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Disneys Eine Weihnachtsgeschichte

(A Christmas Carol, 2009)

Durchschnittliche Redaktionswertung

55%



Inhalt

Ebenezer Scrooge ist ein eiskalter, geiziger Geschäftsmann. Auch das anstehende Weihnachtsfest ist für ihn eher eine Qual. Doch an Heiligabend erscheint ihm sein alter, bereits verstorbener Freund Marley und prophezeit ihm eine schreckliche Zukunft, wenn er weiterlebt wie bisher. In der darauf folgenden Nacht wird Scrooge von dem Geist der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufgesucht und mit seinem herzlosen Verhalten und dessen Folgen konfrontiert.

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Disneys Eine Weihnachtsgeschichte

Kritik

von Markus Ostertag

Wertung Kritik

55%

Charles Dickens hat mit seinem Buch Eine Weihnachtsgeschichte 1843 eine der beliebtesten Erzählungen auf den Markt gebracht. Seither gab es unzählige Verfilmungen, teils originalgetreu, teils wurde lediglich der Grundgedanke in eine neue Umgebung verpflanzt. Doch immer erkennt man die beliebte Geschichte auf den ersten Blick. Nun versucht sich auch Robert Zemeckis an einer Umsetzung des berühmten Stoffes. Mit Hilfe des Perfomance Capture Verfahrens nimmt er sich alle Freiheit, die er braucht, um die alte Geschichte so bildgewaltig und -lastig darzustellen, wie er sie sich vorstellt. Er schafft damit einen netten, gut gemachten Film, der vor allem in 3D ansprechende Szenen bereit hält. Leider gelingt es ihm aber nicht, das gewisse Etwas aus der Geschichte heraus zu holen und dem Zuschauer einen Mehrwert zu bieten, weshalb er sich auch nur in die Liste der zahllosen Verfilmungen einreiht, aber nicht sonderlich hervorsticht. Die Tatsache, dass er für Kinder unter 12 Jahren kaum geeignet ist, kann ihm auch nur negativ angelastet werden.

Bild aus Disneys Eine Weihnachtsgeschichte Die Geschichte des fiesen Ebenezer Scrooge kennt wohl jedes Kind. Meist gar nicht in der Buchform von Charles Dickens selbst, sondern in irgendeiner verfilmten Variante. So konnten sich Kinder bereits mit der Muppets Weihnachtsgeschichte oder auch einer Inszenierung mit Mickey Mouse vergnügen, während Erwachsene die Grundidee in Filmen wie Die Geister, die ich rief mit Bill Murray oder erst kürzlich in einer etwas anderen Version bei Der Womanizer mit Matthew McConaughey wiederfinden. Das Motiv der Geister der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erweist sich jeweils als hilfreich, um den Protagonisten zum Umdenken zu bringen. Die Geschichte kennt jeder, welchen Grund gibt es also, diese ein weiteres Mal zu verfilmen?

Die Inszenierung von Robert Zemeckis beschreitet hierbei keine neuen Wege, sondern besinnt sich wieder stärker auf die Ausgangsversion. Einziger Unterschied zu den bereits bestehenden Verfilmungen ist die Art und Weise, wie Zemeckis dies umsetzt.

Wie bereits bei Der Polarexpress setzt der Regisseur erneut auf Perfomance Capture. Diese Technik stellt eine Weiterentwicklung des Motion Capture Verfahrens dar und ermöglicht es, nicht nur Bewegungen der Schauspieler sondern auch deren Mimik einzufangen. So wurde beispielsweise das Wesen Gollum in der Herr der Ringe-Trilogie zum Leben erweckt, oder die Geschichte von Beowulf erzählt. Diese Technologie ermöglicht es, den gesamten Film nach den Vorstellungen des Regisseurs entstehen zu lassen, da man dank Computertechnik auf keinerlei Grenzen stößt.

