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Endlich ist es wieder soweit: Ben Stiller ist mit einer neuen Komödie zurück auf der Leinwand. Spätestens nach Glauben ist alles! und Meine Braut, ihr Vater und ich weiß das Kinopublikum seine dezente und unglaublich amüsante Komik in einer sinnigen Handlung neben genialen Darstellern zu schätzen. Doch anscheinend hatte der liebe Ben genug davon und zog es vor, seine Slapstick-Performance aus Verrückt nach Mary im Kreise der Familie zu praktizieren und das in einer sehr innovativen Story. Man kann sich nun auf diesen schwachsinnigen Spaß einlassen und Tränen lachen, oder aber man entdeckt die Alternative für sich, schlägt vor Entsetzen die Hände überm Kopf zusammen und ergreift die Flucht aus dem Kinosaal. Damit es nicht soweit kommt, kann man Austin Powers als Maßstab ansetzen. Entsprechen schräge Typen in schrillen Kostümen in einer stylischen Kulisse dem persönlichen Gusto, besteht die Möglichkeit, auch an Zoolander Gefallen zu finden. Alle anderen seien gewarnt, sollten aber dennoch experimentierfreudig genug sein und dem Male Model of the Year eine Chance geben.
Denn Zoolander hat in der Tat etwas zu bieten. Da wäre einmal eine unglaublich attraktive Hauptfigur im engen Schlangenlederoutfit. Wer hätte gedacht, dass der nette Ben Stiller mit laszivem Hüftschwung über den Laufsteg schlendern kann und mit seinem unwiderstehlichen Blick sogar Eis zum schmelzen bringt? Dann wäre da eine unglaublich attraktive zweite Hauptfigur - ein Halbgott in blond mit dem entzückenden Namen Hansel. Wer hätte gedacht, dass Owen Wilson einmal das Cover der größten Modemagazine schmücken würde und im Breakdancen unschlagbar ist? Nachdem beide mit Schönheit so sehr gesegnet sind, muß es natürlich ein wenig an Intelligenz fehlen und es ist wirklich unterhaltsam zuzusehen, wie die zwei die Wunder des Alltags entdecken. Diese angeborene Naivität ist es auch, die sich der schrecklich fiese und gemeine Modezar Mugatu (Will Ferrell) zu Nutzen macht. Was die Menschheit schon immer vermutet hat, wird endlich einmal ausgesprochen: die glamouröse Modebranche ist nur Fassade für das organisierte Verbrechen der Fashion-Underworld. Der einfältige Derek Zoolander scheint daher direkt prädestiniert, um als willenloses Mordinstrument zu fungieren. Da der sich aber gerade aus der Branche zurückgezogen hat, um den Sinn seines Daseins zu erkunden, stellt sich das alles nicht so einfach dar.
Aber die Handlung ist eh nur Mittel zum Zweck. Denn Ben Stiller hat seine eigene Figur geschaffen und in seinem eigenen Film zum Leben erweckt. Als Statisten und Nebenakteure dienen wunderbar namhafte Stars, die teilweise bereits in Prêt-a-Porter mal kurz in die Kamera gewunken haben. Ansonsten besteht die Möglichkeit, Ben Stillers Familie kennenzulernen. Gattin Christine Taylor darf die Frau an seiner Seite spielen, und Vater Jerry Stiller ist eine wahre Bereicherung, denn schon allein die Präsenz des Comedy-Stars erzeugt ein Lächeln. Wer genau hinsieht, entdeckt vielleicht auch Bens Mutter und seine Schwester oder sieht wenigstens den Hund durch's Bild laufen. Doch bei den schnellen Schnitten und ungewöhnlichen Perspektiven bleibt kaum Zeit, die Details zu analysieren. Das hat aber auch sein Gutes, denn obwohl einige Szenen sehr lang und unspannend wirken, findet der Film so recht schnell und kurzweilig zu seinem Ende. |