30 Killer, 1 Wochenende, 1 Überlebender! Die Grundprämisse von The Tournament verspricht viel Action auf engem Raum und genau das ist die Stärke dieses Genrefilmes! Coole Darsteller und eine saubere Inszenierung tun ihr Übriges, um den Zuschauer knappe 1 1/2 Stunden zu unterhalten, auch wenn das Gefühl über manch ungenutzte Potential nicht zu leugnen ist.
Gott sei Dank, es ist vorbei, der nervige Einsatz der CGI! Jahrelang bekam man nur noch einen Effektehagel nach dem anderen präsentiert, während oftmals Choreografie und Coolness auf der Strecke blieben. Doch seit einer Weile scheint es zumindest teilweise ein Rückbesinnen auf das bewährte Actionkino zu geben. Shoot 'Em Up Punisher: War Zone und Crank sind hervorragende Belege, dass knallhartes und rauhes Kino mit einem Tick Humor wieder auf dem Vormarsch ist und genau in diese Sparte lässt sich auch Scott Manns Langfilmdebüt The Tournament einordnen.
Alle sieben Jahre findet ein Turnier statt, welches den besten Auftragskiller der Welt ermitteln soll. 10 Millionen Dollar Preisgeld ist es den Machern dieses Spiels wert, dessen Teilenehmerfeld sich aus 30 unterschiedlichen Spielern zusammen setzt: Joshua Harlow, Gewinner des letzten Turnieres und auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau, der durchgeknallte Miles Slade, sowie die smarte und geheimnisumwobene Lai Lai sind nur ein paar der Favoriten um den Titel. Doch während das fröhliche Gemetzel seinen Gang geht, gerät ausgerechnet der vom Glauben abfallende und versoffene Priester Joseph McAvoy zwischen die Fronten.
Innovativ kann man die Geschichte sicherlich nicht nennen, aber sie bietet zumindest eine gute Ausgangslage für coole Sprüche, massig Action und bei der hohen Anzahl an Charakteren natürlich auch viel Freiraum für Abwechslung. Dennoch kann man sich dem Gefühl nicht erwehren, dass das Drehbuch viele Möglichkeiten ungenutzt ließ und manchmal fast schon ein wenig zu sehr die Mainstreamschiene gefahren wird. So sind trotz einiger Storywendungen diese durchaus vorhersehbar und auch abseits des Geschehens gibt es nur wenige Szenen, die sich außerhalb der Genrekonventionen bewegen.
Dafür wurden Regisseur Scott Mann scheinbar doch einige Freiheiten gewährt. So nimmt er keine Rücksicht auf Verluste, inszeniert teilweise schön dreckig, politisch unkorrekt und auch in Sachen Brutalität dürften die Gorehounds mehr als nur zufrieden gestellt werden. Das Ganze ist mit Ausnahme von manchen hektischen Schnitten sauber in Szene gesetzt und hätte einzig im Finale einen etwas größeren Abschluss verdient.
Ein gutes Cast ist in einem Film wie diesem schon die halbe Miete und da man mit Ving Rhames und Robert Carlyle zwei richtig coole Säue an Bord hat, konnte ja eigentlich wenig schief gehen. Gerade ersterer geht als bester Killer aller Zeiten richtig auf und darf einige kultige One-Liner zum Besten geben. Carlyle hingegen ist vom Charakter her etwas zu überzeichnet, macht dennoch das Bestmögliche aus seiner Rolle. Kelly Hu und der kaum wiedererkennbare Ian Sommerhalder sind für das andere Geschlecht jeweils sicher nett anzusehen, tragen aber ansonsten nur wenig zum Gelingen des Filmes bei.
Auch wenn der Film zu keinem Zeitpunkt in einer Liga mit Shoot 'Em Up oder Punisher: War Zone spielt, so können Genrefans beruhigt zur (in Deutschland leider stark zensierten) DVD von The Tournament greifen. Denn zu jedem Zeitpunkt hält er was sein Trailer versprochen hat: Action pur, gepaart mit viel Humor und coolen Hauptdarstellern. So ist Scott Manns Langfilmdebüt durchaus ein unterhaltsamer und kurzweiliger Actionfilm, auch wenn nicht immer das volle Potential ausgeschöpft wird.