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Zwölf Meter ohne Kopf soll er noch gelaufen sein, der berühmt berüchtigte Pirat Klaus Störtebeker. So besagt es die Legende. Sven Taddicken und Matthias Pacht erzählen nun die "wahre Geschichte" um die Seefahrer. Dabei entwickeln sie eine ganz nette Geschichte, die nicht zum Schreien komisch ist, aber durchaus hin und wieder zum Schmunzeln anregt. Diese ist äußerst konsequent, nämlich brutal, umgesetzt, immerhin geht es um raue Seeleute und die waren nicht zimperlich. Für Fans von Piraten-Geschichten kann der Film sicherlich eine nette Abendunterhaltung bieten, alle die damit grundsätzlich nichts anfangen können, sollten sich lieber nach einem anderen Film umsehen.
Die Kombination aus Abenteuer-Film und deutscher Komödie lässt sofort an Filme wie 1 ½ Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde oder andere "Blödel-Filme" denken. Dabei ist 12 Meter ohne Kopf überhaupt nicht in diese Kategorie einzuordnen. Zwar hat der Film ein paar witzige Szenen, die einen zwar nicht zu schallendem Gelächter aber zumindest zu einem leisen Kichern oder Schmunzeln anregen, aber eine richtige Komödie haben Sven Taddicken und Matthias Pacht da nicht geschaffen oder schaffen wollen. Ihr Ansatz erinnert eher an Wickie und die Starken Männer von Michael Herbig. Während der deutsche Comedian sich der Trickfilmserie annahm und diese in einen Realfilm umwandelte, nahmen sich Taddicken und Pacht die Sage des großen Piraten Klaus Störtebeker und seiner Kumpanen zur Vorlage.
Wir schreiben das Jahr 1400. In der Nordsee treiben Piraten ihr Unwesen und kapern ein Schiff nach dem anderen. Um ihren Anführer Klaus Störtebeker ranken sich Gerüchte, er wäre unsterblich und unbesiegbar, und so fühlt sich dieser auch. An seiner Seite ist stets sein treuer Freund Gödeke Michels. Beide führen eine Handvoll Piraten an, die ihnen treu ergeben sind. Doch während eines Versuchs, ein Schiff der "Pfeffersäcke zu entern, geht etwas schief. Unter Deck wird Störtebeker von einem Matrosen angegriffen, der ihm ein Messer in die Brust rammt. Schwer verletzt und dem Tode nahe wird er von seiner Mannschaft geborgen. Nach dieser Erfahrung soll nichts mehr so sein wie vorher. Der ehemals unbesiegbare Pirat ist sich plötzlich seiner Berufung nicht mehr sicher. Zu allem Überfluss verliebt er sich auch noch in ein schönes Mädchen auf dem Festland. Nur Gödeke Michels ist nach wie vor Pirat und Seefahrer mit Leib und Seele und denkt überhaupt nicht ans aufhören, schon gar nicht, da seine Angebetete ihm offenbart hat, dass sie nun mit einem sesshaften Mann verlobt sei. Erst der Fund einer "Wunderwaffe" kann Störtebeker und die gesamte Crew wieder begeistern. Doch auch die Hanse rüstet auf und so kommt es bald zu einem erbitterten Showdown.
Ein sehr großes Plus des Films ist definitiv seine Besetzung. Mit Matthias Schweighöfer und Ronald Zehrfeld hat man die perfekte Besetzung für die Rollen der beiden Piraten Michels und Störtebeker gefunden. Während Schweighöfer erneut, wie schon in Friendship!, den unbändigen Freigeist glaubwürdig und auf seine eigene, unnachahmliche Art mimt, nimmt man Zehrfeld die Sinnkrise seines großen Piraten ebenfalls durchweg ab. Auch in der Wahl der Mannschaft haben die Filmemacher ein Händchen für das richtige Personal gefunden. So ist ein netter bunter Haufen zusammen gekommen, der sich als Besatzung eines Piratenschiffs wahrlich sehen lassen kann.
Ein großes Manko des Films ist seine Einordnung in das große Ganze des Filmgeschäfts. Wen soll diese Geschichte ins Kino locken? Erwachsengewordene Kinder, die mit der Geschichte des Piraten Störtebekers groß geworden sind? Vielleicht. Nur hat die Story des Films nicht mehr allzu viel mit den alten Sagen gemein. Fans von Piraten-Filmen wie Fluch der Karibik? Möglicherweise, obwohl 12 Meter ohne Kopf mit dieser Hollywood-Reihe rein gar nichts gemein hat, außer dass ebenfalls Piraten vorkommen. Während die Verfilmung mit Johnny Depp vor Effekten sprüht und eine spannende, stellenweise gruselige Geschichte zu bieten hat, schippert 12 Meter ohne Kopf eher ein wenig seicht dahin. Das wird zwar nie wirklich langweilig, weiß aber auch nicht so richtig zu begeistern.
Für Kinder ist der Film definitiv nur bedingt zu empfehlen. Obwohl er eine Freigabe ab 12 Jahren bekommen hat, ist er dennoch reichlich brutal und zeigt auch nicht wenig nackte Haut. Hier sollte man sich also zweimal überlegen, ob man seine kleinen Kinder, die vielleicht gerade selbst daheim Piraten und Seeleute spielen, mitnehmen soll. Es wird konsequent gemetzelt, wenn ein Schiff gekapert wird, werden keine Geiseln genommen. Dafür spritzt das Blut bis auf die Kameralinse und vor Folter wird auch nicht zurückgeschreckt. Auch auf den Anblick von zerfetzten Leichenteilen sollte man sich einstellen.
Wer sich also bei 12 Meter ohne Kopf eine schallende Komödie, einen Film im Stile von Fluch der Karibik oder einen netten Piratenfilm für die ganze Familie erwartet, sollte das Kinoticket lieber ungelöst lassen. Wer aber Lust auf deftige Abendunterhaltung hat und vielleicht auch noch Matthias Schweighöfer oder Ronald Zehrfeld gerne mag, dem könnte der Film durchaus gefallen, denn eine nette Geschichte, die solide in Szene gesetzt worden ist, haben Sven Taddicken und Matthias Pacht allemal zu bieten. |