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Gesetz der Rache

(Law Abiding Citizen, 2009)

Dt.Start: 19. November 2009
DVD: 20. Mai 2010
Premiere: 16. Oktober 2009 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Thriller
Länge: 109 min Land: USA
Darsteller: Gerard Butler (Clyde Shelton), Leslie Bibb (Sarah Lowell), Jamie Foxx (Nick Rice), Bruce McGill (Jonas Cantrell), Colm Meaney (Detective Dunnigan), Regina Hall (Kelly Rice), Christian Stolte (Clarence Darby), Josh Stewart (Rupert Ames), Gregory Itzin (Warden Iger), Dan Bittner (Sereno), Richard Portnow (Bill Reynolds), Annie Corley (Judge Burch)
Regie: F. Gary Gray
Drehbuch: Kurt Wimmer


Inhalt

Clyde Sheltons Frau und Tochter werden bei einem Einbruch getötet, er selbst überlebt schwer verletzt. Danach den Halt im Leben wiederzufinden, fällt ihm mehr als schwer. Erst als der Killer und seine Komplizen gefasst werden, gibt es einen Funken Hoffnung auf Heilung. Doch der Staatsanwalt Nick Rice wird von seinem Vorgesetzten unter Druck gesetzt und macht einen Deal mit der Verteidigung. Der Mörder kommt dadurch bald frei. Für Clyde bricht erneut die Welt zusammen, doch diesmal würde er nicht tatenlos zusehen. Also nimmt er die Dinge selbst in die Hand.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Gesetz der Rache hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 67%
Kurzkritik
von Markus Müller
Wertung von 61 für Gesetz der Rache

Auch wenn Gesetz der Rache durch seinen hohen Unterhaltungswert und den gut aufspielenden Gerard Butler glänzt, ist es besonders das vollkommen übertriebene und im höchsten Maße unglaubwürdige Drehbuch, dass den Film bremst. Es ist schon fast unverschämt, was für Blödsinn dem Zuschauer hier im Bezug auf die Fähigkeiten des Protagonisten und Ausführung und Planung seines Rachefeldzugs glaubhaft gemacht werden soll. Desweiteren ist die Kritik am amerikanischen Rechtssystem zwar durchaus berechtigt, die Methoden des "Rächers%u201D dagegen vorzugehen sind jedoch reichlich absurd und von vornherein absolut offensichtlich weder vertretbar noch zielführend. Natürlich soll sein Handeln den Zuschauer nachdenklich stimmen und Diskussionen anregen wie weit man für eine scheinbar "gute%u201D Sache gehen kann, allerdings bewegt sich der Film recht schnell auf eine Ebene unsinnigen Tötens über die nicht mehr diskutiert werden muss. Mehr Subtilität hätte Gesetz der Rache in diesem Zusammenhang gut getan um den eigenen hohen Ansprüchen zu genügen. Wenn man ein Auge zu drückt, bleibt trotz allem ein spannender, unterhaltsamer Film, aber auch nicht mehr.

Kritik

von Julian Reischl
Gesetz der Rache hat eine Wertung von 72%
Eben kein Rache-Actionkracher nach Art von The Punisher, sondern ein nachdenklich stimmendes Gesellschaftsdrama mit einem ziemlichen Anteil an berechtigter Systemkritik, angereichert mit mächtig Action. Action- und Thrillerfans kommen natürlich auf ihre Kosten, aber nicht ganz so, wie es die reinen Vertreter dieser Genres ermöglichen. Wer dahingegen aber sanfte Zwischentöne wie in The International sucht, könnte hier richtig sein.

