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Carriers

(Carriers, 2009)

Dt.Start: 01. Oktober 2009
DVD: 19. Februar 2010
Premiere: 04. September 2009 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Horror, Thriller
Länge: 85 min Land: USA
Darsteller: Piper Perabo (Bobby), Chris Pine (Ryan), Lou Taylor Pucci (Danny), Emily VanCamp (Kate), Christopher Meloni (Frank), Dale Malley (Luke), Kiernan Shipka (Jodie), Sequoyah Adams-Rice
Regie: Alex Pastor, David Pastor
Drehbuch: Alex Pastor, David Pastor


Inhalt

In den USA bricht eine tödliche Virusepidemie aus, die auf dem Weg ist, die gesamte Menschheit zu vernichten. Die vier Freunde Danny, Brian, Bobby und Kate versuchen vor den Viren zu fliehen, um die Epidemie am Golf von Mexiko auszusitzen. Doch die Viren sind nicht die einzige Gefahr, die ihnen droht. Inmitten einer kollabierten Gesellschaft werden sie mit den Abgründen ihrer Seele konfrontiert.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Carriers hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Daniel Licha
Carriers hat eine Wertung von 75%
In ihrem Regiedebüt verbreiten die Pastor-Brüder beklemmende Endzeitstimmung. Dabei legen sie viel Wert auf ausgeprägte Charaktere und deren Moralvorstellungen. Dass die Spannung nicht zu kurz kommt, ist der hervorragend depressiven und beklemmenden Atmosphäre zu verdanken, die den Zuschauer von der ersten Minute an in ihren Bann zieht.

Bild aus Carriers Die Voraussetzungen waren wahrlich alles andere als gut: Carriers ist schon seit drei Jahren fertiggestellt und verstaubt seitdem in den Archiven der Produktionsfirma. Im Normalfall wäre der Film sicherlich früher oder später ohne große Aufmerksamkeit auf DVD erschienen, doch der Tatsache, dass Chris Pine nun als Cpt. Kirk im neuen Star Trek 11 einen riesigen Hit für sich verbuchen konnte, ist es nun zu verdanken, dass Carriers nicht nur eine Kinoauswertung bekommt, sondern ihm sogar die Ehre zuteil wurde, der Eröffnungsfilm des diesjährigen Fantasy Filmfests zu sein.

Da in den Vereinigten Staaten eine bislang unheilbare und sich schnell verbreitende Virusepidemie ausgebrochen ist, beschließen vier Freunde ans Meer zu fahren, in der Hoffnung diese dort aussitzen zu können. Auf den Weg dorthin hat ihr Auto eine Panne und daher benötigen sie die Hilfe eines Vaters, dessen junge Tochter zu den Infizierten zählt. Notgedrungen entschließen sich die beiden Gruppen zu einem Deal: Die vier Jugendlichen können mit dem Auto des Vaters ans Meer fahren, wenn sie ihnen im Gegenzug helfen, die Tochter zu einem naheliegenden Krankenhaus zu bringen, bei dem angeblich ein Heilmittel gegen den Virus gefunden wurde.

Die Pastor-Brüder verlieren in ihrem Spielfilmregiedebüt nicht viel Zeit und schicken den Zuschauer mitten ins Geschehen und obwohl der Film relativ actionreich beginnt, nehmen sich die Drehbuchautoren genügend Zeit, um ihre Geschichte zu erzählen. Im Stile von 28 Days Later, bei dem sich Carriers sichtlich das ein oder andere Mal (zu oft) bedient hat, stehen die ruhigen Momente im Vordergrund. So stellen sich Fragen, wie man beispielsweise mit infizierten Menschen umgeht, wie man reagieren würde, wenn sich eines der Mitglieder der Gruppe infiziert würde etc. Dies macht aus einem auf dem ersten Blick typischen Genrevertreter einen Film, der sein Hauptaugenmerk auf die Charaktere und ihr Verhalten, anstatt auf die Horrorsituation an sich legt. Daher werden einige Genrefans das Geschehen sicherlich als langweilig empfinden, da der Trailer alles andere als eine Charakterstudie versprochen hat.

Obwohl der Film eher eine ruhige Gangart einschlägt, heißt das nicht, dass er nicht spannend geraten ist. Dafür sorgt neben dem interessanten Szenario auch die gelungene Inszenierung der Pastor Brüder. Abgeschiedene Landschaften, zerstörte Städte, verlassene Gebäude ... mit diesen Stilmitteln erzeugen sie eine depressive und beklemmende Atmosphäre, die die Ausweglosigkeit der Charaktere nur noch verstärkt. Jedoch vergessen die Beiden auch nicht das Genrepublikum, so dass dem Zuschauer die ein oder andere brutale Spitze beschert wird. Dies zeigt sich in keiner Szene unnötig und lässt den Film zu keiner Zeit zu einem Torture Porn oder Ähnlichem verkommen.

Dabei sind die Charaktere sehr genretypische gewählt: Es gibt den harten Macho, dessen liebevolle Freundin, das intelligente Weichei, sowie den typischen Teenie. Dass dabei keine großen Darbietungen erforderlich sind, ist bekannt, und somit liefert die relativ prominent besetzte Darstellerriege um Chris Pine (Star Trek 11), Piper Perabo (Coyote Ugly) und Lou Taylor Pucci (Thumbsucker) ordentliche Arbeit ab, ohne jedoch groß glänzen zu müssen.

Carriers dürfte sicherlich nicht für jeden Zuschauer geeignet sein. Der Gorehound wird enttäuscht sein, dass der Film abgesehen von wenigen blutigen Szenen eher eine ruhige Charakterstudie ist und den Actionfreund wird ebenfalls stören, dass die Spannung vom Szenario, anstatt von einer tatsächlichen Bedrohung durch angreifende Infizierte etc. ausgeht. Wer jedoch mal wieder einen Horrorfilm sehen will, dessen Charaktere gut ausgearbeitet sind und zudem Diskussionsstoff über das menschliche Verhalten in Krisensituationen bietet, der ist bei Carriers an der richtigen Adresse.



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