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Jennifer's Body

(Jennifer's Body, 2009)

Dt.Start: 05. November 2009 Premiere: 18. September 2009 (USA)
FSK: ab 18 Genre: Komödie, Horror
Länge: 102 min Land: USA
Darsteller: Megan Fox (Jennifer Check), Amanda Seyfried (Needy Lesnicky), Johnny Simmons (Chip Dove), Adam Brody (Nikolai Wolf), J.K. Simmons (Mr. Wroblewski), Amy Sedaris (Toni Lesnicky), Chris Pratt (Officer Roman Duda), Juno Ruddell (Officer Warzak), Kyle Gallner (Colin Gray), Michael Brock (Dennis), Josh Emerson (Jonas Konelle)
Regie: Karyn Kusama
Drehbuch: Diablo Cody


Inhalt

Die hübsche, junge Cheerleaderin Jennifer Check hat eine dunkle Seite. Sie entwickelt sich zu einer kaltblütigen Killerin mit Vorliebe für ihre männlichen Schulkameraden. Ihre Freunde setzen alles daran, den Wahnsinn zu stoppen.
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Kritik

Jennifer's Body hat eine Wertung von 25%
Wer sich auf eine unterhaltsame und blutige Horrorkomödie aus der Feder der Juno-Autorin gefreut hat, dürfte maßlos enttäuscht werden. Trotz bemühter, wenngleich überraschend blutleerer Inszenierung scheitert der Film am Fehlen jeglicher Selbstironie, dem bescheidenen Drehbuch, sowie der Erkenntnis, dass die völlig überforderte Megan Fox keinen Film im Alleingang tragen kann.

Bild aus Jennifer's Body Den Lebensweg von Diablo Cody könnte man selbst fast als ein typisches Hollywoodmärchen bezeichnen. Von der Stripperin zur Oscargewinnerin ist ihre Geschichte, die vergangenes Jahr mit dem Oscargewinn für das Drehbuch zu Juno ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Nun steht ihr nächstes Werk in den Startlöchern und mit den Shootingstars der letzten Jahre Amanda Seyfried (Mamma Mia!) und Megan Fox (Transformers) ausgestattet, dürfte dem weiteren Lauf der Erfolgsgeschichte doch nichts im Wege stehen, oder?

Dass Jennifer und Needy beste Freundinnen sind, will in ihrem Umfeld niemand so wirklich begreifen, denn während Jennifer als heißestes Mädchen der Stadt gilt, fristet Needy ein Dasein als Mauerblümchen. Doch nach einer ereignisreichen Nacht ist nichts mehr wie zuvor, denn plötzlich benimmt sich Jennifer eigenartig, ist des Öfteren blutüberströmt aufzufinden und es häufen sich die mysteriösen Todesfälle in ihrer näheren Umgebung. Als Needy jedoch herausfindet, was mit Jennifer in dieser sagenumwobenen Nacht geschehen ist, wird ihre Freundschaft auf eine harte Zerreisprobe gestellt.

Wer nach dem Lesen der Inhaltsangabe der Meinung ist, ein kleines Deja Vu zu haben, dem sei auf die Sprünge geholfen: Die Geschichte von Jennifer's Body ist in vielen Teilen sehr identisch mit der des kanadischen Horrorfilmes Todes-Date. Gut geklaut ist halb gewonnen, meinte wohl Diablo Cody, doch so toll ihr Drehbuch des Independenthits Juno auch war, so mies ist dieses geraten. Es fehlt nahezu jegliche notwendige Selbstironie, die Dialoge sind, gelinde gesagt, unter aller Sau und viele Szenen wirken wie Lückenfüller, um den Film gerade so auf Spielfilmlaufzeit zu bringen. Ein weiterer Fehlgriff war es einmal mehr das Ende schon zu Beginn vorweg zu nehmen, da dies die Geschichte aller Spannungsmomente beraubt.

Da Karyn Kusama mit ihrem Letzten Werk Aeon Flux schon eine extreme Bauchlandung aufs Parkett gelegt hatte, konnte man nicht erwarten, dass sie hier mit einer gelungenen Inszenierung den Karren aus dem Dreck ziehen würde. Lobenswert ist dennoch, dass sie sich sichtlich von Joss Whedons Serie Buffy - Im Bann der Dämonen hat beeinflussen lassen und somit die richtige Richtung für einen Film wie diesen eingeschlagen hat. Doch auch trotz der Intention und des bisweilen überaus gelungenen Soundtracks: Wenn die Dialoge und der Humor jedoch nichts hergeben, ist auch diese Herangehensweise zum Scheitern verurteilt. Zu unblutig (warum die FSK hier eine 18er Freigabe vergeben hat, ist schleierhaft) ist das Ganze in Szene gesetzt und zu sehr wird versucht, die Hauptdarstellerin möglichst lasziv in die Kamera schauen zu lassen. Letzteres mag am Anfang vielleicht noch gefallen, aber spätestens nach dem zehnten Mal fragt sich der geneigte Zuschauer, ob die Szenen nicht einfach recycelt wurden.

Dass der Film so extrem auf seine Hauptdarstellerin ausgerichtet ist, entwickelt sich schnell zum großen Problem, da Megan Fox nahezu kein schauspielerisches Talent besitzt und somit höchstens optisch einige Akzente setzen kann. Schade nur, dass dabei die eigentlich talentierte Amanda Seyfried darunter leiden muss und ihr kaum eine Möglichkeit zur Entfaltung gegeben wurde. Unterdessen dürfte J.K. Simmons wohl am Set von Juno eine Wette verloren haben, denn anders ist es nicht zu erklären, warum er sich für eine solch überflüssige Nebenrolle hergeben musste.

Wie gut man Teeniehorror zielgruppen- und erwachsenengerecht in Szene setzen kann, hat Joss Whedon mit seiner langjährigen Serie Buffy - Im Bann der Dämonen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ohne ein gutes Drehbuch verpufft dieser Effekt jedoch und wirkt eher wie ein billig zusammengestelltes Konstrukt aus oben genannter Serie und der zweiten offensichtlichen Vorlage Todes-Date. Die Folge war eine verdiente Bruchlandung am amerikanischen Box Office und diese dürfte nach der FSK 18 Freigabe auch in Deutschland so gut wie sicher sein. Man darf also gespannt sein, ob Diablo Cody nicht mit Juno schon ihr Pulver verschossen hat.

von Daniel Licha


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