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Philadelphia

(Philadelphia, 1993)

Dt.Start: 24. Februar 1994 Premiere: 23. Dezember 1993 (USA)
FSK: nicht bekannt Genre: Drama
Länge: 125 min Land: USA
Darsteller: Tom Hanks (Andrew Beckett), Denzel Washington (Joe Miller), Roberta Maxwell (Richter Tate), Jason Robards (Charles Wheeler), Karen Finley (Dr. Gillman), Charles Glenn (Kenneth Killcoyne), Ron Vawter (Bob Seidman), Anna Deavere Smith (Anthea Burton), Stephanie Roth Haberle (Rachel Smilow), Lisa Talerico (Shelby), Joanne Woodward (Sarah Beckett)
Regie: Jonathan Demme
Drehbuch: Ron Nyswaner


Inhalt

Nachdem der Anwalt Andrew Beckett angeblich die Akte eines wichtigen Falles verschlampt haben soll, wird er von seinem Chef und langjährigen Förderer gefeuert. Doch der wahre Grund ist ein anderer: Andrew ist homosexuell und mit dem HI-Virus infiziert. Er beginnt für sein Recht zu kämpfen und findet schließlich in Joe Miller juristischen Beistand. Der Prozess weitet sich zu einem großen Ereignis aus, dessen Ausgang von großer Tragweite ist: Sollte sich das Gericht gegen Andrew aussprechen, wäre dies eine Niederlage für die Menschenrechte, welche die Gleichbehandlung aller Menschen vorsehen.
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Kritik

Philadelphia hat eine Wertung von 90%
Als Philadelphia 1993 erschien, löste der Film mit seiner Thematik um AIDS-Kranke und Homosexuelle eine große Kontroverse aus. Vor allem rückständige Anhänger christlicher Organisationen kritisierten den Film scharf. Auch heutzutage ist Homosexualität für viel zu viele Menschen noch ein Tabuthema. In einigen Ländern steht darauf sogar die Todesstrafe. Angesichts solch schrecklicher Fakten ist der Film auch heute noch topaktuell. Tom Hanks (Illuminati) brilliert in der Hauptrolle und feierte als homosexueller Anwalt Andrew Beckett seinen Durchbruch.

Bild aus Philadelphia Andrew Beckett (Tom Hanks) ist ein talentierter ehrgeiziger Junganwalt, dem eine große Karriere in einer bedeutenden Anwaltskanzlei bevorsteht. Seine Vorgesetzten halten große Stücke auf ihn und planen, ihn zum Teilhaber zu machen. Als Andrews Homosexualität und AIDS-Erkrankung bekannt werden, wollen ihn seine einstigen Förderer loswerden und hängen ihm an, die Akte eines wichtigen Falles verschlampt zu haben. Andrew wird gefeuert. Doch er ist ein Kämpfer und will die Kanzlei verklagen. Auf der Suche nach juristischem Beistand trifft er auf Ablehnung, so auch bei Joe Miller, der sich aber schließlich doch dazu entschließt, Andrew vor Gericht zu vertreten. Es kommt zu einem Medienereignis von enormer Tragweite. Nicht nur das Recht Andrews steht auf dem Spiel, sondern auch die Menschenrechte, die jedem Menschen Gleichberechtigung versprechen.

Ausgrenzung und sogar Verfolgung von Homosexuellen ist leider auch heute noch eine traurige Wahrheit. Vor allem Anhänger diverser Religionen berufen sich auf völlig irrsinnige Überzeugungen, die selbst vor dem Tod nicht halt machen. Selbst in vermeintlich fortschrittlichen Staaten, wie den USA, ist die Diskriminierung noch längst nicht vorbei. Der Film zeigt diesen tragischen Fakt auf berührende Art und Weise. Wenn Protagonist Andrew Beckett beispielsweise von einem Anwalt zum nächsten rennt, um Unterstützung für seinen Kampf um seine Rechte zu bekommen und stets abgewiesen wird, er, untermalt vom genialen Oscar prämierten Bruce Springsteen-Song "Streets of Philadelphia", dann wieder einmal abgewiesen wird und sich mit verzweifelt nachdenklichem Blick, den Tränen nahe, umschaut, entsteht eine intensive, emotional aufgeladene Atmosphäre. Eine der großen Stärken des Films.

Ein weiterer Pluspunkt für den Film sind die Darsteller, allen voran natürlich Tom Hanks (Illuminati, Der Soldat James Ryan, Forrest Gump) in der Rolle des AIDS-kranken homosexuellen Anwalts Andrew Beckett. Für Hanks sollte diese Rolle seinen ersten Oscar als bester Hauptdarsteller bedeuten und das völlig zu recht. Die freundlich offene Art des Anwalts, den Ehrgeiz und das Talent, aber auch die sensiblen, traurigen und zutiefst berührenden Momente, stellt der Hollywoodstar jederzeit überzeugend dar. Eine der nach wie vor besten Leistungen von einem der herausragendsten Schauspieler Hollywoods. Die zweite große Rolle ging an einen weiteren Oscar-Preisträger: Denzel Washington (Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3, American Gangster, Training Day) als Joe Miller, Andrews juristischem Mitstreiter. Die Entwicklung vom zunächst selbst homophoben Menschen zum liberal-denkenden Unterstützer nimmt man ihm jederzeit ab. In weiteren Rollen überzeugen außerdem Antonio Banderas (Irgendwann in Mexico) als Andrew Becketts Freund, Roberta Maxwell (Brokeback Mountain) als Richterin, sowie Jason Robards (Magnolia) als Andrews ehemaliger Vorgesetzter.

Fazit: Der wohl meist diskutierte Film der frühen 1990er über ein nach wie vor aktuelles Thema: Homosexualität. Selbst im 21. Jahrhundert gilt sie unter vielen als Tabuthema. Philadelphia zeigt deutlich und einfühlsam, wie tragisch diese Diskriminierung sein kann, doch gleichzeitig schürt der Film Hoffnung. Hoffnung, dass sich mehr Menschen endlich bewusst werden, dass Homosexualität ebenso natürlich ist, wie Heterosexualität. Bereits Sigmund Freud erkannte, dass im Grunde jeder Mensch bisexuell ist, die homosexuelle Seite von vielen aber, aufgrund gesellschaftlicher Zwänge und Tabus, leider unterdrückt wird. Ein intensiver, nachdenklich stimmender Film über den Irrsinn gesellschaftlicher Ansichten, die auch in heutigen Zeiten oftmals rückständig menschenverachtend und -verletzend sind. Brilliant gespieltes und emotional in Szene gesetztes Drama, das Tom Hanks zum Weltstar machte.

von Alexander Börste


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