MovieMaze-Home
NewsFilmeChartsStarsTrailerWallpaperPosterForumSpecialsSuche
filmarchivaktuell im kinovier wochen vorschaucoming soonpodcastsuche

  
 Poster zu Status Yo! vergrößern

Film-Seite zu Status Yo!
Poster zu Status Yo!
Offizielle Seite
PDF zu Status Yo!

Status Yo!

(Status Yo!, 2004)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 04. November 2004 (Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 118 min Land: Deutschland
Darsteller: Amon (Amon), Bülent (Bülent), Selda Kaya (Yesim), Thomas Bartholomäus Müller (Neo-Nazi), Saession (Saession), Selda (Yesim), Storm (Storm), Vern (Vern), Victor (Victor), Yanneq (Yanneq)
Regie: Till Hastreiter
Drehbuch: Till Hastreiter


Inhalt

Rapper Yaneq will innerhalb von 24 Stunden die größte Jam Berlins organisieren. Sässion, auch Rapper, hat Stress ganz anderer Art, er hat Ärger mit ein paar Geldeintreibern und außerdem hat es auch noch der aggressive Bruder seiner Freundin auf ihn abgesehen. Sera Finale, ebenfalls Rapper, verliert seinen Job, seine Wohnung und auch sonst läuft alles suboptimal. Vern, der selbsternannte Manager der Breaker 5 Amox, versucht seine Jungs in einem professionellen Popvideo unterzubringen. Der Dj Jan lebt allein mit seiner Mutter in einer kleinen Wohnung, kennt seinen Vater nicht und ist.
Shopping-Box
DVDs zu Status Yo! Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Status Yo! Poster & Merchandise
zum Film
Status Yo! bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Status Yo! bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film


Kritik

Status Yo! hat eine Wertung von 53%
Der Versuch, Status Yo als Episodenfilm zu inszenieren, ging leider ziemlich schief. Die lose, ohne einen glaubhaft nachvollziehbaren roten Faden zusammengefügten Geschichten haben zwar hier und da ein paar sehr konstruiertre Anknüpfpunkte, wollen aber insgesamt einfach keinen schlüssigen Film ergeben. Zudem konnten sich die Macher nicht von etlichen überflüssigen und zu langen Szenen trennen, sodass der Film viel zu lang ist. Auf rein filmischer Ebene stimmt neben dieser kleinen Auswahl an Kritikpunkten bei Status Yo eine Menge nicht. Allein der sehr eigene Charme und einige sehr witzige und einfallsreiche Szenen retten ihn ins Mittelmaß. Leider hauptsächlich für Deutschrapfans interessantes aber sehr sympathisches Kino. Hip-Hop-Hasser können die Wertung getrost halbieren.

Bild aus Status Yo! Als ich 2004 mit allein zwei Kumpels bei Status Yo im ansonsten leeren Kino saß, waren wir von diesem Film begeistert. Wir hatten unser Becks auf die Baggys gestellt und unterhielten uns vor Beginn des Filmes darüber, dass wir alle die zehnte Klasse ziemlich verkackt hatten. Der Film hat uns wirklich Spaß gemacht und ich konnte es kaum erwarten bis die DVD erschien. Nun habe ich mir die DVD noch einmal zu Gemüte geführt und weiß nicht so recht warum mir dieser Film so ans Herz gewachsen war.

Status Yo versuchte sich noch vor Wholetrain daran, ein Stück deutsche HipHop-Kultur ins Kino zu bringen. Doch im Gegensatz zu seinem später folgenden Kollegen beschäftigt sich Status Yo nicht hauptsächlich mit Graffiti, sondern mit allen vier Elementen des Hip Hop. Wir haben hier also einen Sprayer, einen DJ, ein paar Breaker und natürlich eine Hand voll Rapper, die alle in mehr oder weniger gut ausgearbeiteten, aber nie wirklich erfüllenden Episoden ihre Probleme haben und im Großen und Ganzen alle irgendwie was miteinander zu tun haben.

