The Messenger - Die letzte Nachricht Poster

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The Messenger - Die letzte Nachricht

(The Messenger, 2009)

Dt.Start: 03. Juni 2010 Premiere: 19. Januar 2009 (Sundance Film Festival, USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 113 min Land: USA
Darsteller: Ben Foster (Will Montgomery), Woody Harrelson (Anthony 'Tony' Stone), Samantha Morton (Olivia Pitterson), Jena Malone (Kelly), Angel Caban (Mr. Vasquez), Gaius Charles (Brown), Michael Chernus (Alan), Lisa Emery (Faye), Halley Feiffer (Marla), Peter Friedman (Mr. Cohen), Kevin Hagan (Mr. Flanigan), Peter Francis James (Dr. Grosso), Jenny Kirlin (Ramirez), Sam Kitchin (Colonel Bauer), J. Salome Martinez (Captain Garcia), Lindsay Michelle Nader (Claire)
Regie: Oren Moverman
Drehbuch: Alessandro Camon, Oren Moverman


Inhalt

Will Montgomery kehrt verletzt aus dem Irak in die USA zurück. Im Krankenhaus kuriert er seine Wunden aus, ist aber noch verpflichtet, die letzten drei Monate seines Militärdienstes abzuleisten. Er wird an die Seite von Captain Tony Stone beordert und hat fortan die Aufgabe, die Todesmeldungen von Soldaten an deren Hinterbliebene zu überbringen. Entgegen dem Protokoll beginnt sich Will nach einem solchen Termin, mit einer der Witwen auf einer emotionalen Ebene einzulassen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

The Messenger - Die letzte Nachricht hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 74%
Kurzkritik
von Daniel Licha
Wertung von 80 für The Messenger - Die letzte Nachricht

The Messenger erzählt von den Männern, die den undankbaren Beruf ausüben, den Familienangehörigen die Nachricht von ihren im Krieg gefallenen Verwandten übermitteln zu müssen. Dabei verliert sich der Film zum Glück zu keinem Zeitpunkt in platten Klischees, sondern trifft immer den richtigen, ruhigen Ton. Das Ganze ist zudem überragend gespielt, und der Regisseur gibt den Darstellern genügend Möglichkeiten, sich zu profilieren. Das Highlight des Filmes ist dabei sicherlich die knapp zehnminütige Annäherung zwischen Foster und Morton, die so ergreifend und ehrlich war, dass dem Zuschauer ein richtiger Schauer über den Rücken gelaufen ist. Sicherlich nur etwas für Leute, die mit extrem ruhigen Filmen etwas anfangen können, aber diese werden dafür mit einem interessanten Thema sowie großartigen Darstellerleistungen belohnt.

Kritik

von Florian Lieb
The Messenger - Die letzte Nachricht hat eine Wertung von 67%
Wenn ein Projekt in Hollywood von einem bekannten Regisseur wie Sydney Pollack (verstorben 2008) zu einem sich gerade etablierenden Regisseur wie Ben Affleck geschoben wird, ehe es schließlich zum Regiedebüt eines ehemaligen Journalisten verkommt, wären Zweifel angebracht. Doch Oren Moverman hat mit seinem Debütfilm über weite Strecken erfolgreich Skylla und Charybdis umschifft. Gerade in seiner ersten Hälfte gelingt es Movermans Werk zu beeindrucken, während sich die zweite Hälfte in ihrer fehlenden Handlung zu verlieren droht.

Bild aus The Messenger - Die letzte Nachricht "This job is about character", wird Will Montgomery von seinem Vorgesetzten auf seine neue Tätigkeit hingewiesen. Sonderlich erbaut über die Aufgabe, die Hinterbliebenen seiner Kameraden über deren Tod zu informieren, ist Montgomery jedoch nicht. Ohnehin scheint er ein Opfer des Irakkrieges zu sein, auch wenn er verhältnismäßig glimpflich davon gekommen ist. Seine Freundin Kelly ist inzwischen verlobt, er selbst kann nachts nicht schlafen und quält seine Nachbarn mit lauter Musik. Währenddessen versteckt er sich meist hinter seiner Sonnenbrille, die er nur abnimmt, wenn es gilt den Hinterbliebenen in die Augen zu sehen. Obschon ihm zuerst mit Zweifeln begegnend, bemüht sich sein Partner Tony Stone sichtlich darum, zwischen beiden Männern eine Freundschaft entstehen zu lassen.

