Atmosphärisches Beziehungsdrama, das sich zum Vampirfilm weiterentwickelt. Dies tut Durst jedoch nicht so überraschend wie seinerzeit From Dusk Till Dawn. Stattdessen gibt es einen fließenden Übergang, der hauptsächlich durch den Abfall der Hauptfigur von seinen priesterlichen Tugenden bezeichnet wird. Einfühlsames, großes Kino aus Südkorea.
Ein gefährliches Virus grassiert, die Forschung an einem Gegenmittel steckt noch in den Kinderschuhen. Es gibt möglicherweise Heilung, doch der Kandidat für ein neues Medikament hat bis jetzt noch keinem helfen können. Dennoch stellt sich der junge Priester Sang-Hyeon als Testperson zur Verfügung. Tatsächlich überlebt der junge Geistliche als erster Mensch überhaupt den pharmakologischen Test, eine medizinische Sensation.
Nach seiner Heimkehr stellt Sang-Hyeon jedoch fest, dass die Symptome des Virus immer wieder zurückkehren. Das einzige Gegenmittel, so hat er bald herausgefunden, ist das Trinken von menschlichem Blut. Aus dem Priester ist ein Vampir geworden, ein kaum verletzbarer noch dazu.
Im Hause einer Schneiderin, die den Priester noch als kleinen Jungen kennt, lebt die junge Tae-Joo, dereinst von der Familie aufgenommen, mittlerweile aber als Dienstmädchen gehalten. Sie soll mit dem Sohn der Schneiderin, ein Kindheitsfreund des Priesters, verheiratet werden, obwohl die beiden als Halbgeschwister aufgewachsen sind. Entsprechend scharf darauf, aus dem Umfeld auszubrechen, ist Tae-Joo. Ihr gefällt der schmucke Sang-Hyeon viel besser als ihr Halbbruder.
Es kommt, wie es kommen muss: Sang-Hyeon bleibt nicht der einzige Vampir in Südkorea, und jeder von ihnen braucht frisches menschliches Blut. Langsam entwickelt sich die schöne, nachtaktive Vampir-Existenz zu einem Horrorszenario, das nicht mehr lange geheim gehalten werden kann.
Park Chan-Wook (Oldboy) liefert ein atmosphärisches Vampirdrama im exotischen Setting von Südkorea. Die Figuren vermitteln ihre Emotionen und Konflikte sehr intensiv, daher ist das "Mitgehen" vom Publikum vorprogrammiert. Leider ist das Wirework der Szenen, in denen Vampire von Haus zu Haus springen, nicht besonders gut gelungen oder aber auch mit voller Absicht nicht besonders realistisch angelegt. Auch gibt es ein paar skurrile Auftritte eines Toten, der sich als schlechtes Gewissen meldet, was dem Film stilistisch ein klein wenig schadet.
Von der Handlung kann natürlich nicht mehr verraten werden, sonst wäre jegliche überraschende Wendung dahin. Auf jeden Fall ist Durst Pflichtprogramm für Asiaphile und Vampirfreunde, für Fans von Park Chan-Wook oder auch Song Kang-Ho (The Host).