Auf diese Weise konnte Zemeckis Disneys Eine Weihnachtsgeschichte so "visuell und bildgewaltig" inszenieren, wie er sie sich vorgestellt hatte. Dass der Film in 3D in die entsprechenden Kinos gebracht wird, spielt ihm hierbei zusätzlich in die Karten. Diese Bildlastigkeit ist auf der einen Seite beeindruckend und mitreißend, verliert aber relativ schnell an Faszination und Unterhaltungswert. Während man in der Anfangssequenz durch die Straßen der kleinen Stadt fliegt und von den verschiedenen Weihnachtseindrücken und -vorbereitungen mitgerissen wird, stellt sich bald Langeweile ein, da jede weitere Flugeinlage oder derartiges nur noch wie ein Mittel zum Zweck wirkt. Hier wurde eindeutig zu viel mit den Möglichkeiten der Computeranimation und der 3D-Technik gespielt, was den Spaß deutlich trübt und die Erzählung ausbremst. Gerade bei solch einer Geschichte, die bereits hinreichend bekannt ist, wäre es wichtiger gewesen, den Zuschauer mit Neuigkeiten oder einer dichten Inszenierung bei Laune zu halten. Die 3D-Technik alleine, sofern der Zuschauer überhaupt die Möglichkeit hat, den Film in dieser Version zu sehen, ist nach Bolt, Oben und all den anderen Filmen, die bislang in 3D zu sehen gewesen sind, nicht mehr beeindruckend genug, um einen gesamten Film zu tragen. Hier hätte man sich ein bisschen mehr Neuerung erhofft.

Viel Gewicht wird auch auf den Auftritt von Jim Carrey gelegt, der bereits groß auf dem Filmplakat erwähnt wird. Kein Wunder, ist er doch gleich in mehreren Rollen zu sehen, wobei man ihn nicht in allen erkennt. So spielt er zum Einen Ebenezer Scrooge in allen Altersstufen, zum Anderen die drei Geister der Weihnacht. Carrey ist neben seinem komödiantischen Talent vor allem für seine unnachahmliche Mimik bekannt und beliebt. So verkörperte er beispielsweise Ace Ventura und lieh Der Maske sein unheimlich bewegliches Gesicht. Auch als Der Grinch begeisterte er und stellte bereits dort sein Talent als Weihnachtsmuffel unter Beweis. Seine unnachahmliche Art kommt ihm auch diesmal zu Gute. So entfremdet er auch als Ebenezer Scrooge aussehen mag, erkennt man ihn dennoch an seinem markanten Spiel. Das kommt dem ganzen sehr zu Gute, da man ansonsten jeglichen Wiedererkennungswert verloren hätte. Dass Carrey auch die drei Geister verkörpert ist allerdings eher nebensächlich, da man ihn nur als Geist der Gegenwart ansatzweise wiedererkennt. Bei allen anderen Darstellern, wie Colin Firth oder Gary Oldman hat man schon größere Probleme, sie zu erkennen.

Im Großen und Ganzen ist die Interpretation der Weihnachtsgeschichte von Robert Zemeckis ein qualitativ gut gemachter Film mit einigen optischen Highlights, schafft es aber nicht, sich aus der breiten Masse der Verfilmungen dieser Geschichte hervorzuheben. Ein weiteres Manko ist die Tauglichkeit als Familienfilm. Gerade Kinder könnten von den tollen 3D Effekten noch begeistert und beeindruckt werden, dürften den Film aber ziemlich gruselig finden. Die Altersfreigabe ist auf ab 12 festgelegt und sollte definitiv ernst genommen werden. Unter 10 Jahren dürfte der Film wohl kaum geeignet sein, da gerade die Geister durchaus schaurig dargestellt sind. Vor allem der Geist der Zukunft, der als Schattenwesen in Form des Todes in Erscheinung tritt und mit einem gruseligen Pferdewagen hinter Scrooge herjagt, dürfte kleinere Kinder ängstigen. Da stellt sich unweigerlich die Frage nach der Zielgruppe, die wohl nur die Macher selbst beantworten können.

Ein weiterer Punkt, der für Unverständnis sorgt, ist der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Das richtige Timing ist auf dem Filmmarkt heutzutage Gold wert. Die clevere Platzierung eines Filmes kann, ungeachtet seiner Qualität, bereits im Vorraus über Sieg oder Niederlage entscheiden, allein aufgrund der Umgebungsparameter. Da drängt sich im Falle von Disneys Eine Weihnachtsgeschichte unweigerlich die Frage auf, wieso man einen typischen Weihnachtsfilm bereits Anfang November in die Kinos bringt? Will das Publikum jetzt, da noch nicht einmal die Adventszeit begonnen hat und Weihnachten doch noch in einiger Ferne liegt, bereits eine Weihnachtsgeschichte im Kino sehen? Natürlich wird man auch von diversen Supermarktketten und Kaufhäusern bereits mit Weihnachtsartikeln aller Art bombardiert, aber will man dies auch im Kino haben? Diese Frage muss sich wohl jeder selbst beantworten.

Keine weitere Wertung


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Dt. Start: 25. Nov 2004
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