Solide Komödie über unerfahrene Väter und umtriebige Kinder, gekonnt geschrieben und routiniert inszeniert. Leider nicht herausragend wie andere Vertreter seines Genres, doch durchwegs unterhaltsam und geeignet für die ganze Familie. Besonders schön ist es, Robin Williams wieder einmal in so einer Rolle zu sehen, diese Art Konflikt ist ihm wie auf den Leib geschrieben.
Dan und Charlie kleben zusammen wie ein altes Ehepaar. Als Geschäftspartner haben sie vor Urzeiten eine Sportmarketingagentur eröffnet und zum Erfolg geführt. Nun sind die beiden große Player in diesem Bereich und Chefs über nicht wenige Angestellte. Zur Zeit steht ein Multimillionen-Dollar-Deal mit Japan an, nichts darf schiefgehen, denn die zu erwartende Summe bedeutet für Dan und Charlie den garantierten Aufstieg in die absolute Oberliga des Marketings.
Doch neben den Japanern klopft auch noch jemand anders an die Tür: Vicki taucht plötzlich auf, eine hübsche Frau, mit der Dan vor Jahren einmal ein Techtelmechtel in Miami hatte. Im Schlepptau hat sie ihre Kinder, die Zwillinge Emily und Zach. Diese sind, für Dan gänzlich neu, das Ergebnis der besagten heißen Nacht in Miami. Während Dan die plötzliche Erkenntnis seiner siebenjährigen Vaterschaft noch ins Bewusstsein sickert, lässt Vicki schon die nächste Bombe platzen: Da sie als Umweltaktivistin bei einer Aktion gegen geltendes Recht verstoßen hat, wurde sie zu zwei kurzen Wochen Gefängnis verurteilt.
So findet sich Dan mir-nichts, dir-nichts mit zwei (eigenen) Kindern wieder, der völlig unerfahrene Vater ist natürlich aus dem Stand völlig überfordert. Charlie, der sich aus der freundschaftlichen Verantwortung stehlen will, kann gerade noch zurückgehalten werden, und so versuchen die beiden Marketing-Asse sich als väterliches Pärchen für Emily und Zach. Dass der Japan-Deal natürlich durch Kindeshand bedroht ist, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden.
Man nehme zwei alternde Hollywoodstars, bringe sie in eine lächerliche Lage und in deren Folge in lauter einzelne, noch lächerlichere Einzelsituationen. Wie eine Motto-Sketchparade läuft der Film nun fast wie von alleine, man muss nur noch einen übergeordneten Spannungsbogen hinzudichten.
Was aus Kritikersicht der x-te Aufguss von Kindergarten Cop, Der Kindergarten Daddy, Drei Männer und ein Baby und einer ganzen Videothekenabteilung ähnlicher Schmonzetten ist, zeigt sich bei individueller Betrachtung dann doch als recht unterhaltsam. Robin Williams ist wie für diese Rolle geschaffen (siehe bereits Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen), während John Travolta als schmieriger Geschäftstyp leider eher wie ein Klinkenputzer für Scientology wirkt. Ob gerade trotz oder wegen seines gewinnenden Lächelns, sei dahingestellt.
Doch die beiden Stars geben sich gewaltig Mühe, und auch die Rollen der Kinder sind recht realitätsnah angelegt und gut besetzt. Der Konflikt zwischen Karriere und Vaterschaft ist natürlich nichts neues, auch wenn hier die Bezüge zu Japan etwas exotischen Flair in die Szenerie bringen.
Geradezu sensationell lustig ist der Einbruch von Dan, Charlie und einem ihrer Angestellten in den Zoo, wo sie sich von Gehege zu Gehege hangeln, um einen Kindergeburtstag zu erreichen. Auch gibt es eine Menge anderer Details, die den Zuschauer erfreuen, denn Old Dogs - Daddy oder Deal ist weder schlecht geschrieben noch schlecht gespielt. Er ist lediglich einmal mehr ein Film aus diesem "plötzlich Vater"-Genre. Unter diesen aber, wie gesagt, kein schlechter.