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Das Geheimnis der Flamingos

(The Crimson Wing: Mystery of the Flamingos, 2008)

Dt.Start: 03. Dezember 2009 Premiere: 17. Dezember 2008 (Frankreich)
FSK: o.A. Genre: Dokumentation
Länge: 75 min Land: USA, UK
Darsteller: n/a
Regie: Matthew Aeberhard, Leander Ward
Drehbuch: Melanie Finn


Inhalt

Obwohl es manchmal so scheint, als gäbe es auf der Erde kaum mehr etwas zu entdecken, finden sich immer noch unzählige Kreaturen und Phänomene, die uns Menschen Rätsel aufgeben und die noch nie beobachtet worden sind. Ein noch nicht hinreichend erforschtes Thema ist das Leben von Flamingos. Im Norden Tansanias, am Lake Natron, leben sie, die purpurnen Flamingos, die man meist nur aus Zoos kennt. Ein Filmteam begleitet Millionen von ihnen von der Geburt über ihren Kampf ums Überleben bis hin zum Tod.
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Kritik

Das Geheimnis der Flamingos hat eine Wertung von 15%
Nachdem unzählige begeisterte Zuschauer Die Reise der Pinguine verfolgten oder in atemberaubenden Bildern eine neue Sichtweise auf Unsere Erde erlangten, haben es sich Matthew Aeberhard und Leander Ward nun zur Aufgabe gemacht, den Lebenszyklus der Flamingos zu porträtieren. Leider bleiben sie dabei weit hinter dem Anspruch der genannten Filme zurück, sowohl was die Qualität der Bilder angeht, als auch der Informationsgehalt für den Zuschauer. Ein weiteres Problem ist die Frage nach der Zielgruppe dieses Tierfilms. Für Kinder ist er definitiv zu "künstlerisch", für Erwachsene ist er einfach nicht mitreißend und interessant genug gestaltet. Wer einen informativen Tierfilm erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden.

Bild aus Das Geheimnis der Flamingos Die Natur bietet uns tagtäglich atemberaubende Phänomene und hochinteressante Wesen. Wir müssen nur hinsehen. Die meisten Menschen haben dies aber schon längst verlernt und gehen in diesem Bezug blind durch die Welt. Doch glücklicherweise gibt es immer wieder Personen, die ganz besondere Aspekte der Vielfalt in der Natur entdecken und auf Film bannen, um sie all den Menschen zugänglich zu machen. So haben sich auch Matthew Aeberhard und Leander Ward in äußerst unwirtliches Gebiet begeben, beobachtet und gefilmt, um schließlich den Lebenszyklus der Flamingos, die jedes Jahr aufs Neue in Scharen zum Natronsee in Tansania kommen, um sich zu paaren und ihre Jungen groß zu ziehen, in einem Film zu verarbeiten.

Während die Macher von Die Reise der Pinguine sich entschieden, den Tieren menschliche Eigenschaften anzudichten und damit eine informative, beeindruckende und auch sehr bewegende Liebesgeschichte aus der Natur zu erzählen, wollte man bei Das Geheimnis der Flamingos eher einen Mythos um die Fortpflanzung und den Überlebenskampf der Tiere aufbauen. So erzählt eine mystische Stimme aus dem Off, die in gewisser Weise an den Anfang von Der Herr der Ringe - Die Gefährten erinnert, die Geschichte des Lebens der Flamingos. Diese beschreibt zunächst die Umgebung, in der wir uns befinden. So vergeht schon einmal einige Zeit, bis die ersten Flamingos ins Bild kommen. Bereits zu Beginn der Erzählung bemerkt man, dass der Anspruch des Films nicht vorranging ist, dem Zuschauer wissenswerte Details über die Flamingos und deren Leben zu präsentieren, sondern vielmehr in künstlerischen Bildern den Kreislauf des Lebens nachzuzeichnen. So beginnen wir mit einem ausgetrockneten See, der sich durch Regen füllt und die Flamingos anzieht. Es folgt eine Zeit der Partnerfindung und Paarung, bis schließlich die Nester gebaut sind und die Küken schlüpfen. Diese werden nun begleitet, bis sie den Natronsee verlassen, nur um irgendwann wieder zu kehren und selbst Kinder zu zeugen.

Hat man sich hierbei erwartet, dass man nähere Informationen zu den einzelnen Geschehnissen auf dem Weg der Flamingos bekommt, so wird man enttäuscht. Viele Bilder bleiben unkommentiert, viele Umstände werden nicht näher beleuchtet. Natürlich wirken viele Aufnahmen auch für sich, doch an der ein oder anderen Stelle wären ein paar mehr Erläuterungen äußerst interessant und teilweise auch notwendig gewesen. Vor allem, da der Flamingo kein Tier ist, über das man im Allgemeinen schon sehr gut informiert ist.

Inwiefern der gesamte Film kindgerecht ist, muss schlussendlich jedes Elternteil für seinen Spross selbst entscheiden. Wirklich geeignet ist er allerdings sicher nicht. Es ist daher empfehlenswert sich bereits im Vorfeld zu informieren und im Nachhinein das Gesehene zu besprechen. Vor allem die Szenen, in denen die Küken und Erwachsenen von Räubern gerissen werden oder schwache Küken auf der Strecke bleiben, sollten für Kinder nicht einfach im Raum stehen bleiben.

Man könnte das Fehlen ausreichender Information während des Filmes mit dem künstlerischen Anspruch erklären, doch dann müssten die Aufnahmen sowie die musikalische Untermalung dermaßen beeindrucken, dass man überhaupt nicht mehr wissen möchte. Genau dies ist aber leider nicht der Fall. Was anfangs noch in Ordnung ist, wird gegen Ende des Films immer anstrengender, da man irgendwann das Gefühl hat, das Ganze hätte überhaupt kein Ende. Es wird immer noch ein bisschen weiter erzählt, wobei sich die Bilder irgendwann wiederholen. Bei nur 75 Minuten Laufzeit ist das wirklich eine Leistung! Vielleicht hätte man lieber ein bisschen mehr Informationen an den richtigen Stellen einstreuen sollen, anstatt den Film künstlich aufzublasen.

Wer sich ohnehin für Flamingos interessiert, kann sich an den Aufnahmen von den Küken und ihrem Weg erfreuen und sein Wissen mit Bildern untermauern. Wer sich allerdings erhofft, danach genau über Flamingos, deren Biologie und Verhalten Bescheid zu wissen, der sollte nach einem anderen Film oder vielleicht einem Buch Ausschau halten. Und ob man mit Kindern dafür ins Kino geht, sollte man sich zweimal überlegen, da es sich eher um einen Kunst- als einen Tierfilm handelt.

von Markus Ostertag


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