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The Book of Eli

(The Book of Eli, 2010)

Durchschnittliche Redaktionswertung

75%



Inhalt

30 Jahre in der Zukunft. Eine Serie von Kriegen hat die Erde in Trümmer gelegt. Nur wenige haben überlebt, doch sie leben ohne Gesetze in den zerstörten Städten. In dieser Zeit kämpft sich ein Mann namens Eli durch die Welt. Er beschützt ein altes Buch, welches das Wissen enthält, die Menschheit zu retten. Doch sein Weg ist beschwerlich und zudem plant Carnegie, der tyrannische Herrscher einer kleinen Siedlung, das Buch an sich zu reißen.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

75%

Eli wandelt zwar nicht als letzter seiner Art über die Erde, allzu viele Menschen haben den jüngsten Tag aber nicht überlebt. Die Menschheit wurde durch einen globalen Krieg ins Chaos gestürzt. Ohne jegliche Ordnungsstrukturen versucht jeder einfach zu überleben, so gut es geht. Eli hat aber im Gepäck ein altes Buch, das aus dieser Hoffnungslosigkeit den Weg weisen könnte. Noch andere sind aber hinter dem Buch her und ihre Motive sind nicht derart nobel. Fesselnder Endzeit-Thriller mit Western-Ambitionen und transzendenten Aspekten, der den Stilmix gut meistert. Trotz einiger Schwächen in der Tiefe lohnt sich der Gang ins Kino.

Bild aus The Book of Eli Endzeit-(Action-)Triller sind vom ihrem Strickmuster meist nicht gerade überkomplex und haben überdies viel mit klassischen Western gemein. Der zu Recht nicht übermäßig erfolgreiche Postman trieb diese Ähnlichkeit glatt auf die Höhe. Mehr als alles andere, hat aber eine andere Trilogie dieses Genre geprägt: Die Rede ist natürlich von den Mad Max-Movies, deren Fortsetzung oder Neuauflage schon seit vielen Jahren immer wieder im Gespräch ist; mal heißt es mit Mel Gibson und ein anderes Mal wieder ohne. Der aktuelle Stand ist wohl mit Gibson, dessen Karriere nach einigen Exzessen und Skandalen eine Zeitlang auf Eis lag und derzeit einen ordentlichen Schubs gut gebrauchen könnte.

Das Warten bis dahin verkürzt erstmal The Book of Eli. Denzel Washington, der meist irgendwelche Gutmenschen mimt (auch wenn er seinen Oscar für die Darstellung eines korrupten Cops in Training Day erhalten hat), hätte man für solch einen Film nicht zwangsläufig prompt auf der Rechnung. Mag sein, dass Will Smith, der mit I Am Legend bereits diesbezüglich Erfahrungen sammelte und mit dem Sci-Fi-Genre im Allgemeinen gut vertraut ist, gerade verhindert war. Dafür aber ist Washington im Mysterysektor recht gut bewandert, was er mit Filmen wie Dämon oder Deja Vu - Wettlauf gegen die Zeit bereits unter Beweis stellte. Und genau das könnte es sein, das ihn für diese Rolle prädestinierte.

Es ist das Jahr 2044. Vor 30 Jahren löschte ein globaler Krieg nahezu die gesamte Menschheit aus. Seit dieser Zeit wandert Eli (Denzel Washington) durch verwüstete Städte, über menschenleere Highways, und durchquert toxische Landschaften. In seinem Besitz befindet sich ein Buch - das letzte seiner Art. Es hat die Macht, die Reste der Menschheit zu retten oder sie ins tiefste Dunkel zu stürzen. Für Eli ist es die Quelle des Lichts, in den Händen rücksichtsloser Tyrannen aber eine Waffe. Eli hat einen Auftrag und befindet sich auf einer Mission. Eine Stimme hat ihm aufgetragen, dieses Buch an einen Ort im Westen zu bringen und er lässt sich von nichts auf seinem Weg beirren. Sein eigenes Leben ist dabei völlig nebensächlich. Er ist lediglich der Bote und Beschützer des Buches und jeder, der versucht ihn mit Gewalt von seiner Mission abzubringen oder ihm das Buch zu entwenden, bekommt es mit einem unerbittlichen Gegner zu tun.

