Fragt man Experten nach den besten Horrorfilmen aller Zeiten wird von vielen sicherlich auch dieses Werk genannt werden. Nicht zu Unrecht besitzt Wes Cravens Auftakt der langlebigen Reihe Kultcharakter, denn auch wenn sich Freddie Krueger hier noch einigermaßen zurück hält, gefällt die beklemmende und düstere Atmosphäre, die gepaart mit der innovativen Storyidee, sowie der klaustrophobischen Musik für Angst und Schrecken beim Publikum sorgen kann.
Es ist schon ein Phänomen: Es gibt zig Horrorreihen, die zu Beginn so gut einschlagen, dass sie meist noch etliche miese Fortsetzungen nach sich ziehen. Ein wichtiger Indikator ist der häufig scheinbar unsterbliche, charismatische Killer, der so faszinierend ist, dass nahezu jeder diese Figuren kennt ohne oftmals gar einen der Filme gesehen zu haben. Michael Myers, Jason Vorhees oder ganz aktuell Jigsaw könnte man in einem Atemzug nennen und jeder wüsste, welche Horrorreihe gemeint ist. Doch einer steckt sie alle in die Tasche: Fred Krueger, der hier im Auftakt der langlebigen Nightmare on Elm Street-Reihe zum ersten Mal sein Unwesen treiben durfte.
"Es ist nur ein Albtraum" denkt sich die junge Nancy am nächsten Morgen, doch als sie feststellt, dass all ihre Freunde von einem mysteriösen Mann mit rotgestreiftem Pullover, Hut und Messern an den Fingerspitzen geträumt haben, macht sie sich Gedanken. Als es die ersten Opfer zu beklagen gibt stellt Nancy weitere Nachforschungen an und erfährt, dass sich ein gewisser Fred Krueger in ihre Träume geschlichen hat, um ihnen das Leben auszulöschen. Dumm nur, dass wer im Traum stirbt, im realen Leben nie wieder aufwachen wird.
Was Nightmare - Mörderische Träume zu einem Kassenschlager werden ließ, war sicherlich auch dem innovativen Grundgerüst der Story zu verdanken. Die Idee, Träume als kreatives Stilmittel zu verwenden, ist geradezu grandios und findet schon hier einige filmische Höhepunkte, wie die schmelzende Treppe im Finale des Filmes. Während ab dem dritten Teil die Filme immer selbstironischer wurden, hat es der Zuschauer hier jedoch noch mit einem waschechten Horrorfilm zu tun, der noch auf jegliche One-Liner des Killers verzichtete und nur Angst und Schrecken verbreiten wollte. Dies funktioniert hervorragend, auch wenn man das ein oder andere Mal über dümmliches und klischeehaftes Verhalten einiger Charaktere hinwegsehen muss.
Dass damals nach dem Kinobesuch viele Leute Angst hatten, schlafen zu gehen, lag sicherlich nicht nur an der Geschichte, sondern auch an der düsteren Atmosphäre mit der Horrorlegende Wes Craven seinen Film ausstatten konnte. Generell sorgt das Szenario an sich für eine gewisse Unsicherheit, da der Zuschauer aufgrund der beklemmenden Traumszenen oftmals nicht wusste, was nun real oder ein Traum war. Das nahezu durchweg im dunklen spielende Setting wird noch verstärkt durch einen unheimlichen Score, sowie den angsteinflößenden Abzählreim der Kinder, der sich durch bislang alle Teile der Reihe zog.
Mit dieser Filmreihe wird hauptsächlich ein Name in Verbindung gebracht: Robert Englund. In bislang jeder Verfilmung durfte er den Killer mimen und geniest damit heute noch, auch aufgrund seiner selbstironischen Darstellung, Kultstatus. Hier jedoch hält er sich noch bedächtig zurück und darf hauptsächlich mit seiner Gestalt Angst und Schrecken verbreiten. Dass es ansonsten bei einem Horrorfilm nur selten auf eine gute Besetzung ankommt, beweist nahezu das komplette Cast, welches ein dermaßen überzeichnetes Overacting an den Tag legt und somit unfreiwillig für einen gewissen trashigen Charme sorgen kann. Fast im direkten Gegensatz dazu sieht man Johnny Depp in seiner ersten Filmrolle, welcher über die komplette Laufzeit einen so trantütigen und verschlafenen Eindruck macht, dass man meinen könnte, er wäre die Nächte vor den Drehs nur am Feiern gewesen.
Der erste Teil der Nightmare on Elm Street-Reihe gilt nicht zu Unrecht als einer der ganz großen Werke des Genres. Während seine Nachfolger eher selbstironisch angelegt waren, war Nightmare - Mörderische Träume noch ein düsterer und angsteinflößender Horrorfilm mit einer so brillanten Idee, dass diese bis dato sieben Fortsetzungen, eine Serie sowie ein Crossover mit der Freitag, der 13.-Reihe nach sich zog. Zudem steht 2010 noch ein Remake an, bei dem schon jetzt bezweifelt werden darf, ob es diesem zeitlosen Horrorklassiker auch nur ansatzweise das Wasser reichen kann.