Herrlich skurrile Hippie-Militärkomödie mit einem Körnchen Wahrheit und einer Extraportion blühender Fantasie hervorragender Drehbuchschreiber. Ein traumhafter Cast ist sich für fast keine Schandtat zu schade, doch wird stets ein gewisses Mindestniveau nicht unterschritten. Leider ist der Film aufgrund seiner Absurdität nicht unbedingt für die breite Masse geeignet und wird so wohl nur ein Nischenpublikum beglücken können.
Was wäre, wenn es tatsächlich übernatürliche Fähigkeiten gäbe? Was, wenn man sich tatsächlich irgendwohin teleportieren könnte, und gleich wieder weg? In die Zukunft blicken? Oder Gedankenlesen, man könnte nie wieder angelogen werden. Keine Frage, ein Land, das über einige von solchen Supermännern (oder Superfrauen) verfügt, wäre unbesiegbar und hätte die Geschicke der Welt im Griff. Der nackte Wahnsinn.
Um solche Phänomene eingehend zu erforschen, richtet die US Armee eine entsprechende Abteilung ein, aber erst, nachdem sich Bill Django, der Initiator des Projekts, im offiziellen Forschungsauftrag jahrelang bei voller Besoldung und Dauerbeurlaubung in diversen Hippiekommunen das Hirn weggekifft hat. Wieder zurück, lehrt Bill die vielversprechenden Rekruten, was er so gelernt und erfahren hat am Busen von Mutter Natur.
Viele Jahre später wird Kleinstadtreporter Bob Wilton auf diese skurrile Geschichte aufmerksam, und begibt sich, motiviert durch eine selbstmörderische Depression wegen einer Trennung, mitten in den Irakkrieg, um eine Spur zu verfolgen. Er trifft auf Lyn Cassady, einst Mitglied dieser illustren Spezialeinheit, und begleitet ihn ins Krisengebiet. Es kommt zu Konflikten, und zwar nicht wenigen.
Angeblich ausgelöst durch das Gerücht, in der Sowjetischen Armee gäbe es eine Spezialeinheit von Paranormalen, die mit Blicken töten könnten, wurde in den USA tatsächlich das "First Earth Batallion Manual" geschrieben, ein Vorschlag für eine neue Armee, deren Organisation den Idealen der New-Age-Bewegung folgen sollte. Später erforschte der britische Journalist Jon Ronson diese irrwitzige Geschichte (selbst wiederum inspiriert durch eine TV-Dokumentation zum Thema) und brachte 2004 das gleichnamige Sachbuch "The Men Who Stare at Goats" heraus.
Der vorliegende Film greift Aspekte des Sachbuchs auf und verknüpft diese mit einer rein fiktiven Handlung. Das Genre der Wahl ist die Satire, die einzig mögliche Variante, sich überhaupt ernsthaft mit diesem Thema auseinanderzusetzen. So erhält die Figur des Reporters Bob stellvertretend für den Zuschauer Eintritt in die skurrile Welt der New-Age-Armee, zumindest, wie sie hätte sein können.
Der Film ist absolut witzig, und zwar auf eine absurde Weise, die nah an die Erzähltechnik der Coen-Brüder heranreicht. Die Geschichte des frisch verlassenen Liebhabers, der in geradezu selbstmörderischer Absicht in den Irak reist, bildet das Gerüst, an dem die Rückblenden, die Reporter Bob nach und nach als Fakten erfährt, aufgehängt sind. Natürlich ist der aktuelle Amerikanische Albtraum, eine Entführung durch Iraker, Teil der Geschichte, zum Showdown kommt es in einer Kaserne und garantiert Lachtränen, wie sie sich die Macher von Sgt. Bilko immer gewünscht haben.
Das Zusammenspiel von George Clooney und Ewan McGregor ist schlicht perfekt, die Kirsche auf dem Sahnehäubchen der Torte ist ein Jedi-Witz, der Ewan McGregor nicht nur einmal fast zum unfreiwilligen Lachen bringt. Jeff Bridges als Bill Django ist die Idealbesetzung für den jungen sowie den gealterten Militär-Hippie, und Kevin Spacey als böser Gegenspieler beweist einmal mehr, dass er einer der besten Schauspieler der Gegenwart ist.