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Lügen macht erfinderisch(The Invention of Lying, 2009)
| Dt.Start: |
08. Juli 2010
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Premiere: |
14. September 2009 (Toronto Film Festival, Kanada) |
| FSK: |
ab 6
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Genre: |
Komödie |
| Länge: |
100 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Ricky Gervais (Mark), Jennifer Garner (Jennifer), Jason Bateman (Doctor), Jonah Hill (Frank), Tina Fey (Shelley), Rob Lowe (Rob), Christopher Guest (Nathan Goldfrappe), Jeffrey Tambor (Anthony), Jimmi Simpson (Bob), Fionnula Flanagan (Martha), Mike Starr, Edward Norton, Philip Seymour Hoffman |
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Regie:
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Ricky Gervais, Matthew Robinson |
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Drehbuch:
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Ricky Gervais, Matthew Robinson |
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 Inhalt
Eine alternative Realität, in der niemand jemals eine Lüge ausspricht. Menschen von der Straße, Politiker, jeder spricht die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Eine Lüge existiert praktisch nicht. Bis ein Loser namens Mark auftaucht. Er entwickelt die Fähigkeit des Lügens und bemerkt, dass das oftmals viel lukrativer ist. Der Weg zu Ruhm und Reichtum liegt ihm offen, bis alles droht, aus dem Ruder zu laufen. Es gibt jetzt nur noch eins, was er nicht durch eine Lüge erobern kann. Das Herz der Liebe seines Lebens. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniela Panzitta
Die Idee des Films von Ricky Gervais und Matthew Robinson ist äußerst vielversprechend. In einer Welt, in der den Menschen die Fähigkeit fehlt, Lügen zu erfinden, kann so einiges an Gesellschaftskritik und Witz untergebracht werden. Leider haben sich die Macher aber nicht die Mühe gegeben, wirklich eine Welt zu erdenken, in der noch nie jemand die Unwahrheit erzählt hat und in der keine Fantasie existiert, die man zum Lügen benötigen würde. Stattdessen wird schlichtweg unsere "normale" Welt hergenommen und mit Charakteren besiedelt, die nicht Lügen können und somit offenbar jeden Gedanken aussprechen, der ihnen durch den Kopf geht. Dies wirkt teils derart konstruiert und nicht durchdacht, dass kaum ein Witz richtig zünden und man den Charakteren nicht wirklich etwas abgewinnen kann. Schade eigentlich, die Grundidee hätte deutlich mehr Potential gehabt.
Kritik
von Daniel Licha
In seinem Regiedebüt zeigt uns Stromberg-Erfinder Ricky Gervais eine Parallelwelt, in der das Lügen noch nicht erfunden wurde und welche Macht ein Mann bekommen kann, wenn er mit seiner ersten Lüge das Fass ins Rollen bringt. Auch wenn der Geschichte gegen Ende etwas die Luft ausgeht, schuf Gervais hier ein aberwitziges und vor allen Dingen innovatives Szenario, das gerade in Sachen Gesellschaftskritik punkten kann und dank seiner sympathischen Charaktere den Zuschauer zu jeder Sekunde auf seiner Seite hat.
Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie eine Welt aussehen würde, in der die Lüge nicht erfunden worden ist und man angehalten ist, zu allen erdenklichen Themen, Meinungen etc. die Wahrheit zu sagen? Kultkomiker Ricky Gervais, Gründer der britischen Serie The Office und damit gleichzeitig auch Strombergs geistiger Vater, zeigt uns in der von ihm geschaffenen Parallelwelt, was die erste Lüge der Menschheit für weitreichende Folgen haben kann.
Der Drehbuchautor Mark Bellison hat es nicht leicht: Sein letztes Drehbuch kam nicht gut bei seinem Boss an und auch das Blind Date mit der hübschen Anna könnte schlechter nicht laufen: Sie findet ihn durchaus nett, aber wegen seines Übergewichts gleichermaßen unattraktiv und befürchtet deshalb, auch dicke Kinder zu bekommen. Dies erfährt Mark direkt aus ihrem Munde, lebt er doch in einer Welt, in der bislang nicht eine Lüge ausgesprochen wurde. Als er jedoch seinen Job verliert, bringt er in seiner Verzweiflung die erste Lüge der Menschheitsgeschichte über seine Lippen. Da sein Umfeld natürlich keinerlei Ahnung hat, was eine Lüge ist, wird von nun an alles was er sagt für bare Münze gehalten.
Gerade zu Beginn versteht es Gervais auf herrliche Art und Weise zu beschreiben, wie eine Welt ohne Lügen aussehen würde. Dabei ist er sehr direkt, parodiert das menschliche Verhalten und spätestens wenn die Marketingindustrie mit ihren herrlichen Werbeslogans ihr Fett weg kriegt, hat Gervais den Zuschauer auf seiner Seite. Damit das Ganze für den Zuschauer nicht zu ermüdend wirkt, wird in der zweiten Hälfte der Fokus auf den Dramapart gelegt, der sich als gute Ergänzung zum bisher gezeigten Szenario entpuppt und dank seiner liebenswürdigen Charaktere, trotz seines recht einfachen Strickmusters überzeugen kann. Zwar erreicht Lügen macht erfinderisch in diesen Momenten nicht ganz das Niveau der aberwitzigen ersten Hälfte, bringt die Geschichte jedoch ohne größeren qualitativen Abfall glaubwürdig ins Ziel.
In Sachen Regie hält sich Ricky Gervais bei seinem Debüt merklich zurück. Sieht man von den visuellen Unterschieden zwischen unserer Welt und dem von Gervais geschaffenen Universum ab, bietet der Film nur wenig inszenatorische Höhepunkte. Dennoch weiß er damit seine innovative Geschichte, wie auch die Darsteller in den Vordergrund zu stellen. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist die aus seinen Serien gewohnte treffende Musikuntermalung, mit der er die jeweilige Stimmungslage des Filmes noch unterstützen kann.
Wie in den meisten seiner Geschichten übernahm Gervais auch hier die Hauptrolle und spielt dabei seinen typischen Charakter ohne große Mühe runter, wobei er auch erstmals in den emotionalen Momenten sein Talent unter Beweis stellen darf. Die weiteren Darsteller werden dagegen durch die Bank zu Stichwortgebern degradiert und haben kaum große Möglichkeiten sich zu profilieren. Dennoch stört das nicht weiter, ist doch nahezu jeder Charakter, so klein seine Rolle noch sein mag, mit namhaften Darstellern wie Jason Bateman, Edward Norton, Tina Fey, Philip Seymour Hoffman oder gar Freeks and Geeks-Star Michael Starr besetzt.
Wer dachte, dass bei einer so tollen Idee schnell die Puste ausgehen dürfte und der Film sein Niveau nicht über die komplette Spielzeit halten zu können vermag, hat sicherlich nicht unrecht. Dennoch schien Gervais dies selbst erkannt zu haben und spann in der zweiten Hälfte mit dem Wechsel hin zum Drama einen gelungenen Abschluss für einen zu Beginn aberwitzigen Film, der zudem eine der essentiellsten Fragen des Lebens beantworten kann: Wie ist Gott eigentlich entstanden?  Weitere interessante Filme
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