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Moon

(Moon, 2009)

Dt.Start: 15. Juli 2010 Premiere: 23. Januar 2009 (Sundance Film Festival, USA)
FSK: ab 12 Genre: Sci-Fi, Thriller
Länge: 96 min Land: UK
Darsteller: Sam Rockwell (Sam Bell), Kevin Spacey (GERTY), Matt Berry (Overmeyers), Dominique McElligott (Tess Bell), Kaya Scodelario (Eve Bell), Malcolm Stewart (The Technician), Benedict Wong (Thompson)
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Duncan Jones, Nathan Parker


Inhalt

Die Energiegewinnung auf der Erde wird immer schwieriger. Da kommt es sehr gelegen, dass Lunar Industries eine Möglichkeit gefunden hat, durch den Abbau von Helium-3 auf dem Mond die Energieversorgung sicher zu stellen. Der Vorteil ist, die ganze Station auf dem Mond kann nur durch eine einzige Person betrieben werden. Aktuell ist dies Sam Bell. Er steht kurz vor dem Ende seines dreijährigen Aufenthalts und freut sich bereits auf die Rückkehr zur Erde und zu seiner Familie. Doch aufgrund eines unvorhergesehenen Zwischenfalls kommt alles anders, als geplant.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Moon hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 74%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Markus Müller
Moon hat eine Wertung von 74%
Moon ist leises, sanftphilosophisches Science-Fiction Kino, das seit langem einmal wieder zeigt, dass das Genre mehr sein kann, als kostenintensive Effekthascherei und Alienhorror. Sehr offensichtlich ist der Film von Kubricks 2001 - Odyssee im Weltraum und Tarkovskys Solaris inspiriert und greift oftmals derart auffällig auf diese Vorbilder zurück, dass man sich ab und an ein wenig mehr Eigenständigkeit, aber auch, besonders ab der Mitte des Films mehr Spannung wünschen könnte. Denn letztlich sind es einige Längen und dramaturgische Defizite, die Moon trotz sehr guter Ansätze ein wenig schwächeln lassen.

Bild aus Moon Für sein Erstlingswerk konnte Duncan Jones, der ganz nebenbei auch der Sohn von David Bowie ist, gleich einige prominente Namen gewinnen. So ist in der einzigen menschlichen Hauptrolle Sam Rockwell (Tricks) zu sehen und Kevin Spacey (Sieben) als Roboter GERTY zu hören. Wer gehofft hat, Spacey als Darsteller auch körperlich zu sehen, wird also enttäuscht werden. Eine Entschädigung ist dafür jedoch das fantastische Spiel Rockwells, der den Film praktisch im Alleingang trägt und eine durchweg überzeugende Leistung bietet. Ein weiterer großer Name ist sicherlich Clint Mansell. Mit einem Soundtrack des vor allem durch seine Kompositionen zu Requiem for a Dream zu Berühmtheit gelangten britischen Filmkomponisten, kann in diesem Punkt eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Der Score zu Moon in höchstem Maße stimmig und atmosphärisch, auch wenn Musik insgesamt recht sparsam eingesetzt wurde.

Optisch pendelt Moon zwischen streckenweise beeindruckend und sehr tröge. Besonders die Einstellungen, in denen man das gigantische Mondfahrzeug sieht, sind wirklich bildgewaltig. Ansonsten spielt sich der größte Teil der Handlung in der kargen Raumstation ab. Auch wenn die wenigen Ausflüge nach draußen auf die Mondoberfläche dies auflockern und so noch intensiver und beeindruckender wirken, ist es eben diese gähnende Leere in der Raumstation, die auch auf den Zuschauer eine gewisse Langeweile ausstrahlt, welche zwar zum Teil der Atmosphäre dient, das Publikum jedoch ermüdet. Insgesamt fällt aber besonders ab der Mitte des Films die Spannung immer mehr ab. Wirklich neue, unvorhersehbare Entwicklungen gibt es hier kaum noch und ein Spannungsbogen im eigentlichen Sinne ist auch bestenfalls noch rudimentär vorhanden. Wer 2001 - Odyssee im Weltraum in keinem Augenblick langatmig fand, wird dies vielleicht überstehen, viele werden jedoch das ein oder andere Mal spüren, wie sie ein Gefühl extraterrestrischer Langeweile überkommt. Das Problem ist einfach, das Jones viel zu früh die Katze aus dem Sack lässt und es dann aber leider verpasst, dem ganzen noch eins drauf zu setzen und auch der feine, leise Humor der ersten halben Stunde verschwindet völlig, was dann sehr schade ist, hätte man doch dem Film so eine ganz individuelle Note geben können.

Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Wer die Vorbilder von Moon kennt, wird jedoch ohnehin ein ums andere Mal ein Deja-Vu erleben. Duncan Jones zitiert zum Teil übermäßig und schuf gewissermaßen eine Art "Teil-Remake" mit starker individueller Note. Ein sehr auffälliges Element ist beispielsweise der Bordcomputer GERTY. Wer Kubricks 2001 - Odyssee im Weltraum kennt, wird sich durch GERTY automatisch an HAL 9000 erinnert fühlen. Doch statt einem unheimlichen, bedrohlichen roten Auge hat GERTY einen Smilie auf dem Display, was sich als überaus cleverer Zug erweist, schließlich kann so die Maschine, die im Grunde genommen der einzige Protagonist neben Sam ist, auch wortlos Emotionen zeigen und wird so beinahe zu einer Art vollwertigem Darsteller. Als Zuschauer lauscht man den Dialogen zwischen Mensch und Maschine mit eben der Selbstverständlichkeit, mit der man auch zwei menschliche Figuren betrachten würde. So wird das Verhältnis zwischen Sam und GERTY, der für ihn streckenweise die einzige "Bezugsperson" darstellt, verständlich.

Es ist manchmal ein schmaler Grad zwischen offensichtlicher Inspiration und Zitaten und Ideenklau. Doch Jones schafft es geschickt, durch die intelligente Umsetzung und Neuinterpretation altbekannter Elemente und Handlungsverläufe einen interessanten Film zu erschaffen, der leider aber streckenweise aufgrund dramaturgischer Schwächen etwas ermüdend ist. Dennoch, für Science-Fiction-Fans ist Moon sicherlich ein Highlight, für alle Anderen immer noch sehenswert.



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