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A Hole in my Heart

(Ett hål i mitt hjärta, 2004)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 10. September 2004 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: ab 18 Genre: Drama
Länge: 98 min Land: Schweden
Darsteller: Thorsten Flinck (Rickard), Björn Almroth (Eric), Sanna Bråding (Tess), Goran Marjanovic (Geko)
Regie: Lukas Moodysson
Drehbuch: Lukas Moodysson


Inhalt

Rickard ist der Inbegriff eines Versagers. Seit dem Tot seiner Frau hasst ihn sein Sohn und die meiste Zeit hängt er mit seinem Kumpel Geko in der vedreckten Wohnung ab. Sie zocken, labern Blödsinn und schlagen sich die Zeit um die Ohren. Mit Tess drehen die beiden regelmäßig Amateurpornos und geben sich ihren sexuellen Exzessen hin. Doch keiner der WG-Genossen scheint wirklich in der Lage zu sein, der Trost - und Sinnlosigkeit seines alltäglichen Lebens etwas entgegensetzen zu können.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

A Hole in my Heart hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 17%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
A Hole in my Heart hat eine Wertung von 17%
Der schwedische Regisseur Lukas Moodysson wollte offensichtlich einen anspruchsvollen Experimentalfilm drehen, der seinen Zuschauer sprachlos und nachdenklich zurücklassen soll. Tatsächlich ist das Ergebnis dieser Bemühungen ein ekelerregend hässliches Machwerk, das die Welt wirklich nicht gebraucht hätte. Gut, die Darsteller sind auf ihre Weise authentisch und soweit wie möglich überzeugend, aber das allein rettet den "Film" nicht. Auch wenn Moodysson sonst vielleicht sein Handwerk beherrscht, A Hole in my Heart ist ein pseudointellektueller Nonsens, der seinen Zuschauern Müll als intelligente Kunst verkauft.

Bild aus A Hole in my Heart Zwei kopulierende Barbiepuppen sind zu sehen. Dazwischen sind Szenen aus einer Schamlippenoperation geschnitten. Eine irgendwie schon noch einigermaßen sexuell ansprechende Tussi wird von zwei ekligen Typen penetriert und dabei gefilmt. Die beiden Typen stehen nackt in der Küche und trinken eine Cola. Einer der Typen hat einen Sohn. Dieser Sohn ist ein arg depressiver Loser, mit einer entstellten Hand, beschissenem Musikgeschmack und möchtegernphilosophischen Ansichten von der Welt. Die beiden nackt in der Küche stehenden Typen haben latent homosexuelle Neigungen, die gesamte Familiensituation wirkt assozial und krank. In wackligen Handkamerabildern wird der Zuschauer Zeuge eines Geschehens, von dem er nicht Zeuge werden will. Das Ganze erinnert absichtlich an Big Brother. Die Optik und der Erzählstil ähneln einer unkommentierten Dokumentation, bei der die Protagonisten zwischenzeitlich zu Wort kommen und dem Zuschauer Teile ihrer Gedankenwelt offenbaren.

Ist das das Konzept für einen guten Film? Sind dies Bilder eines guten Filmes? Warum eigentlich nicht? Im Grunde genommen hätte man aus dem Grundgedanken von A Hole in my Heart etwas machen können, hat man aber nicht. Von vielen Kritikern wird A Hole in my Heart als hochinteressantes, provokantes sozialkritisches Meisterwerk gesehen. Von mir und wahrscheinlich auch sehr vielen anderen Freunden des bewegten Bildes nicht.

Zwar erkennt man mit ein wenig gutem Willen die angeblich intelligenten, zugegebener Maßen tatsächlich durchdachten Motive des Filmes, doch ändert das wenig daran, dass er elendig langweilig und überflüssig ist. Sicherlich kann man, wenn man will und nichts weiter zu tun hat, diesen Film bis ins unendliche interpretieren und sich von ihm zum Nachdenken anregen lassen, doch die Erkenntnisse, die man dabei erlangt, werden keine Neuen sein. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie viel Beachtung er diesem sicherlich kontroverseren aber kaum guten Werk zukommen lassen will. Meiner Meinung nach braucht es aber schon eine gehörige Portion Unverfrorenheit, dem Zuschauer einen derartigen Mist als intellektuelles Gut vorzusetzen und sich dann darauf zu verlassen, dass der eigene Film kontrovers diskutiert wird.

A Hole in my Heart ist ein Sozialdrama, das sich auf wenige Personen konzentriert, eine Charakterstudie, die gleichzeitig ein Mikrokosmos der Gesellschaft darstellen soll. Die Körperlichkeit unserer Gesellschaft, die von künstlich ästhetischen Bildern aus Pornografie, Fernsehen und Promiwahn gestaltet wurde, wird hier in seiner verheerenden Wirkung gezeigt und mit der unästhetischen, widerlichen Realität konfrontiert. Aber trotz sicherlich interessanter Ansätze bleibt das Gesamtwerk mehr als fraglich. Beispielsweise lässt sich über die Tiefsinnigkeit, zu peinlicher Plastik-Pop-90er-Dancefloormucke auf einem BMX durch seine Wohnung zu fahren, sicher streiten oder eben auch nicht.

Die Pornos, die die beiden männlichen Protagonisten mit ihrer abgewrackten Junkie-Techno-Bulimie-Nutte Tess drehen, werden immer absurder und gewalttätiger. Hier nimmt der Film offensichtlich auch Stellung zur immer härter werdenden Pornografie und will gleichzeitig den Zuschauer angreifen, denn nicht nur der Urheber, sondern auch der Zuschauer ist Täter, eben als Konsument. Problem dabei ist nur, dass man als Zuschauer nicht der reinen Gewaltgeilheit wegen auf eine Eskalation im Film hofft, sondern sich zum Einen einen Ausweg aus der bis dahin mit aller Gewalt aufgebauten Langeweile verschaffen will und einem zum Anderen die Charaktere allesamt derartig unsympathisch sind, dass man sich für jeden von ihnen einen möglichst grausamen Tod wünscht.

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er Geld und Zeit in A Hole in my Heart investieren will. Wer auf Pornografie und abartige Schweinereien aus ist, wird ebenso enttäuscht, wie jeder, der hier Kunst und Tiefsinn erwartet. Am besten beraten ist man also, wenn man den Film im Händlerregal stehen lässt oder noch besser rausnimmt und darunter versteckt, damit ihn niemand kauft.



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