Informativer, aber leider wenig mitreißender Film über die Grundlagen der Weltraumforschung anhand der Entwicklung der Teleskope von Galileo bis heute. Für Freunde von wissenschaftlichen Filmen sehr empfehlenswert, doch für Filmfans im Allgemeinen ein wenig zu sachlich. Eindeutig eine TV- oder Direct to Video-Produktion, was schade ist: Das Kino hätte gut für das Thema gepasst.
Für den Laien ist ein Teleskop ein besseres Fernrohr: Ein Rohr mit Linsen, mit dem man in den Himmel gucken kann, oder auch der hübschen Frau ein paar Straßen weiter durchs Fenster. Doch in Wirklichkeit sind Teleskope schon längst den Kinderschuhen entwachsen. Ohne den Blick ins All gäbe es nicht nur keine Weltraumforschung, auch das heliozentrische Weltbild nach Kopernikus wäre wohl nie entstanden und hätte die Dogmen-Vorherrschaft der Kirche nie beenden können.
Heute unterscheidet man eine Vielzahl von wissenschaftlichen Gerätschaften unter dem Sammelbegriff Teleskop. Sie alle dienen dazu, Signale aus dem All aufzuzeichnen. Diese reichen vom sichtbaren Licht über Radiowellen, Röntgenstrahlen bis hin zu Neutrinos und Gravitationswellen.
Dieser Film befasst sich mit der Evolution der Teleskope und zeigt die Entwicklungsschritte vom ersten Teleskop Galileo Galileis bis heute, erstreckt sich zu den Segen der Fotografie und der digitalen Datenverarbeitung und wagt einen Ausblick auf die nahe bis mittelfristige Zukunft. Erklärt werden Funktionsprinzipien, Vor- und Nachteile von Weiterentwicklungen und die vielfältigen Gründe dafür, warum dieser Forschungszweig so exklusiv und teuer ist. Doch gerade beim Ausblick auf die Zukunft wird klar, dass die Erforschung des Universums keinesfalls unterbleiben darf: Dass es bei dieser schier unendlichen Masse von Sonnen und vermuteten Exoplaneten kein weiteres intelligentes Leben gibt, ist so gut wie unmöglich.
Der Film ist leider eine eher schlecht budgetierte TV-Produktion für Spartenkanäle, in einem virtuellen Studio von einem wenig markanten Presenter gehostet. Die Musik wiederholt sich ständig und ist nach einer Weile recht penetrant, der ganze Film trägt deutliche Züge eines Imagevideos und weniger die einer Dokumentation. Das ist sehr schade, denn die PR-Mittel der beiden beteiligten Weltraumorganisationen ESA und der IAU hätten sicher für einen überzeugenderen, mitreißenderen Film gereicht, der ja nicht gleich ein Meilenstein wie Contact hätte werden müssen. Dennoch ist Eyes on the Skies ein empfehlenswerter Film über die Grundlagen der Weltraumforschung, den man gesehen haben sollte, zumal die gezeigten Bilder gerade bei voller BluRay-Auflösung gewaltig imponieren dürften.