Bild aus Gesetz der Rache Ein einfacher Einbruch ist alles, was es braucht, um Clydes Leben völlig aus der Bahn zu bringen. Denn die skrupellosen Einbrecher haben es nicht nur auf Wertsachen abgesehen, nein, sie töten auch gleich die ganze Familie. Nur Clyde nicht, der überlebt schwer verletzt. Der Familienvater, der mitansehen musste, wie seiner Frau und seiner kleinen Tochter das Leben genommen wurde, ist schwerst traumatisiert. Als die Polizei die Täter ausfindig macht und festnimmt, scheint ein kleiner Lichtblick gekommen. Doch von jeder noch so drakonischen Strafe wird Clydes Familie auch nicht wieder lebendig. Umso schlimmer, dass der eigentliche Täter aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen freikommt, und nur der Mitläufer hingerichtet werden soll. Clyde sieht rot, und zwar nicht nur gegen den noch lebenden, freien Täter, sondern auch gegen die Justizmaschinerie, die diese Art Händel erst ermöglicht.

Der Kampf eines Einzelnen gegen das System ist schon oft thematisiert worden, sei es in Running Man, dem diesbezüglich erstaunlich feinfühligen Rambo, Flucht ins 23. Jahrhundert, THX 1138, Das China-Syndrom, Soylent Green oder auch der Matrix. Nicht selten sind diese Filme wuchtige Kracher, in denen sich Opfer in Racheengel wandeln und völlig neue Qualitäten an sich entdecken. Und am Schluss siegt natürlich immer die Gerechtigkeit.

Dies ist hier auch so, nur geht dieser Film dabei ein paar ungewöhnliche Wege. Zum einen kritisiert der Film ganz eindeutig die amerikanische Plutokratie, in der die Reichen deutlich mehr zu melden haben als die restlichen, eigentlich ja gleichwertigen Menschen. Zum anderen aber hinterfragt der Film die Motivation seiner Hauptfigur. Denn Clyde mag zwar irgendwo recht haben, wenn er Vergeltung für die Ermordung seiner Familie fordert, doch stellt sich recht bald die Frage, wie weit man wirklich gehen darf und ob die Angelegenheit noch gerecht ist.

Es dürfte interessant sein, zu welchen Stellen im Film sich die Vorstellungen der Zuschauer zu unterscheiden beginnen. Das gesamte Publikum startet mit demselben Rachedurst für das Verbrechen, doch je weiter Clyde mit seiner (sinnfälligen) Aktion fortschreitet, desto mehr Leute beginnen sich mit einem "Jetzt ist's aber genug"-Gefühl abzuspalten. Der harte Kern sieht sich schließlich mit einer nicht uninteressanten Auflösung (und einem Spiegel) konfrontiert, die aber jeden Zuschauer gleichermaßen angeht.

Leider hat dieser Film das nicht ganz triviale Problem, einen ungeschickt gewählten deutschen Filmtitel verpasst bekommen zu haben. Der Originaltitel des Films lautet Law Abiding Citizen, was soviel wie "Gesetzestreuer Bürger" heißt. Dieser Titel bringt die komplette Motivation von Clyde, nämlich seine berechtigte Kritik am System, ebenso auf den Punkt wie den Rahmen für seine weitere Vorgehensweise im Film: Immer schön gesetzestreu. Der deutsche Titel dahingegen lässt den Film aussehen wie einen Spaghettiwestern, in dem knallharte Cowboys sich ohne ersichtlichen Grund ein Blutbad liefern. Die zweite Ebene des Titels, nämlich der Subtext hinter den Racheakten, geht leider völlig unter.

Leider muss hinzugefügt werden, dass Gesetz der Rache ein sehr verwobenes Spiel zwischen zwei Seiten (die eben nicht eindeutig als gut oder böse identifiziert werden können) ist. Nicht immer ist klar, wer wie empfindet. Das mag zwar realitätsnah sein, doch der Zuschauer straft dies gänzlich unwissend, denn es gibt keine eindeutige Seite, auf die er sich schlagen kann. Diesen Effekt weiß der Originaltitel im Vorfeld abzumindern, der deutsche schürt dahingegen die Testosteron-Erwartungshaltung. Umso herber ist die Enttäuschung, dass sich unter all der Action eigentlich ein Drama verbirgt.



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