Nach dem sowohl qualitativen als auch kommerziellen Erfolg des ersten Teiles dauerte es keine zwei Jahre bis diese katastrophale Fortsetzung in die Kinos gebracht wurde. Neben miesen Darstellerleistungen, billigster TV-Optik, einem grausigen Drehbuch fehlt dem wohl mit Abstand schlechtesten Film der Reihe zudem auch noch jegliches Gespür für Horror oder gar Selbstironie.
Wäre es nach dem Willen von Wes Craven gegangen, hätte es nie eine Fortsetzung zu Nightmare - Mörderische Träume geben dürfen. Wie er immer wieder in Interviews bestätigte, hat er seinen Film als abgeschlossenes Werk mit Happy End geplant, zu dem im Grunde eigentlich schon alles gesagt sei. Doch das Studio hatte anderes im Sinn und so sprang Wes Craven schon bei der Fortsetzung vom Regiestuhl ab und war weder als Produzent noch am Drehbuch des ersten von vielen Sequels der Nightmare on Elm Street-Reihe beteiligt.
Seit den grauenhaften Ereignissen in der Elm Street vor fünf Jahren, bei denen sich eine Familienmutter ihr Leben nahm, steht das Gebäude leer. Als nun endlich neue Mieter in das Haus ziehen, scheint der Spuk von vorne zu beginnen. Zunächst hört der junge Jesse nur Stimmen doch als er feststellt, dass sich nach diesen Albträumen die Mordopfer in seiner näheren Umgebung häufen, muss auch er einsehen, dass mehr hinter seinen nächtlichen Träumen steckt als es zuerst den Anschein hatte.
Wer nun schon bei der Inhaltsangabe fassungslos mit dem Kopf schüttelt, dem sei gesagt: Es ist noch schlimmer! Nightmare - Mörderische Träume hatte diese herrliche Idee mit einem Killer, der seine Opfer in den Träumen umbringt und somit dem Regisseur viele kreative Möglichkeiten zur Inszenierung offen lässt. Dass er nun plötzlich einen Wirt braucht, der für ihn Leute tötet, führt nicht nur die Grundidee des Vorgängers ad absurdum, sondern wirkt äußerst deplatziert. Man könnte fast meinen, es würde sich hierbei um ein eigenständiges Drehbuch handeln, das zur besseren Vermarktung um unseren liebgewonnenen Killer Freddy erweitert wurde. Dieses ist zudem mit so derart peinlichen Dialogen ausgestattet, dass man sich fragen muss, ob man hier aus Verzweiflung lachen oder weinen soll.
Damit wurde dem ohnehin recht untalentierten Regisseur Jake Shoulder nahezu jegliche Möglichkeit genommen, zumindest ordentliche Horrorszenen auf die Beine zu stellen. So gibt es zwar ein paar wenige blutige Traumsequenzen, doch diese sind zum einen ohne den schmerzlich vermissten Freddy und zum anderen nicht einmal ansatzweise kreativ. Hinzu kommt noch ein billiger Look, der gerade im Vergleich zum Vorgänger desaströs zur Geltung kommt, wie auch das Fehlen des eindringlichen Scores, das im ersten Teil noch richtig schön schaurige Stimmung verbreiten konnte.
Brad Pitt, John Stamos und Christian Slater. Sie alle haben gemeinsam, dass sie für die Hauptrolle des Filmes vorgesprochen haben und gleichzeitig eine Absage bekommen haben. Man fragt sich jedoch angesichts des Hauptdarstellers warum nur, denn wenn man Mark Pattons Performance als unterirdisch bezeichnen müsste, dann würde ihm das noch schmeicheln. Robert Englund im Gegenzug kommt leider wieder zu kurz und kann noch nicht die selbstironische Seite von Freddy Krueger ausspielen, stellt mit seinem Charisma dennoch das restliche Cast komplett in den Schatten.
Es ist ja löblich wenn Horrorfilme versuchen, sich in den Fortsetzungen weiter zu entwickeln und etwas Neues zu bieten. Doch hier hätte man sich dennoch auf die eigenen Stärken besinnen sollen, da die Abkehr von der Story dem Film alles andere als zuträglich ist. Die Geschichte strotzt nur so vor Logiklöchern, die Dialoge sind gelinde gesagt unter aller Sau, die Inszenierung wirkt wie in einem billigen Porno und diesem Niveau schließen sich die Darsteller fast ausnahmslos an. Nightmare II - Die Rache wird nicht zu Unrecht von den Fans als Gay Movie of the Series bezeichnet und ist der mit großem Abstand schlechteste Film der Reihe.