Precious Poster

Film-Seite zu Precious
Trailer zu Precious
Poster zu Precious
Wallpaper zu Precious
Offizielle Seite
Deutsche offizielle Seite
Charts-Statistiken zu Precious
PDF zu Precious

Precious

(Precious, 2009)

Dt.Start: 25. März 2010
DVD: 09. September 2010
Premiere: 16. Januar 2009 (Sundance Film Festival, USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama
Länge: 110 min Land: USA
Darsteller: Gabourey 'Gabby' Sidibe (Precious), Mo'Nique (Mary), Paula Patton (Ms. Rain), Mariah Carey (Mrs. Weiss), Sherri Shepherd (Cornrows), Lenny Kravitz (John), Stephanie Andujar (Rita), Chyna Layne (Rhonda), Amina Robinson (Jermaine), Xosha Roquemore (Joann), Angelic Zambrana (Consuelo), Aunt Dot (Tootsie), Nealla Gordon (Mrs. Lichtenstein), Barret Helms (Tom Cruise)
Regie: Lee Daniels
Drehbuch: Geoffrey Fletcher, Sapphire


Inhalt

Claireece Precious Jones' Leben ist eigentlich schon vorbei bevor es richtig begonnen hat: aufgewachsen in New Yorks Armenviertel Harlem, erwartet sie mit 16 bereits ihr zweites Baby von ihrem Vater, sie wird von ihrer Mutter vernachlässigt und kann weder lesen noch schreiben. Doch als sie aufgrund ihrer Schwangerschaft auf eine alternative Schule kommt, wird sie von der engagierten Lehrerin Miss Rain darin bestärkt, dass es im Leben Dinge gibt, für die es sich gegen alle Widerstände zu kämpfen lohnt.
Shopping-Box
DVDs zu Precious Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu Precious Poster & Merchandise
zum Film
Precious bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
Precious bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

Precious hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 90%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Precious hat eine Wertung von 90%
Nach Slumdog Millionär folgt dieses Jahr das nächste Unterprivilegierten-Drama. Schonungslos und mit brutaler Offenheit wird das Schicksal einer jungen Frau portraitiert, die vom Glück alles andere als begünstigt wurde. Selten wurde Ausweglosigkeit mit solch brachialer Kraft umgesetzt. Precious verlangt dem Zuschauer alles ab und konfrontiert ihn mit sozialen Niederungen, die Normal-Behütete sich kaum vorstellen können. Eine Geschichte im freien Fall ohne Netz und doppelten Boden. Selbst die bemühten Klischees wirken glaubwürdig und erfüllen einen erzählerischen Zweck. Absolut sehenswert, aber definitiv keine leichte Kost.

Bild aus Precious Bitter, böse, brutal und zynisch. Das pure Leben; zumindest wenn man alle erdenkbaren Klischees auf eine einzige Person sowohl konzentriert als auch projiziert. Man stelle sich vor: eine 16-jährige, weit über 200 Pfund schwer, seit ihrer frühesten Kindheit missbraucht und zweifache Mutter (ihr eigener Vater ist auch Erzeuger der Kinder). Sie steht ganz unten in der sozialen Ordnung, hat kein Geld, kann nicht lesen und lebt mit ihrer Mutter zusammen, die sie immerwährend mobbt und ihren ganzen Frust und all ihre Aggressionen an ihr entlädt. Das klingt nach ganz schön viel - zu viel vielleicht?! Und selbst das letzte Klischee muss erfüllt sein, die junge Frau ist natürlich schwarz.

Für eine generelle Milieustudie hat man es mit diesen Startvorgaben eindeutig übertrieben. Was würde das auch für ein Bild vom schwarzen Amerika zeichnen? Gerade in Zeiten, in denen der oberste Chef des Landes ein Schwarzer ist - wenn auch mit Oberschichtsbildung. Precious basiert auf einer Romanvorlage, was aber nicht bedeutet, dass die dort abgebildete Realität in der Form nicht existieren kann oder sogar existiert. Um das zu finden, müsste man womöglich nicht einmal über den großen Teich und sich in ein städtisches Unterschichtsghetto begeben. Wer weiß was hierzulande in manchen plattenbauähnlichen Migrationssilos von statten geht? Ohne jetzt abermals Klischees zu bedienen: Vergewaltigungen durch den eigenen Vater, Analphabetismus, seelisch wie körperliche Misshandlungen durch die eigene Mutter - das kommt leider auch hier vor.

