Nette Coming-of-Age-Dramödie über die junge Lola und ihre Liebesnöte. Eingebettet ist die Geschichte nach altbewährtem Rezept in einen Klassenverband, bei dem ein ganzer Freundeskreis mit solchen Problemen zu kämpfen hat. Der Film wird keine Rekorde brechen, ist aber definitiv ein empfehlenswertes Beispiel für junges französisches Mainstream-Kino, flott und spritzig.
Die 16-jährige Lola erfährt nach den Sommerferien, dass ihr Freund Arthur sie betrogen hat. Es war nur ein bisschen Sex, ganz ohne Liebe, sagt er. Lola ist völlig fertig, bleibt aber cool und akzeptiert die Tatsache. Doch der Wurm ist ab sofort drin in der Beziehung, das steht fest, wenn zunächst auch nur für den Zuschauer. Denn mit ihren jungen Jahren reagiert nicht nur Lola, sondern auch alle anderen in ihrer Klasse, grundsätzlich eher übermäßig und kopflos auf jede Veränderung im noch weitgehend unbekannten Lebensbereich der Liebe.
Lolas Mutter Anne hat es ebenfalls nicht leicht: Die Trennung von ihrem Mann, Lolas Vater, will und kann sie nicht so strikt aufrechterhalten, wie sie eigentlich möchte. Neue Männer sind nicht in Sicht, obwohl sie nun wirklich nicht unattraktiv aussieht. Doch dass ihre Erstgeborene schon solch schwere See erleben muss, hätte sie nicht gedacht. Für Anne ist Lola noch ein kleines Mädchen, ein Küken gar, und Jungs sind noch weit, weit weg in einer fernen Zukunft. Denkt sie zumindest, bis ihr Lolas Tagebuch in die Hände fällt. Im Schulalltag geht es jedoch noch heftiger zu als in Lolas Liebesleben allein: Sex auf dem Schulklo, Drogen, Promiskuität, selbst auf den einen oder anderen Lehrer haben es manche der reiferen Mädels abgesehen. Da ist natürlich klar, dass die Klassenfahrt nach London gar nicht reibungslos klappen kann.
Lol - Laughing out loud ist eine moderne, junge Beziehungskomödie aus Frankreich, die zeigt, dass Teenagersorgen über alle Landesgrenzen dieselben sind. Die schnell getaktete Komödie mit dramatischen Elementen, bzw. das Drama mit der Vielzahl von komödiantischen Elementen ist das Pendant zu La Boum der Generation Upload.
Natürlich ist es ein wenig unrealistisch, dass in diesem Film scheinbar jeder ein Stück vom Kuchen abbekommt, denn die Geschichte konzentriert sich nur auf Alpha-Jungs und -Mädchen. Von den Schüchternen, den Mauerblümchen, den Spätzündern und einfach nur den ewigen Pechvögeln, die bei diesem Östrogen-Testosteron-Knutschgewitter nicht mitmachen dürfen, bemerkt man im Film rein gar nichts. Doch bei einem Feelgood-Movie will man das ja auch nicht.
Auch wird leider viel zu wenig Gewicht auf den ja bereits im Filmtitel verwendeten Online-Aspekt der heutigen Generation gelegt. Abgesehen von einem schön kreativen Handy-Klingelton-Weck-Medley und ein paar netten Chat-Fenster-Animationen (durchgehend MSN Messenger am Mac) wird praktisch keinerlei Augenmerk auf die Web- und Technikaffinität der heutigen Jugend gelegt. Während im Presseheft noch Ausdrücke wie lol, rofl, omg sowie diverse Smilies für N00bs erklärt werden, findet sich im Film wirklich keinerlei Bezug zum Netz. Was schade ist, denn immerhin wurde für den Titel Markenschutz beantragt, eigentlich ein Unding für einen im Netz alltäglichen Ausdruck. Die zentrale Rolle, die beispielsweise dem titelgebenden Kuchen in American Pie im Film selbst zukommt, ist den Chat-Abkürzungen in "LOL" leider gänzlich versagt. Einzig die Ähnlichkeit von lol zum Namen der Hauptfigur Lola wird erwähnt.
Der dennoch amüsante Film richtet sich an Jugendliche und Junggebliebene, an Fans von Sophie Marceau und ihre Kinder, an Schüler und Studenten. Er ist kein Meisterwerk, kein Jahrhundertklassiker, wohl aber für den netten Kinoabend mit Erinnerungen an die erlebte oder nur erträumte eigene Jugend bestens geeignet.