Sympathische Komödie mit dramatischen Zwischenspielen, ein gutes Beispiel für ein originäres deutsches Thema. Nicht zum Abbrechen lustig, und keinesfalls schwermütig oder bedrückend, aber doch kurzweilig und mit einem Augenzwinkern auf den Alltag rund um die Uni in Deutschland. Sozusagen als erwachsene, reife Fortsetzung eines beliebigen Schul- und Abiturfilms zu sehen.
Momo hat keine Lust, jemals das elterliche Wirtshaus zu übernehmen, also setzt er sich mit seinem alten Freund Dirk in dessen klappriges Auto und zischt ab. In die Stadt, an die Uni. Wirtschaftsmathematik wird es werden, an der Uni Darmstadt. Doch schon am ersten Tag verfehlt Moritz sein eisernes Vorhaben, einen neuen Anfang zu machen und endlich den kindischen Spitznamen Momo loszuwerden. An der Uni gibt es neben fundierter Bildung aber auch jede Menge Gelegenheit zur Ablenkung: Mädels, Parties, Kommilitonen, Drogen, Alkohol und alles, was jungen Studenten viel mehr Spaß macht als der Hörsaal im Morgengrauen.
Schon bald schiebt sich genau deswegen ein Keil zwischen Momo und Dirk. Momo steht mehr auf die neugewonnene Freiheit, und hat außerdem ein Auge auf die süße Kerstin geworfen (jedoch nicht nur er, und auch sie hat so ihre Schwierigkeiten, sich für eines der vielen Angebote zu entscheiden). Dirk dahingegen ist offenbar vom Kapitalismus schwerst infiziert und strebt, wie es nur menschenmöglich ist. Bald fliegt der faule Momo aus der gemeinsamen Lerngruppe, die nun "streamlined" und effektiver ist, und muss sich ein neues Uni-Umfeld suchen. Doch anstatt seine Attitüde zu ändern, führt Momo lieber den braven, strebsamen und schüchternen Aswin in die Welt der Parties und des Alkohol ein. Dabei hätte Momo nicht wenig von Aswin lernen können.
Jeder, der schonmal auf einer Uni war, wird die einmalige Atmosphäre im Film wiedergegeben finden: Der kalte, abweisende und im Verhältnis zur Schulzeit praktisch völlig unbegleitete Lehrbetrieb, der im krassen Gegensatz zu den Zweckgemeinschaften steht, die die Studenten schon am ersten Tag des ersten Semesters bilden, um nach dem wohlweichwarmen Schoß der Schulzeit nicht vor lauter Einsamkeit zu sterben. Die Uni ist wie eine Fischfabrik, in der die Studenten von Bassin zu Bassin gepumpt werden und sich im Laufe ihrer Verarbeitung immer stärker ändern, bis am Schluss lauter gleichförmige Fischstäbchen rauskommen. Mit dem Unterschied, dass in der Uni die Fische selbst in die Konformität schwimmen, anstatt gepumpt zu werden.
Doch das System hat natürlich auch sein Gutes. Die hohen Anforderungen bringen gezwungenermaßen brillante Fachkräfte hervor, die Konformität garantiert ein gleiches Bildungsniveau. Dennoch ist es für Studenten ein Leichtes, sich in den Gelegenheiten, die die neugewonnene Freiheit von den Eltern bietet, zu verlieren. Genau diesen Konflikt greift 13 Semester mit einigem Augenzwinkern auf.
Regisseur und Autor Frieder Wittich sowie Autor Oliver Ziegenbalg schaffen es, eine Unzahl von Wiedererkennungsmerkmalen und typischen Uni-Situationen in ihren Film zu packen. Der spielt konsequenterweise nur zu einem verhältnismäßig geringen Teil tatsächlich in der Universität, die Hauptsache ist das wirkliche Leben, vom Waschsalon über das Freibad und das Auslandssemester bis zu den allumfassenden Wirren der Liebe.
Eine sympathische Komödie voller kleiner Gags und großer, tendenziell humoristischer Handlungsstränge, gewürzt mit nicht wenigen Konflikten, Katastrophen und jeder Menge Gegenwind. Letztere Attribute zumindest aus der Sicht junger Studenten, denn dass Schlimmeres ebenfalls zu Überleben ist, wird ihnen das wahre Leben irgendwann sicher noch beibringen.