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Shanghai

(Shanghai, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

50%



Inhalt

Vier Monate vor dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor kehrt der Amerikaner Paul Soames ins korrupte, von Japanern besetzte, Shanghai zurück und erfährt, dass sein Freund getötet wurde. Während er die Umstände des Todes aufzudecken versucht, verliebt er sich und entdeckt ein bedeutend größeres Geheimnis, das seine Regierung verschleiert hält.

Kritik

von Daniel Licha

Wertung Kritik

50%

Die Vorfreude, Chow Yun Fat endlich wieder mit einer geladenen Waffe auf der Leinwand zu sehen, wird sicherlich den ein oder anderen Freund des asiatischen Films in die Kinos locken können. Doch trotz der Starbesetzung und der an Casablanca erinnernden Thematik gibt die Geschichte zu wenig her, um den Zuschauer hinter dem Ofen hervor zu locken. Einzig die atmosphärische Inszenierung und die tolle Ausstattung halten das Publikum einigermaßen bei der Stange und hieven den Film gerade noch so ins Mittelmaß.

Bild aus Shanghai Wenn eine Thematik selbst nicht ansprechend genug für das Mainstreampublikum ist, aber hohe Produktionskosten verschlingen wird, dann entschließen sich Filmemacher gerne dazu, sich durch eine länderübergreifende Produktion zumindest einen breiteren Zuschauerkreis zu schaffen. So engagierten die Gebrüder Weinstein den schwedischen Regisseur Michael Hafström, der den Amerikaner John Cusack in der Hauptrolle in Szene setzen darf und zwischen die Fronten von Chinas Superstar Chow-Yun Fat und Japans Hollywoodexport Ken Watanabe schickt. Garniert wird das Ganze noch mit kleinen Auftritten von bekannten Gesichtern aus Deutschland und England, und fertig ist der flächendeckende Erfolg... zumindest theoretisch.

Nach einem längeren Aufenthalt in Berlin kehrt der Amerikaner Paul Soames nach Shanghai zurück. In dieser mehr oder weniger neutralen Zone muss Soames feststellen, dass sein Freund Connor in dessen Abwesenheit getötet wurde. Während sich der Krieg zwischen Japan und China in der Zwischenzeit immer mehr zuspitzt, versucht er nun, auf eigene Rechnung den Mörder zu finden, und gerät dabei zwischen die Fronten der sich bekriegenden Nationen.

Hat man zu Beginn noch das Gefühl, den Geschehnissen auf der Leinwand relativ schwer folgen zu können, stellt man nach einer Weile fest, dass es viel Lärm um Nichts war. Die relativ ereignislose Suche nach dem Mörder wird dem Zuschauer durch die oftmals platt wirkenden Figuren schnell erleichtert, sodass Spannung zu keinem Zeitpunkt aufkommen mag. Das weitaus größere Problem ist jedoch, dass die als episch dargestellte Lovestory nicht ins Gesamtkonstrukt des Filmes passt, beim Zuschauer keinerlei Emotionen auslöst und somit folgerichtig baden geht. Spätestens beim Ende sind die Schwächen des Drehbuchs kaum noch zu übersehen, werden in einem hektischen Finale nahezu alle Handlungsstränge aufgelöst und eher schlecht als recht zu Ende gebracht.

Dass der Schwede Mikael Hafström ein Könner seines Faches ist, konnte er schon ein ums andere Mal beweisen. Bei Shanghai ist er fast im Alleingang dafür verantwortlich, dass der Film kein Desaster ist. So versucht er, das sichtliche Vorbild Casablanca optisch zu kopieren und inszenierte einen Film Noir, wie man ihn besser kaum in Szene setzen könnte. In einer prachtvollen Kulisse wird die titelgebende Stadt zum Leben erweckt, die Kamerafahrten um die tolle Ausstattung verzücken den Zuschauer ein ums andere Mal und spätestens, wenn die Hauptfigur nahezu den kompletten Film aus dem Off erzählen darf, dann weiß man, dass Hafström im Gegensatz zu den Drehbuchautoren verstanden hat, wie ein Film dieses Genres auszusehen hat.

Nachdem Wunschkandidat Johnny Depp nicht zur Verfügung stand, darf nun John Cusack einen auf Humphrey Bogart machen und spielt dessen Paraderolle souverän, jedoch ohne dabei groß zu glänzen. Seine Szenen teilt er sich in den meisten Fällen mit den drei Superstars aus Fernost: Gong Li, Chow Yun Fat und Ken Watanabe. Während man dem weiblichen Part noch genügend Profil gab, um ihr großes Talent auch anzudeuten, werden Watanabe und Fat zu Abziehfiguren reduziert. Ihnen wird nur in wenigen Momenten die Gelegenheit gegeben, ihr Können unter Beweis zu stellen. Zu erwähnen sei noch Deutschlands Export Franka Potente, die jedoch in ihren wenigen Szenen äußerst blass bleibt.

Nicht nur qualitativ, auch finanziell ist das Projekt der Weinstein-Brüder für die 50 Millionen Dollar teure Produktion bislang nicht aufgegangen. Während der Film in den Vereinigten Staaten noch nicht einmal einen Starttermin vorweisen kann, ist Hafströms Werk bislang mit weitestgehend äußerst mäßigem Erfolg in einigen asiatischen Ländern gezeigt worden. Auch der deutsche Kinobesucher muss sich noch bis August gedulden, bis er zumindest die coolsten Streichhölzer der Filmgeschichte auf der Leinwand genießen kann.

Keine weitere Wertung


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