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Max Manus

(Max Manus, 2008)

Dt.Start: 11. Februar 2010 Premiere: 19. Dezember 2008 (Norwegen)
FSK: ab 16 Genre: Drama, Krieg
Länge: 117 min Land: Dänemark, Norwegen, Deutschland
Darsteller: Aksel Hennie (Max Manus), Agnes Kittelsen (Ida Nikoline 'Tikken' Lindebraekke), Nicolai Cleve Broch (Gregers Gram), Ken Duken (Siegfried Fehmer), Christian Rubeck (Kolbein Lauring), Knut Joner (Gunnar Sonsteby), Mats Eldoen (Edvard Tallaksen), Kyrre Haugen Sydness (Jens Christian Hauge), Viktoria Winge (Solveig Johnsrud), Pal Sverre Valheim Hagen (Roy Nilsen), Jakob Oftebro (Lars Emil Erichsen), Petter Naess (Kapt Martin Linge), Ron Donachie (Colonel J.S. Wilson)
Regie: Joachim Ronning, Espen Sandberg
Drehbuch: Thomas Nordseth-Tiller


Inhalt

Max Manus war Norwegens Held im zweiten Weltkrieg. Adolf Hitler hat soeben mit seinen Streitkräften Norwegen besetzt und mit der Nazifizierung aller Einwohner begonnen, da setzt sich eine kleine Truppe von Matrosen und Globetrottern unter der Führung von Max Manus dem großen Regime entgegen. Max wird bei dem erbitterten Kampf nicht gefasst, muss aber den Verlust all seiner Freunde beklagen. Nach dem Ende des Krieges, verfällt er dem Alkoholkonsum und verbarrikadiert sich vor der Gesellschaft. Die einzige Rettung scheint die britische Botschafterin Tikken zu sein, die auf Max aufmerksam wird.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Max Manus hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 62%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Max Manus hat eine Wertung von 62%
2009 war ein Filmjahr, das wieder mal der Aufarbeitung der NS-Zeit gehörte: Von Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat über Der Vorleser bis hin zu Wenn Ärzte töten gab es diesbezüglich vom Blockbuster über die Literaturverfilmung bis zur Dokumentation alles. Ob es 2010 genauso weitergeht, bleibt abzuwarten; aber es gibt noch eine Reihe von wenig bekannten Geschichten aus dieser Zeit zu erzählen und vielen Helden ein cineastisches Denkmal zu setzen. Max Manus portraitiert den gleichnamigen norwegischen Widerstandskämpfer, der dort zur Legende wurde. Spannender Film, der trotz einiger handwerklicher Holperer reichlich Kraft hat.

Bild aus Max Manus Der Hitler-Stalin-Pakt beinhaltete nicht nur die Aufteilung Polens. Auch Skandinavien wurde inoffiziell zwischen den damaligen Supermächten geteilt: Die Sowjetunion erhielt Finnland, Nazideutschland Norwegen. Am 30. November 1939 marschiert der große Nachbar in das kleine Finnland ein. Eigentlich wirkt der Angriff wie eine Formalität, doch mit fanatischer Zähigkeit verteidigen die Finnen ihr Heimatland und bringen die Kriegsmaschinerie der Supermacht zum Stehen. Die Rote Armee muss sich umgruppieren und ihre Taktik ändern, dann ist der Kampf entschieden: Im März 1940 kapituliert Finnland. 70.000 Finnen kommen bei dieser Auseinandersetzung ums Leben; die Verluste der Sowjets werden auf ein Vielfaches geschätzt.

Max Manus kämpft als Norweger in diesem Winterkrieg auf finnischer Seite. Nach der Niederlage kehrt er in sein Heimatland zurück. Dieses ist nahezu Zeitgleich von Nazideutschland besetzt worden. Aber Norwegen hat sich nicht derart verbissen zur Wehr gesetzt. Und obwohl die deutschen Besatzer ihre norwegischen "arischen Brüder" verhältnismäßig freundlich behandeln, plagt viele junge Männer die Schande der Unterwerfung schwer. Gemeinsam mit dem eben aus Finnland zurückgekehrten Max beschließen ein paar seiner Freunde eine Widerstandszelle zu gründen. Und alsbald legt die neuformierte Laien-Guerillatruppe damit los, dem Invasor ein paar unangenehme Hiebe und Stiche zu versetzen.

Die unerfahrenen Widerstandskämpfer begehen aber auch Fehler und die Gestapo lauert nur auf die Chance, sie dingfest zu machen. Max und einer seiner Kumpanen gehen ins Netz; auf der Flucht wird Max sogar angeschossen. Im Krankenhaus liegend, darauf wartend, für die anstehenden Verhöre gesund genug zu werden, verhilft ihm eine Krankenschwester zur Flucht: mit einem selbstmörderischen Sprung aus dem Fenster. Max gelangt nach Schottland: Dort werden in einem britischen Militärcamp Spezialeinheiten ausgebildet, die tief im Feindesland operieren und den Versorgungslinien der Wehrmacht Schaden zufügen sollen. Nach Beendigung seiner Ausbildung soll Max genau solch ein Team zusammenstellen und anführen. Kaum zurück, im immer noch besetzten Norwegen, erzielt die tollkühne Truppe gleich beachtliche Erfolge und setzt der deutschen Besatzung massiv zu. Aber ihre Aktionen provozieren auch Gegenmaßnahmen von Gestapo und Wehrmacht und deren Ziel sind sehr gerne Zivilisten.

In Norwegen ist Max Manus eine nationale Ikone; hierzulande aber vermutlich den wenigsten bekannt. Damit ist es eine der wesentlichen Stärken, dieser norwegisch-deutschen Ko-Produktion, diese Geschichte auch bei uns bekannt zu machen. Allerdings ist der Film nicht wirklich auf "deutsche Sehgewohnheiten" zugeschnitten. Es galt dem Helden der Norweger ein Denkmal zu setzen und das wurde inklusive des zugehörigen Pathos und heroischer Charakterzeichnung auch dementsprechend umgesetzt.

Technisch gesehen, bewegt sich der Film auf einem für eine europäische Produktion sehr soliden Fundament. Es ist natürlich kein CGI-Spektakel im Stile eines Bruckheimer-, Emerich- oder Spielberg-Streifens, aber allzu oft hat man in vergleichbaren Produktionen solche Effekte noch nicht gesehen. Die Schauspieler liefern zudem eine erfrischend natürliche Performance ab und verleihen den Figuren damit ein hohes Maß an greifbarer Authentizität. Insgesamt könnte sich Max Manus damit als gelungenes europäisches Kino positionieren, das zum üblichen Bombast-Theater einen erfreulichen Kontrast bildet.

Doch größtes Manko ist die etwas holprige Dramaturgie und die besonders zu Beginn recht gemächliche Inszenierung. Die ersten Sequenzen mitten im finnischen Winterkrieg muten zwar noch überaus mitreißend an, danach braucht der Film aber mehrere Anläufe bis er richtig Tempo aufnimmt. Die ersten 45 Minuten kann man sich zwar nicht getrost schenken; zu Geduld ist man aber dennoch angehalten. Das nimmt dem sonst gelungenen Film die absolute Tauglichkeit für die große Leinwand und befördert ihn teils auf das Niveau von Spitzen-TV-Produktionen. Wie man sich aber auch persönlich entscheidet: Max Manus liefert einige wissenswerte Facetten über den Widerstand während der NS-Zeit und vermag in der zweiten Hälfte durchaus auch zu fesseln.



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