Precious nutzt diese Klischees und Überzeichnungen, um aufzurütteln und denen, die sich solche Lebewelten vielleicht nicht vorstellen können, diesen Sumpf vor Augen zu führen. Betroffenheit erzeugt der Film automatisch. Ein Sich-Dem-Geschehen-Entziehen funktioniert nicht. Und ebenso wenig fällt es leicht, sich im Verlauf einfach wieder zu fangen: Fast jede neue Sequenz enthüllt neuerliche Abgründe und jedesmal versetzt das einen heftigen Schlag in die Magengrube. Der Film ist brutal, hält mit nichts zurück und bedient sich auch einer schonungslos offenen Sprache. In dieser sozialen Höllenfahrt liefern sich die beiden Protagonistinnen Gabourey 'Gabby' Sidibe in der Rolle der Clareece 'Precious' Jones und Mo' Nique als ihre Mutter ein erbarmungsloses Psychoduell, in dem über die meiste Zeit die Tochter die Unterlegene ist. Es ist ein brachialer Seelenstrip der hier zelebriert wird, und die beiden Darstellerinnen brillieren in überragenden Performance.

Der Film versumpft aber nicht allein in Hoffnungslosigkeit. Wie sich das für einen guten amerikanischen Film gehört, gibt es in diesem Dunkel auch ein wenig Licht: Es beginnt damit, dass 'Precious' die Chance erhält, auf eine Förderschule für junge Frauen mit Leseschwäche zu gehen, um ihre schulischen Defizite aufzuarbeiten und einen Abschluss machen zu können. Dort widmet sich die Lehrerin Ms. Rain (Paula Patton) ganz intensiv den Mädchen, sowohl in fachlicher als auch menschlicher Hinsicht. Und 'Precious' lernt nicht nur Lesen, sondern allmählich auch über das eigene Geschichten-Niederschreiben, sich mit ihren Traumata auseinander zu setzen. Hilfe erhält sie zusätzlich von der Sozialarbeiterin Mrs. Weiss (Mariah Carey) - ja, richtig, keine Geringere als die überkandidelte und nervlich leicht instabile Soul- und Schmalz-Diva. Allerdings erkennt man sie kaum, und sie versucht glücklicherweise auch gar nicht erst Akzente jedweder Art zu setzen.

So schonungslos der Film in vielerlei Hinsicht auch sein mag, birgt er noch eine andere Komponente, die schlichtweg überdreht und etwas schräg ist. Eine bunte und schillernde Traumwelt, in die sich 'Precious' flüchtet. In dieser stellt sie sich vor, ein Superstar zu sein: reich, schön, erfolgreich und begehrenswert. Es ist der Traum der Verzweifelten, den sie da träumt. Vergleichbar vielleicht mit dem, was sich viele unreflektierte kuriose und völlig talentfreie Gestalten antun, wenn sie sich vor irgendwelchen Superstar-Jurys exhibitionieren und öffentlich der Lächerlichkeit preisgeben. 'Precious' träumt wenigstens nur davon, um zeitweise der Hölle zu entfliehen, in der sie alltäglich gefangen ist.

Es bedarf schon eines sehr stabilen Nervenkostüms diesen Film über sich ergehen zu lassen, ohne mit einem massiven Gefühl der Beklemmung klarkommen zu müssen. Es ist immens starkes Gefühlskino, aber eben kein Film, den man für einen genussvollen Abend empfehlen darf. Precious geht unter die Haut, schockiert und wühlt mächtig auf. Es ist allerbestes Betroffenheits-Theater ohne aufgesetztes Pathos. Und den pädagogisch-moralischen Appell, dass die Fähigkeit Lesen und Schreiben zu können, die Grundlage darstellt, im Leben voranzukommen und etwas erreichen zu können, kann man sicherlich guten Gewissens unterschreiben.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
The Blind Side
Dt. Start: 25. März 2010
Vorschlag entfernen
Die Farbe Lila
Dt. Start: 21. Aug 1986
Vorschlag entfernen
 
 
 

© 2012 MovieMaze.de