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Lippels Traum

(Lippels Traum, 2009)

Durchschnittliche Redaktionswertung

70%



Inhalt

Im bayrischen Passau lebt der elfjährige Philipp, oder auch Lippel genannt, mit seinem Vater Otto Mattenheim, einem Nobelkoch. Als dieser auf Geschäftsreise fährt, passt die neue Haushälterin Frau Jakob auf Lippel auf. Aber die ist alles andere als kinderfreundlich und so flieht Lippel im Schlaf in eine orientalische Traumwelt. Dort trifft er seinen Vater, Frau Jakob und zwei Klassenkameraden wieder. Gemeinsam erleben sie tolle Abenteuer, verjagen die fieser Frau Jakob und retten den kleinen Straßenhund Muck.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

70%

Geschichten, die in einem Buch spielen, welches als Pforte in eine andere Welt dient, sind nicht gerade neu. Die Mutter dieser Geschichten ist wahrscheinlich Michael Endes Roman, Die unendliche Geschichte, der gleich dreifach verfilmt wurde. Bei Lippels Traum wird sich, wie der Titel vielleicht erahnen lässt, nicht gleich physisch in eine andere Welt transportiert, sondern in Morpheus Armen liegend, hineingeträumt. Eine Geschichte um die Macht der Phantasie, die mit Charme umgesetzt wurde und einem jungen Publikum reichlich Raum und Anreiz für eigene Vorstellungswelten bieten wird.

Bild aus Lippels Traum Philipp (Karl Alexander Seidel), Lippel genannt, ist ein freundlicher, leicht introvertierter, Elfjähriger. Er lebt bei seinem Vater Otto (Moritz Bleibtreu), der ein bekannter und angesehener Nobelkoch ist. Lippel geht es eigentlich ziemlich gut; nur sein fieser Mitschüler Hermann (Marius Weingarten) nervt, der es allmorgendlich mit einer Tannenzapfenattacke auf ihn abgesehen hat und Konrektor Färber (Uwe Ochsenknecht), Hermanns Vater, kümmert das nicht nur wenig, stattdessen maßregelt er Lippel täglich, wenn dieser zu spät zum Unterricht erscheint (eben wegen besagter Tannenzapfenattacke).

Als Otto auf eine Geschäftsreise muss, beschließt er eine Haushälterin einzustellen, die sich während seiner Abwesenheit um den Haushalt und auch um Lippel kümmern soll. Auf den ersten Blick meinen Vater und Sohn, dass es sich bei der Neuen um eine sympathische junge Frau handelt. Kaum ist aber der Vater weg, zeigt Frau Jakob (Anke Engelke) ihr wahres Gesicht und entpuppt sich als echter Drachen, der ein ganz straffes Regiment aufzieht und Lippel kaum mehr Freiheiten lässt. Einziger Trost für ihn ist das Buch Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, das ihm sein Vater geschenkt hat. Lippel schmökert jede Nacht darin, entgleitet in fremde orientalische Welten und erlebt in seiner Phantasie dort viele Abenteuer. Als Frau Jakob ihm das Buch wegnimmt, um ihn zu bestrafen, träumt Lippel einfach die angefangen Geschichten weiter - ohne Buch.

Das ist sicher schon fast jedem Mal passiert - und nicht nur als Kind. Da hält man einen ultraspannenden Schmöker in den Händen, den man kaum weglegen möchte und wenn doch die Äuglein aus Müdigkeit zufallen, geht es im Traum einfach weiter. Manchmal sind die hinzugeträumten Kapitel gar so gut, dass man am liebsten dort weiterlesen würde oder einfach mit dem nächsten Traum an derselben Stelle ansetzen. Nicht mehr, nicht weniger; im Prinzip ist das schon das ganze Motiv hinter dem Film.

Lippel träumt von magischen Welten und baut fein sorgsam Freund und Feind, all seine Lieben und auch die Widerlinge in seine Traumwelten ein. Zwei neue Mitschüler, die als Migrantenkinder aus Marokko nach Deutschland kamen, werden zu Hamide (Amrita Cheema) und Arslan (Steve-Marvin Dwumah), einem königlichen Geschwisterpaar, das durch Hinterlist ihrer bösen Tante vom eigenen Vater aus dem Palast verbannt wurde. Nun sind es Lippels Gefährten. Und wer könnte besser die böse Tante geben, als der "Besen" aus der Realwelt? Natürlich niemand anders als die gestrenge Gouvernante Frau Jakob. Allen Darstellern kommen somit Doppelrollen zu, wobei im Kern nur die Verkleidung wechselt. Die Guten bleiben die Guten und die Bösen führen in Lippels Träumen weiterhin nur Übles im Schilde. Natürlich flüchtet der von der fiesen Haushälterin geknechtete Lippel regelrecht in diese Traumwelt, aber man braucht nicht unbedingt so analytisch an den Film herangehen. Es ist einfach ein schönes klassisches Märchen, das in einer realen Geschichte steckt.

Man darf sich sicherlich darüber streiten, ob das ein Qualitätsmerkmal ist, aber sogar eine ganze Reihe deutscher Stars ließen sich für Lippels Traum gewinnen: Nebst Moritz Bleibtreu, Anke Engelke und Uwe Ochsenknecht, gibt sich auch Christiane Paul die Ehre. Da die Zielgruppe aber ein eindeutig junges Publikum ist, scheint es fraglich, ob die "alte Garde" irgendeinen Erinnerungswert für die Kids haben wird. Bemerkenswert allerdings Anke Engelke als zickig-nervige Oberpedantin. Noch ein paar Auftritte mehr dieser Art, und eine Rolle als weibliches Gegenstück in einer weiteren Staffel von Stromberg mit Christoph Maria Herbst als Bürodespoten wäre ihr sicher.

Für das Gespann aus dem Autoren Paul Maar und dem Produzenten sowie Drehbuchautoren Ulrich Limmer stellt Lippels Traum bereits die vierte Zusammenarbeit nach Das Sams, Sams in Gefahr und Herr Bello dar. Und wieder gelang es ihnen eine vergnügliche Geschichte zu inszenieren. Zwar zieht der Film nicht vollends magisch in seinen Bann und dramaturgisch hängt es zwischendurch etwas; im Vergleich zu Die unendliche Geschichte gibt es eben ständig den Wechsel zwischen Realität und Traum und sicherlich sind die Mittel der Umsetzung auch wesentlich bescheidener gewesen; insgesamt ist es aber eine leicht zugängliche Geschichte mit positiver finaler Wendung und märchentypischem Ausgang geworden, die man Kindern unter zwölf gut ans Herz legen kann.

Keine weitere Wertung


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