Die Verfilmung der ersten drei Bände von Darren Shans beliebter Vampirbuchreihe darf als gelungen bezeichnet werden. Die düstere Atmosphäre wird durchbrochen vom Humor der Hauptfiguren, aber auch den sich anbahnenden Konflikten unter den Vampiren. Eine gut erzählte, gut gespielte Alternative zur Twilight-Reihe, die sich durch ganz eigene Qualitäten auszeichnet.
Die Freunde Darren und Steve nehmen trotz des ausdrücklichen Verbots ihres Lehrers an einer mitternächtlichen, einmaligen Sondervorführung des Cirque du Freak teil, einer Freakshow, wie sie seit Jahrzehnten weltweit geächtet ist. Während Darren hauptsächlich von der rotblauen Giftspinne Madame Octa fasziniert ist, meint Steve, ein Fan von Vampirliteratur, in ihrem Besitzer Larten Crepsley einen echten Vampir wiederzuerkennen.
Tatsächlich handelt es sich bei Crepsley um einen echten Vampir, und Steve bettelt geradezu darum, von ihm auch in einen Vampir verwandelt zu werden. Doch diese Ehre kommt Darren zuteil, denn nach einigen typischen Teenager-Fehlentscheidungen muss dieser bei Crepsley um ein Gegengift gegen den Biss von Madame Octa bitten, um Steves Leben zu retten. Crepsley stimmt zu, aber nur, wenn Darren sein persönlicher Assistent in Form eines Halbvampirs wird.
So gerät Darren in den Genuss, beim Mitternachtszirkus leben zu können, während Steve vor Neid zu platzen droht. Kein Wunder also, dass Steve das Angebot einer verfeindeten Gruppe, den Vampyren, annimmt und eben dort seinem Traum nachgeht. Das Problem: Vampire lassen ihre menschlichen Opfer am Leben, Vampyre nicht. Diese neue Lebensrichtung hat Crepsley zusammen mit seinem Freund Gavner Purl ins Leben gerufen (nicht unähnlich den Reformationsbemühungen Martin Luthers gegen die Katholische Kirche).
Schon bald eskaliert der Konflikt zwischen den vampirischen (bzw. vampyrischen) Neuzugängen Darren und Steve gewaltig und droht die gesamte Blutsaugergemeinde in einen Krieg zu ziehen. Nutznießer aus dieser Sache wäre hauptsächlich Mr. Tiny, der ganz eigene Mächte in die Waagschale dieser Auseinandersetzung zu werfen vermag.
Mit der Verfilmung der ersten drei Bücher von Darren Shans beliebter Vampirserie geht der Traum einer großen Leserschaft in Erfüllung. Nicht nur Vampirfans im Allgemeinen, sondern gerade die Freunde dieser eher makaberen Vampirwelt werden ihre Freude an Mitternachtszirkus haben. Dies liegt hauptsächlich darin begründet, dass die fantasievolle Welt die Vampir-Grundregeln und -eigenschaften nicht so eklatant verletzt wie es die Twilight-Serie tut.
Zwar verwandelt sich auch hier niemand in eine Fledermaus oder weicht vor Knoblauch, dem Kruzifix oder dem Sonnenlicht zurück, doch spricht die Atmosphäre des Films den mit klassischen Vampiren aufgewachsenen Zuschauer viel stärker an als die Konkurrenz. Abgesehen davon macht John C. Reilly eine fantastische Figur als Larten Crepsley, denn der mit einem überaus ausdrucksstarken Gesicht gesegnete Schauspieler legt umso mehr Wert auf gekonntes Schauspiel als nur sein gutes Aussehen.
Die düster-staubige Atmosphäre des Films und ihre baldige Wandlung in die bunte, nächtliche Welt des Zirkuslagers (mit weiterhin genug düsteren Untertönen) ist perfekt geeignet, um den Zuschauer in die mysteriöse Welt der Vampire zu entführen. Dazu kommt das gelungene Drehbuch, das sicherlich von der Buchvorlage abweicht, aber dennoch eine schlüssige, nachvollziehbare und vor allem eingängige Geschichte erzählt. Ganz klar: Der Zuschauer verlangt nach mehr.
Ein empfehlenswerter, fantasievoller Vampirfilm mit schönen Effekten, einer glaubhaften Geschichte, nachvollziehbaren Schicksalen, einer guten Prise Humor und guter Musik. Frei von Blutbädern, daher im Rahmen der Freigabe geeignet für die ganze Familie.