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Up In the Air

(Up In the Air, 2009)

Durchschnittliche Redaktionswertung

77%



Inhalt

Ryan Bingham ist Motivationslehrer im Business-Bereich. Da er an Firmen verliehen wird, um schlechte Nachrichten zu überbringen, ist er ein ausgesprochener Vielflieger. Dabei häuft er eine Menge Bonusmeilen an. Das Sammeln dieser ist für Ryan zu einer wahren Leidenschaft geworden, sein Ziel: Die Zehn-Millionen-Marke knacken und "Meilenkönig" werden. Doch bis dahin ist es noch eine lange Reise, auf der er zunächst mit Natalie eine Partnerin an die Seite gestellt bekommt und schließlich ganz auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wird.

Kritik

von Julian Reischl

Wertung Kritik

82%

Hintergründiges und vielschichtiges Gesellschaftsdrama, das auf vielen Ebenen angesiedelt ist und auf allen hervorragend funktioniert. Die Zahnräder dieses Kunstwerks greifen nahtlos ineinander, ein Musterbeispiel für gekonnte Dramaturgie. Ganz nebenbei auch noch gewaltig unterhaltsam und zugleich zum Nachdenken anregend, was in der aktuellen Wirtschaftskrise mehr als angebracht ist.

Bild aus Up In the Air Ryan reist viel. Genaugenommen besteht darin sogar sein Job. Denn Ryan, ein sympathisches Exemplar der Gattung vertrauenserweckender, souveräner Geschäftsmann, arbeitet für ein Unternehmen, das für andere Unternehmen die Kastanien aus dem Feuer holt. Immer wenn reihenweise Leute zu entlassen sind, kommt Ryan oder einer seiner Kollegen und führt die Menschen, die gerade ihre Existenzgrundlage verlieren, an der Hand in die diversen Auffanggesellschaften oder vermittelt ihnen die Vorteile ihrer Abfindungspakete.

Ryan liebt die Freiheit seines Jobs und lebt sehr gut mit den vielen Reisen. Er ist zwar auch kein Fan von Leid anderer Leute, doch ist er fest überzeugt, auch in den schlimmsten Zeiten noch den stärksten Schmerz von seinem Gegenüber zu nehmen. Wo unfähige Vorgesetzte völlig versagen, helfen Ryans "Soft Skills" allen Beteiligten, den Schmerz zu lindern - und so vielleicht sogar manchen Amoklauf zu vermeiden.

Problematisch wird es, als in Ryans Firma die junge Natalie anfängt. Frisch von der Uni und voller Ideen, schlägt sie vor, eine Menge Kosten zu sparen, indem man die Leute per Videokonferenz feuert, anstatt jedesmal persönlich vor Ort zu fliegen. Was auf dem Papier sofort einen Sinn ergibt, stellt Ryans Welt jedoch völlig auf den Kopf. Nicht nur will er keinesfalls sesshaft werden, auch ist das Entlassen von Menschen per Videokonferenz trotz aller finanzieller Vorteile schlichtweg erniedrigend. Sowas tut man einfach nicht. Da dies die auf Kosteneffektivität getrimmte, offensichtlich lebensunerfahrene Natalie nicht wahrhaben will, wird beschlossen, dass Natalie Ryan auf seiner nächsten Tour begleiten soll, um seine Seite des Geschäfts näher kennenzulernen. Und was für ein Augenöffner diese Reise wird!

Das Fliegen und Reisen spielt in diesem Film eigentlich nur eine sehr untergeordnete Rolle. Tatsächlicher Kern der Sache ist natürlich die Frage, wie viel echte zwischenmenschliche Kontakte in einer zunehmend vernetzten Welt noch nötig sind. Dieser Frage begegnet Regisseur Jason Reitman (Juno) auf mehreren Ebenen. Da ist zum Beispiel die Geschichte von Ryan und der attraktiven Alex, und wie sie sich auf verschiedenen Flughäfen immer wieder begegnen, und natürlich die Entwicklung der Natalie, die sich ihre universitären Theorie-Hörner abstoßen muss. Auf weiteren Ebenen wird Ryans Leben und die Beziehung zu seiner Familie behandelt. Allem voran steht natürlich die ethische Frage, ob man Menschen wirklich per Videochat ihrer Existenz berauben kann.

Der vielschichtige Film ist zwar ein Drama, aber ein unterhaltsames und vor allem kurzweiliges. George Clooney ist definitiv die Idealbesetzung für den souveränen und vertrauenswürdigen, aber dann doch aalglatten Geschäftstypen, der es auch in Zeiten der höchsten Krisen noch schafft, Motivation beim Gegenüber aufzubauen. Sein ganz persönliches menschliches Drama, das sich über den Film fast unbemerkt aufbaut, dreht die ganze Angelegenheit im Moment der Erkenntnis um 180 Grad und löst nicht nur bei Ryan ein Aha-Erlebnis aus.

Großes Kino für Liebhaber tiefgründiger Unterhaltung ohne oberflächliches Schenkelklopfen, absolut geeignet für Pärchen, aber auch jede andere Art der sozialen Gruppierung. Wer wieder nur Danny Ocean erwartet, wird jedoch enttäuscht werden.

Kurzkritik

von Markus Müller

Wertung Kurzkritik

71%

Up in the Air bietet angenehm leise Unterhaltung mit einer brisanten, aber dennoch nicht verkrampft umgesetzten Thematik und einem hervorragenden George Clooney. Etwas mehr Tiefgründigkeit hätte dem Film jedoch nicht geschadet, denn trotz der absolut lobenswerten Ansätze kratzt er meist nur an der Oberfläche der sehr komplexen Themen ohne den Zuschauer dabei wirklich zu bewegen. Die Probleme der Akteure in ihrem privaten und beruflichen Leben sind wunderbar nahtlos miteinander zu einen gesellschaftskritischen Gesamtbild verknüpft und in sich stimmig. Leider verliert sich der Film besonders im Mittelteil unnötigerweise in einigen beinahe schon kitschigen, langatmigen Szenen. Alles in allem dennoch ein gelungenes Werk, das leider viel Potenzial vergibt.



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