"Back to the roots" wäre wohl die Kurzkritik im Twitter-Format für Küss den Frosch. Denn nicht nur, dass man bei Disney wieder zurück zum echten Zeichentrick findet und den Computer einstauben lässt. Auch die Story des Filmes basiert auf dem Märchen des "Froschkönigs", welches allerdings nicht nur ein wenig der aktuellen Zeit angepasst, sondern teilweise komplett umgeschrieben wurde. Insgesamt präsentiert sich der Streifen äußerst klassisch und damit für anspruchsvolle Kinogänger von heute eventuell etwas altbacken.
"Weihnachtszeit ist Disney-Zeit!" Natürlich sind vor allem die Familienfilme über die stillen Tage ein Zuschauermagnet und deswegen steht dieses Jahr neben Disneys Eine Weihnachtsgeschichte auch Küss den Frosch auf dem Plan. Dabei ist Letzterer natürlich auf das jüngste Publikum ausgelegt und erfreut mit handgezeichneten Charakteren im Stile der Disney-Klassiker wie zum Beispiel Der König der Löwen.
Tiana und Charlotte sind von Kind an beste Freundinnen und leben dennoch komplett unterschiedliche Leben. Charlotte genießt den Luxus, den sie ihrem Vater zu verdanken hat und Tiana schuftet und rackert sich ab, um sich endlich den Traum zu erfüllen, den sie mit ihrem verstorbenen Vater gemein hat: Ein eigenes Restaurant! Als dann ein Prinz in die Stadt kommt, auf den Charlotte ein Auge geworfen hat, geht alles drunter und drüber und der mittlerweile zum Frosch verzauberte Prinz bringt auch Tiana in diese "tierische Lage". So beginnt eine Reise, die sich um Zauber, Hoffnung, Liebe und Leben dreht!
Dass das zugrundliegende - und allseits bekannte - Märchen "Der Froschkönig" abgewandelt wird, machte schon der Trailer vor einigen Monaten klar. Dass letztlich aber nicht viel von dem Märchen übrig bleibt, war vorab nicht deutlich. Das tut dem Film zwar keinen Abbruch, sorgt aber eventuell für Verstimmung, wenn man sich eine gewisse Erwartungshaltung aufgebaut hat. Diese sollte man bei Küss den Frosch aber grundsätzlich nicht haben, denn dann kann man nur enttäuscht werden. Natürlich ist der Zeichenstil im Zuge der Klassiker und damit für Liebhaber, aber ob das für heutige Leinwände noch zeitgemäß ist, darf bezweifelt werden.
Die Geschichte selbst präsentiert sich gerade für kleine Kinder an manchmal Stellen vermutlich etwas zu brutal, denn neben dunklen Mächten, grausamen Schatten gibt es auch den Tod zu verkraften. Das könnte durchaus für ein paar schlaflose Nächte sorgen - unverständlich warum man hier nicht sowohl optisch als auch inhaltlich ein wenig kindgerechter gearbeitet hat. Vor allem da es problemlos möglich gewesen wäre.
Nichtsdestotrotz überzeugt das klassische Konzept von Küss den Frosch zumindest die Fans auf jeden Fall. "Wer Disney will, bekommt Disney" umschreibt es wohl ganz gut, wenn man mit einer seichten Story leben kann. Das optische Rad wird dabei natürlich nicht neu erfunden und knüpft an die alten Filme direkt an. Wem das gefällt, der wird sicherlich zumindest optisch seinen Spaß haben, ob Küss den Frosch aber insgesamt so erfolgreich wird, wie viele der anderen Disney-Klassiker darf bezweifelt werden, denn dazu fehlt es ihm einfach an Substanz und Nachhaltigkeit.