensgefahr gerieten. Erst drei Jahre später erschien mit Die Jury die nächste Grisham-Verfilmung, erneut mit einem Aufgebot namhafter Hollywoodstars, welche zu jenem Zeitpunkt zum Teil noch am Anfang ihrer Karriere standen.

Canton, Mississippi: Zwei weiße Männer fallen über das gerade einmal zehnjährige schwarze Mädchen Tonia Hailey (RaéVen Larrymore Kelly) her, fesseln, schlagen und vergewaltigen sie auf brutalste Weise. Ein darauffolgender Versuch, das wehrlose Kind zu töten, scheitert, und kurze Zeit später können die beiden Verbrecher festgenommen werden. Tonias Verletzungen sind so stark, dass sie keine Kinder mehr bekommen wird. Voller Wut und Hass und im Wissen, dass den beiden Straftätern aufgrund ihrer weißen Hautfarbe keine ernsthafte Strafe droht, nimmt Vater Carl Lee (Samuel L. Jackson) das Gesetz selbst in die Hand und erschießt die Täter auf dem Weg ins Gericht. Der talentierte Junganwalt Jake Tyler Brigance (Matthew McConaughey) und alter Bekannter der Opferfamilie nimmt sich kurzerhand des Falls an und entschließt sich, Carl Lee zu verteidigen. Ihm gegenüber steht der erfahrene und ehrgeizige Staatsanwalt Rufus Buckley (Kevin Spacey), der nur eines will: Gewinnen. Darüber hinaus wird Brigance immer wieder durch den fanatischen Ku-Klux-Klan bedroht, der die "Herrschaft der Weißen" mit drastischen Mitteln fordert und dabei nicht nur den jungen Anwalt, sondern auch all seine Unterstützer in Lebensgefahr bringt.

Dem Regisseur Joel Schuhmacher (Das Phantom der Oper, Nicht Auflegen!, Batman Forever) kann durchaus eine gewisse Affinität zum John Grisham-Stoff angehangen werden, verfilmte er doch bereits 1994 Der Klient, bevor er sich 1996 Die Jury vornahm. Hauptthema des Thrillers ist der, auch heute noch brandaktuelle, Rassenkonflikt in den USA, der Krieg zwischen Schwarz und Weiß, der jedoch gerne verdrängt wird. Fakt ist, dass es auch heute noch Sendungen in den Vereinigten Staaten gibt, die besonders oft schwarze Menschen als kriminell darstellen und somit ein medial kreiertes Feindbild erzeugen, das sich in leider viel zu vielen Köpfen der medienkonsumierenden Gesellschaft festsetzt. Und genau dies ist das Kernthema des Films. Die nicht vorhandene, aber ersehnte Gleichstellung der Schwarzen, deren Nichtexistenz der Thriller besonders aus juristischem Blickwinkel betrachtet, darstellt. Man könnte dem Film vorwerfen, er würde einfach plakativ den Spieß umdrehen und diesmal die Weißen als böse Buben hinstellen. So agiert auch Junganwalt Brigance zu Beginn nicht etwa des Rassenproblems wegen, sondern vielmehr um seiner Karriere auf die Sprünge zu helfen. Doch dieser Vorwurf kann nicht als solcher gewertet werden, denn die Darstellungsweise ist schlicht und ergreifend oftmals traurige Realität und stellt somit ein gesellschaftskritisches Element dar. Besonders deutlich wird dieses auch in der Person des Staatsanwaltes Rufus Buckley, der zwar Mitgefühl für das kleine Mädchen und ihre Familie vor den Fernsehkameras vorheuchelt, gleichzeitig aber nur den Prozess für sich entscheiden will. Das Rassenproblem ist ihm dabei vollkommen egal. Dabei kann der Ausgang eines solchen Falls richtungsweisend für die weitere Entwicklung des Landes sein.

Einen Großteil der hohen Qualität des Films ist der hervorragenden Darstellerriege zuzuschreiben. Mit Matthew McConaughey (Tropic Thunder, Die Herrschaft des Feuers, Contact) wurde ein bis zu diesem Zeitpunkt noch eher unbekannter Schauspieler für die Hauptrolle des Verteidigers Jake Tyler Brigance gewonnen, der hier ohne Zweifel eine der besten Leistungen seiner Karriere darstellt. Ihm nimmt man die Entwicklung vom erfolgshungrigen zum menschliche Werte schätzenden Anwalt jederzeit ab. Ebenfalls überzeugend ist der zweite Hauptdarsteller Samuel L. Jackson (Lakeview Terrace, Zimmer 1408, Pulp Fiction), der den Hass des Carl Lee Hailey für die beiden Vergewaltiger deutlich macht und dessen Überzeugung an der Gerechtigkeit seiner Tat jederzeit präsent ist. Mit einem, wieder einmal, hervorragend aufspielenden Kevin Spacey (American Beauty, L.A. Confidential, Sieben) als gemeiner Staatsanwalt Rufus Buckley ist auch die wichtigste Nebenrolle und zugleich juristischer Antagonist hervorragend besetzt. In weiteren Nebenrollen überzeugen u.a. Sandra Bullock (L.A. Crash) als Brigance' Unterstützerin Ellen Roark, 24-Star Kiefer Sutherland als fanatisch-rassistisches Ku-Klux-Klan Mitglied sowie sein Vater Donald (Stolz & Vorurteil) als versoffener, aber genialer Ex-Anwalt. Oliver Platt (Frost/Nixon), Brenda Fricker (Die Journalistin) und Chris Cooper (Operation: Kingdom) runden den hervorragenden Cast ab.

Fazit: Ein nach wie vor brandaktuelles Thema ist das Problem des Rassismus. Die Jury zeigt auf beeindruckende Art und Weise die Kluft zwischen Schwarz und Weiß, den Hass und die Gewalt, den noch viele fanatische Rassisten auf ihre dunkelhäutigen Mitmenschen haben und vor allem den Missstand, dass vor Gericht noch längst keine Gleichstellung der verschiedenen Hautfarben herrscht. Es ist ein Film über Gerechtigkeit, sowohl über moralische als auch juristische. Ein Film, der zum Nachdenken anregt, ein nach wie vor aktuelles Thema behandelt und die Gesellschaft, in der noch heute Diskriminierung, Gewalt und Verfolgung herrscht, kritisch reflektiert. Überzeugend dargestellt durch einen überragenden Cast werden die Absichten eines jeden Charakters deutlich, wodurch der Zusammenprall zweier verschiedener Auffassungen von Gerechtigkeit deutlich gezeigt wird: Moralisch vertretbare Selbstjustiz gegen bürokratisch korrekte juristische Gerechtigkeit. Die Jury ist ohne Zweifel eine der besten, möglicherweise sogar die beste, Grisham-Verfilmung.

von Alexander Börste


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Das Urteil - Jeder ist käuflich
Dt. Start: 29. Apr 2004
Vorschlag entfernen
 
 
 
 
 

© 2010 MovieMaze.de