Trotz einiger kleiner Horrorklischees, dürfte The Children nahezu jeden Horrorfan ansprechen. Dafür sorgen die kompromisslose Ausgangslage, die für Hochspannung sorgende beklemmende Atmosphäre, der hohe Härtegrad, sowie die Tatsache, dass sich endlich mal jemand traut, auch mit Kindern etwas härter umzugehen und somit keine Rücksicht auf Genrekonventionen genommen wird.
Kinder sind in Horrorfilmen ein beliebtes Stilmittel, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Wer erinnert sich nicht an Damien aus der Das Omen Filmreihe, den zunächst unschuldig wirkenden Jungen, der sich als der Antichrist in Personalunion entpuppte. Seitdem gab es viele 08/15-Horrorfilme innerhalb des Genres. Umso überraschender ist es, dass nachdem zuletzt Orphan - Das Waisenkind schon ein kleines Highlight darstellen konnte, dieser von Tom Shanklands The Children sogar noch übertroffen wird.
Zwei junge befreundete Familien beschließen, den Silvesterabend in einer abgeschiedenen Hütte zu feiern, um endlich mal wieder gemeinsam etwas Zeit zu verbringen. Doch was als ein freudiges Wiedersehen geplant war, endet nach einem Schlittenunfall in einem Blutbad. Als sich diese Unfälle im Umfeld der Kleinkinder häufen, erkennt einzig die rebellische Teenagerin Casey was vor sich geht. Doch wie schafft man sich Gehör, wenn man den Erwachsenen erklären will, dass ihre eigenen Kinder sie umbringen wollen?
Dass es sich bei The Children um eine genretypische Geschichte handelt, die nicht gerade mit Innovationen glänzen kann, ist nicht zu verleugnen. Dennoch gelang es den Drehbuchautoren mit der aufgezeigten Ausweglosigkeit, den Film mit einem unglaublich hohen Spannungsgrad zu versehen. Ebenso weiß die kompromisslose Kaltblütigkeit zu gefallen, die einen über einige horrorfilmtypische Verhaltensweisen, sowie das zu erwartende Ende hinwegsehen lässt.
Eine abgeschiedene Schneelandschaft sorgt immer für eine beklemmende Atmosphäre, wie uns beispielsweise Cold Prey vor einigen Jahren eindrucksvoll bewiesen hat. Auch hier unterstützt die Wahl des Schauplatzes die gruselige Stimmung ungemein. Überraschend dabei auch die Härte, mit der Tom Shankland seinen Film versehen hat, denn hier wird keine Rücksicht auf gängige Konventionen genommen, so dass der Film nicht nur einige sehr kreative Tötungsszenen aufzuweisen hat, sondern auch keinen Halt davor macht, die junge Brut ebenso gewalttätig sterben zu lassen.
Oftmals steht und fällt so ein Horrorfilm mit der richtigen Besetzung der Jungdarsteller. Leider schafft es hier keiner der Darsteller, an die großartige Leistung von Isabelle Fuhrman aus Orphan - Das Waisenkind heran zu reichen, aber da die Last hier auf mehrere Gesichter verteilt wurde, fällt dies nicht sonderlich schwer ins Gewicht. Die Kinder müssen vor allen Dingen böse schauen können und gleichzeitig wie die liebsten Engel wirken, was von den größtenteils unbekannten Gesichtern auch gut ausgefüllt wird. Dass dabei die erwachsenen Schauspieler etwas ins Hintertreffen geraten, sollte klar sein.
Auch wenn man im Detail durchaus kleinere Mängel, wie das Verfallen in einige Horrorfilmklischees, finden wird, fallen diese hier nicht wirklich ins Gewicht. Denn über den Großteil der Laufzeit ist der Zuschauer gepackt von der nervenaufreibenden und hochspannenden Atmosphäre, die dank ihrer Kompromisslosigkeit, sowie dem hohen Härtegrad auch den größten Skeptiker des Kinderhorrorfilmes überzeugen dürfte.