Trotz offensichtlich metaphysischer Aspekte und dem grundlegenden Mysterytouch, ist die Geschichte in ihrer Grundidee eigentlich ein klassischer Western. Eli ist der prototypische Lonesome Stranger, der durch die Ödnis einem imaginären Ziel entgegenstrebt. Ihm in den Weg stellen sich umherstreifende Banditen, die es hier speziell nicht auf eine Handvoll Dollar abgesehen haben, sondern einen Menschen schon wegen ein paar Stiefel oder wenigen Schlucken unverseuchten Wassers töten würden; sogar, um an etwas Fleisch zu gelangen - ganz gleich von welcher Spezies. Und wie bei vielen guten Western gelangt der einsame Fremde auf seinem Weg in eine gottlose Stadt, beherrscht von einem rücksichtslosen Despoten, der eine kleine Privatarmee befehligt.

Gary Oldman, als skrupelloser und machthungriger Herrscher über ein namenloses Kaff, liefert eine durchweg glaubwürdige Leistung ab. Auf jeden Fall überzeugender als seinerzeit Will Patton als General Bethlehem in Postman. Auch wenn Oldman physisch alles andere als eine beeindruckende Präsenz aufzuweisen hat, ist es seinem schauspielerischen Vermögen zu verdanken, schrägen Bösewichten eine solch gegenwärtige Aura zu verpassen, dass sobald er den Raum betritt, sich das Gefühl einstellt, man wolle unmittelbar reichlich Abstand zwischen sich und diesem Fiesling bringen.

The Book of Eli zeigt sich in allen seinen Facetten als sehr konsequent. Design und visueller Stil wirken apokalyptisch; die Reduzierung in der Farbgebung unterstreicht die Tristesse und Hoffnungslosigkeit dieser Endzeit-Welt; bei der Action wurde alles andere als zimperlich zur Sache gegangen und Denzel Washington gelingt es, seiner Filmfigur Leben einzuhauchen, ohne übertriebenes Pathos einzusetzen, was bei einem Film mit solch eindeutigen religiösen Bezügen wahrscheinlich sonst geradezu einlädt. Sogar die Schlusspointe ist gut gelungen, wurde doch glücklicherweise darauf verzichtet, wie sonst oft üblich, diese halbversteckt zwischendrin anzukündigen.

Besonders religiösen Menschen könnte dieser Film sehr zusagen. Gerade in den USA mit ihrer ausgeprägten evangelikalen Bewegung dürfte diese Endzeit-Vison mit einer "Messiasfigur" wohl genau den Nerv treffen. Aber auch ohne in irgendeiner Form gläubig zu sein, wird man sich gut unterhalten fühlen. Allein schon die Aufopferung und Beharrlichkeit, mit der Eli dieses besondere und letzte Buch seiner Art verteidigt, berührt unweigerlich. Washington gelingt es dabei fließend zwischen fürsorglichem Beschützer und gnadenlosem Bestrafer zu wechseln, was im übertragenen Sinne auch für die Dualität des Buches steht.

Wesentlicher Kritikpunkt hier, dass nur am Rande darauf eingegangen wird, wie sehr religiöse Schriften in den Händen der Falschen Unheil anzurichten vermögen. Diese Ambivalenz hätte wesentlich stärker herausgearbeitet werden können. So verbleibt es bei einer Randnotiz und der Haupttenor liegt auf der Errettung der Menschheit. Typisch amerikanisch, das nicht eingehende zu hinterfragen und auch den Fokus im Wesentlichen auf dieses bestimmte Buch zu legen und andere Quellen in die Geschichte nicht mit einzubeziehen. Zwar liefert das Finale diesbezüglich noch eine versöhnliche Geste, dennoch dürften sich hier andere Glaubensgemeinschaften mitunter auf den Schlips getreten fühlen.

Das heraufbeschworene Szenario einer Welt nach einem globalen Krieg erinnert auch eher an die filmischen Schreckensvisonen der 1980er Jahre, als die Angst vor einem weltweiten Atomkrieg noch groß war. Zwar wird nicht explizit gesagt, dass es sich bei diesem Krieg um einen nuklearen Holocaust handelte, aber der Eindruck entsteht einfach zwangsläufig. Hier wäre dem Film vielleicht mit einem nicht so abgedroschenen und überdies nicht mehr wirklich zeitgemäßen Motiv besser gedient gewesen. Origineller wäre es auf jeden Fall. Ist man aber bereit, diese Punkte in sein Gesamturteil nicht zwingend mit einfließen zu lassen, präsentiert sich The Book of Eli als atmosphärisch dichter und fesselnder Endzeit-Thriller, mit etwas Anspruch und wegen der kompromisslosen Härte auch eher für Erwachsene geeignet.

Keine weitere Wertung


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