Welche Unannehmlichkeiten dieser "Boten-Dienst" mit sich bringt, fängt Moverman gerade in der ersten Hälfte ausgesprochen intensiv ein. Während es Stone mit einer Ohrfeige durch eine Mutter noch relativ leicht erwischt, blickt Montgomery bei seiner ersten Mitteilung in ein sehr viel unfreundlicheres Gesicht. Bespuckt und beleidigt tritt er den Rückzug an, nachdem Steve Buscemi - in einer emotionalen Nebenrolle - ihn als Feigling bezeichnet hat, weil sein Sohn im Krieg kämpfen würde und er nicht ("Why aren't you there?"). Speziell mit der Unpersönlichkeit der Aufgabe hat Montgomery so seine Probleme, ist es den Übermittlern doch untersagt, die Todesnachricht einem Nicht-Familienmitglied zu überbringen oder die Hinterbliebenen abgesehen von Worten zu trösten.

Als Montgomery das Protokoll schließlich doch bricht und einem Ehepaar den Arm um die Schultern legt, kommt es zur handfesten Auseinandersetzung mit Stone. "Fuck procedure. They're just people", nennt Montgomery das Kind beim Namen. Ein Moment, in dem The Messenger - Die letzte Nachricht beginnt, inhaltlich abzubauen. Fortan verliert sich die Handlung in Montgomerys Annäherung an eine der Witwen, der er die Todesnachricht von ihrem Mann überbracht hat und Alkoholentgleisungen mit Stone. Moverman gerät plötzlich aus der Bahn und findet anschließend nicht mehr in seine vorherige Spur hinein. So schlittert der Film eine Weile belanglos vor sich hin, ehe er im Finale versucht die Kurve zu kriegen. Doch zu diesem Zeitpunkt hat man als Zuschauer bereits begonnen, das Interesse zu verlieren.

Ein großes Problem ist, dass Moverman unzureichend Zugang zu seinen Charakteren gewährt. Wieso genau Stone den Anonymen Alkoholikern beitrat und im Laufe der Geschichte wieder zu trinken beginnt, wird ebenso wenig tiefgründig behandelt wie Montgomerys emotionales Innenleben. Hin- und hergerissen zwischen der Jugendfreundin und jener Witwe, wird nie ganz ersichtlich, weshalb er sich gerade zu dieser hingezogen fühlt. Weil sie die Witwe eines Soldaten ist und dadurch seine Erlebnisse nachvollziehen kann? Auch warum Montgomery ab einem Zeitpunkt Stone als Freund akzeptiert, wo die Beiden zu Beginn eher schlecht als recht miteinander auszukommen scheinen, geht etwas unter. Ein finaler Dialog auf der Couch rückt manches dann zwar nochmals ins rechte Licht, rettet aber kaum etwas.

Foster gibt den emotional geschädigten Heimkehrer, der sein im Irakkrieg aufgeschultertes Päckchen zu Tragen hat, überzeugend, auch wenn hier viel durch schmerzvoll-aggressive Blicke ausgedrückt wird. Harrelson wiederum präsentiert erneut sein Schauspieltalent in einer Charakterrolle, der es nicht an Witz fehlt. Sieht man von jenem kritischen zweiten Akt ab, der dem Film narrativ das Genick bricht, ist es fast ausschließlich Harrelsons Leistung, die Movermans Debüt trägt. Selbst als Foster im Finale mit seinen Kriegserlebnissen aufwartet, sind es Harrelsons darauffolgende Tränen, die der Szene ihr Herz verleihen. So beeindruckt The Messenger - Die letzte Nachricht letztlich weniger durch seine Handlung - auch wenn die erste Hälfte sehr intensiv geraten ist -, sondern primär durch seine beiden Darsteller.



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