Wer mit Hip Hop nichts anfangen kann, der wird mit Status Yo nicht viel Saß haben, denn auf filmischer Ebene will das Gesamtkonzept einfach nicht funktionieren. Ganz oberflächlich betrachtet ist die Optik des Films recht bescheiden. Man wird ab und an das Gefühl nicht los, dass der Kameramann nicht so ganz Herr seines Werkzeuges war und besonders in den Nachtaufnahmen sieht das Bild recht amateurhaft aus. Zu Gute halten muss man dem Film natürlich, dass er eine absolute Low-Budget-Produktion ist und die Optikprobleme zumindest bei Dunkelheit eher der Kamera beziehungsweise dem Licht zuzuschreiben sind und vielleicht gerade hier gespart werden musste. Aber im fertigen Film fragt eben keiner mehr danach. Am Ende auch egal, denn auch in der Postproduktion lief nicht alles perfekt. Abgesehen davon, dass das hier oft angewandte Jump Cutting nicht immer Sinn macht und manche Szenen unnötig zerhackt, hätte man beim Schnitt ruhig etwas großzügiger zur Schere greifen können. Zwei Stunden sind viel, aber auch wirklich viel zu lang. Es hätte dem Film sehr gut getan, ihn auf 80 Minuten zu kürzen und sich stattdessen den ein oder anderen Handlungsstrang zu sparen. Ein weiteres Manko sind die Darsteller. Auch wenn die Rapper authentischer kaum sein könnten, können sie in ihren Rollen kaum überzeugen. Sobald sich eine Figur mit der Story entwickeln soll, merkt man den Darstellern oft ihren Mangel an Schauspieltalent an. Eine große Ausnahme bei allem ist Sera Finale, der nicht nur der beste Rapper im Film ist, sondern auch die mit abstand größte Leinwandpräsenz hat. Etwas zusammengeschustert wirken leider auch die Gastauftritte von Christian Ulmen (Maria, ihm schmeckt's nicht!), Piranha und MOR-Rapper Fuat, der sich in einer recht merkwürdigen Szene über die Vorteile äußert, als Türke in Deutschland zu leben.

Am Ende wird man bei dem ganzen Storykauderwelsch das Gefühl nicht los, dass es zu Status Yo nicht wirklich ein Drehbuch gab. Dies macht sich vor allem bei den Dialogen bemerkbar, die offensichtlich größtenteils improvisiert wurden, was leider im fertigen Film nicht immer funktionieren will. Der Regisseur Till Hastreiter soll diesen pseudodokumentarischen Stil zwar beabsichtigt haben, leider schleicht sich mit den oft ziellosen, naturrealistischen Dialogen aber auch gähnende Langeweile ein. Ein weiteres Indiz für die schwache Vorbereitung der Geschichte ist, dass bei den meisten Charakteren auffällige Fehlen von nachvollziehbaren Charakterentwicklungen, einer spannenden Dramaturgie und vor allem, dass es allen Figuren, außer vielleicht der von Sera Finale verkörperten, an Tiefe fehlt.

Der musikalische Teil schwankt zwischen ziemlich genial und unterem Deutschrapdurchschnitt. Haarsträubend ist allerdings, dass im letzten Viertel noch völlig unpassend ein Videoclip eingefügt wurde, der nicht nur das bisschen Story, was es bis dahin gab, zerpflückt, sondern auch wie das Ende anmutet, obwohl der Film noch beinahe eine halbe Stunde geht. Der Track an sich ist schon ganz okay, wenn Piranha nicht auch noch die Hookline rappen würde.

Bevor ich jetzt aber gar kein gutes Haar an diesem Film lasse, sei erwähnt, dass es einige wirklich gute und vor allem witzige Szenen gibt, die für viele Schwächen entschädigen. Der Film hat definitiv seine Daseinsberechtigung und ist insgesamt auch nicht wirklich schlecht. Man hätte nur eben so vieles besser machen können und müssen. Wenn man sich Status Yo ansieht braucht man auf jeden Fall ein gesteigertes Interesse am (deutschen) Hip Hop, ein paar Kumpels, denen es auch so geht, und ganz viel Bier. Alle die diese Vorraussetzungen nicht haben, werden wahrscheinlich mit Status Yo nicht wirklich glücklich.

von Markus Müller


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
8 Mile
Dt. Start: 02. Jan 2003
Vorschlag entfernen
Notorious B.I.G.
Dt. Start: 26. März 2009
Vorschlag entfernen
Wholetrain
Dt. Start: 05. Okt 2006
Vorschlag entfernen
 

© 2010 MovieMaze.de