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Pontypool

(Pontypool, 2008)

Dt.Start: 22. Oktober 2009
DVD: 16. November 2009
Premiere: 06. September 2008 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: nicht bekannt Genre: Horror
Länge: 93 min Land: Kanada
Darsteller: Stephen McHattie (Grant Mazzy), Lisa Houle (Sydney Briar), Georgina Reilly (Laurel Ann), Hrant Alianak (Dr. Mendez), Rick Roberts (Ken Loney), Boyd Banks (Jay / Osama), Tony Burgess (Tony / Lawrence), Rachel Burns (Colin / Daud)
Regie: Bruce McDonald
Drehbuch: Tony Burgess


Inhalt

Auf dem Weg zur Arbeit macht Talkshowmoderator Grant Mazzy eine Begegnung der ungewöhnlichen Art mit einer mysteriösen Frau. Von diesem Aufeinandertreffen erholt macht er sich auf zu seiner allmorgendlichen Radiosendung. Zusammen mit seiner Produzentin, ihrer Tochter, sowie einigen lokalen Stargästen muss er jedoch in der Radiostation mit anhören, dass scheinbar eine Art Epidemie die Kleinstadt Pontypool heimsucht und zu aggressivem Verhalten bei den Infizierten führt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Pontypool hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 82%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Daniel Licha
Pontypool hat eine Wertung von 82%
Horrorfilme können eigentlich kaum mehr innovativ sein. Es wurde schon alles gesagt und dass heutzutage gut 30 % aller im Kino laufenden Horrorfilme Remakes oder Sequels sind, sagt eigentlich schon alles über die Ideenvielfalt des Genres aus. Doch mit Pontypool kommt nun frischer Wind ins Genre, bietet dieser neben einer beklemmenden und hochspannenden Atmosphäre und dem herausragenden Spiel des Hauptdarstellers doch eine erfrischend neue Idee, die sicherlich das Publikum spalten wird.

Bild aus Pontypool Obwohl er schon einige Werke in seiner Filmografie vorweisen kann, ist Regisseur Bruce McDonald der große Durchbruch bisher verwehrt geblieben. Am Bekanntesten dürfte neben der in Kanada recht erfolgreichen Serie Degrassi: The Next Generation noch The Tracey Fragments sein, bei dem er schon seinen experimentellen Inszenierungsstil unter Beweis stellen konnte. Auch Pontypool - Radio Zombie zeigt seinen Drang für außergewöhnliches Kino, denn obwohl sich der Film innerhalb gewisser Genrekonventionen befindet, ist er erfrischend anders und bietet eine Idee, die beweist, dass es auch im Horrorgenre noch Material für innovative und einzigartige Momente gibt.

Das kleine Nest Pontypool ist im Normalfall wohl eine der langweiligsten Kleinstädte Kanadas. Außer verschwundenen Katzen steht selten etwas Spannendes auf dem Programm der Nachrichten, die Radiomoderator Grant Mazzy in seiner Talk-Radio-Show am Morgen zu verlesen hat. Doch an diesem Morgen ist alles anders, denn wie ein Außenreporter berichtet, häufen sich Angriffe einer gewalttätigen Menschmasse, die, wie es aussieht, immer weitere Anhänger findet und immer größer zu werden scheint. Aus Angst ebenfalls von diesem Mob attackiert zu werden, verbarrikadiert sich Mazzy gemeinsam mit seinen Produzenten, inklusive der eigeladenen lokalen Stargäste in der Radiostation. So ist Mazzys Stimme in seiner Radiosendung scheinbar die einzige Verbindung von Pontypool zur Außenwelt.

Oftmals heißt es ja, dass es besser ist, im Vorfeld so wenig wie möglich über die Geschichte eines Filmes in Erfahrung zu bringen. Dieses Werk ist das Paradebeispiel dafür, weshalb man lieber unvoreingenommen an Pontypool - Radio Zombie herangehen sollte. Sofern man nämlich schon im Vorfeld aufschnappt, was es mit dem merkwürdigen Verhalten auf sich hat, dann würde nahezu die komplette Spannung des Filmes am Zuschauer vorbei ziehen. Die Auflösung ist nämlich so innovativ, dass sich wohl noch kein Film zuvor ihrer angenommen hat. Diese wird das Publikum spalten, denn sicherlich wird es eine ganze Reihe Zuschauer geben, die mit dieser ungewohnten und neuen Herangehensweise nichts anfangen kann. Wer sich jedoch auf die pointierten Dialoge einlässt, wird in einen Sog der Faszination geraten, der einen sogar Wochen und Monate später noch beschäftigen wird.

Neben der innovativen Geschichte kann Pontypool - Radio Zombie auch in Sachen Inszenierung punkten. So ist Bruce McDonalds Inszenierung fast als kleines Kammerspiel anzusehen. Die Zuschauer, wie auch die Akteure sitzen über nahezu die komplette Laufzeit in einem Raum der Radiostation fest und wissen nicht, was außerhalb der Mauern vorgeht. Diese Kombination erzeugt, wie schon bei Signs - Zeichen, eine unglaublich beklemmende Mischung aus Unsicherheit und Unwissenheit, die sich auf den Zuschauer überträgt und eine hochspannende Atmosphäre erzeugen kann. Da können auch kleine inhaltliche, sowie inszenatorische Schwächen in den letzten 10 Minuten den Gesamteindruck nicht mehr madig machen.

Die bisher genannten Punkte würden jedoch nur halb so gut wirken, wenn man sich bei der Besetzung des Hauptdarstellers verhoben hätte. Zum Glück wurde mit Nite Owl Stephen McHattie die absolute Bestbesetzung für die Rolle gefunden. Sein Spiel mit der Stimme ist phänomenal, so trifft er jede Betonung punktgenau und hat zudem noch die nötige Ausstrahlung, sowie schauspielerisches Talent, um seine Rolle auszufüllen. In manchen Momenten ist seine Performance eine reine One-Man-Show, die erheblich zum unglaublich hohen Spannungsgrad des Filmes beiträgt.

Neben der großartigen One-Man-Show des Hauptdarstellers bietet Pontypool eine beklemmende Atmosphäre und eine großartige Idee, die noch lange nach dem Kinobesuch nachwirken wird. So ist dieser Horrorfilm alles andere als genretypisch und wer aufgrund des angefügten deutschen Titels Radio Zombie auf einen kurzweiligen Film hofft, wird bitter enttäuscht werden. Generell dürfte dieser experimentelle Film nicht für die breite Masse geschaffen sein. Wer jedoch endlich mal wieder einen intelligenten Horrorfilm sehen möchte, der enormes Diskussionspotential besitzt, der sollte sich diesen Geheimtipp auf keinen Fall entgehen lassen.

Hier sei jedoch nochmals darauf hingewiesen, dass man im Vorfeld jegliche größere Inhaltsangabe meiden, sowie den Film unbedingt in der englischen Originalsprache schauen sollte, da Worte und Betonung wohl noch nie so viel zu einem Film beigetragen haben, wie bei diesem Werk und das Besondere in der synchronisierten deutschen Fassung leider nahezu komplett verloren geht.



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