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Das Leuchten der Stille

(Dear John, 2010)

Dt.Start: 06. Mai 2010
DVD: 20. September 2010
Premiere: 04. Februar 2010 (Niederlande)
FSK: ab 12 Genre: Krieg, Romanze
Länge: 108 min Land: USA
Darsteller: Channing Tatum (John Tyree), Amanda Seyfried (Savannah Lynn Curtis), Henry Thomas (Tim Wheddon), Richard Jenkins (Mr. Tyree), Scott Porter (Randy), David Andrews (Mr. Curtis), Keith Robinson (Captain Stone), D.J. Cotrona (Noodles), Cullen Moss (Rooster), Maxx Hennard (Sargent Berg), Leslea Fisher (Susan), Mary Rachel Dudley (Mrs. Jill Curtis), Bryce Hayes (Jerry)
Regie: Lasse Hallström
Drehbuch: Jamie Linden, Nicholas Sparks


Inhalt

Armee-Offizier John trifft im Urlaub die schöne Savannah und verliebt sich sofort in sie. Nachdem er ihren Geldbeutel aus dem Meer fischt, freundet er sich mit der konservativen Studentin an. Nach und nach wird die Beziehung immer enger, doch dann ereignen sich die Anschläge vom 11. September 2001 und John sieht es als seine Pflicht an, für sein Land zu kämpfen. Auch wenn das die Trennung von Savannah bedeutet.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Das Leuchten der Stille hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 38%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Das Leuchten der Stille hat eine Wertung von 38%
Fernbeziehungen gehen meist in die Hose. In Zeiten, in denen rund 200.000 US-Soldaten weit entfernt von ihren Lieben im Irak und in Afghanistan stationiert sind, bekommt dieser Umstand aber eine ganz neue Qualität. Nicht jede Beziehung oder Ehe wird den Dienst fürs Vaterland heil überstehen. Grund für Autoren und Filmemacher das Thema für die amerikanische Seele aufzuarbeiten. Das Leuchten der Stille rückt ein junges Pärchen in den Mittelpunkt, das für eine kurze Zeit die große Liebe findet, dann aber auseinander gerissen wird. Eine weitere Nicholas Sparks Schmonzette, die nun zu allem Übel auch noch auf dem Patriotismushorn posaunt.

Bild aus Das Leuchten der Stille Fast jede Frau würde sich auf der Stelle verlieben, wenn ein muskulöser Adonis in die Gischt springt und bis auf den Meersgrund (ein paar Meter halt) taucht, um ihre Handtasche vor dem Ertrinken zu retten. So lernen sich John (Channing Tatum) und Savannah (Amanda Seyfried) kennen. Ein Paar, das zumindest optisch wie füreinander geschaffen scheint. John befindet sich auf Heimaturlaub und besucht seinen Vater; er stammt aus ganz einfachen Verhältnissen, ganz im Gegensatz zu Savannah, die aus privilegiertem Hause ist. John ist ein echter Vorzeigesoldat: er ist bei den Special-Forces, trinkt nicht, raucht nicht und gibt sich auch nicht den Spring-Break-Exzessen hin; er hat nur manchmal seine Nerven nicht im Griff (irgendwas muss ja sein, dass ihn nicht vollends perfekt erscheinen lässt). Savannah ist ihrerseits kein bisschen eingebildet und überaus freundlich wie warmherzig; schnell fliegen die Funken, was das Zeug hält.

Das große Glück ist aber nur von kurzer Dauer. John muss bald zu seiner Einheit zurück. Seine Dienstzeit dauert aber nur noch ein Jahr. Danach könnten beide für immer zusammen sein. Die Ereignisse des Schicksalstags am 11. September 2001 kommen diesen Plänen aber dazwischen. John ist hin- und her gerissen, zwischen seiner Liebe zu Savannah und seinem Pflichtgefühl dem Vaterland gegenüber. Er fliegt zu Savannah und versucht sie von der Notwendigkeit seiner Dienstzeitverlängerung zu überzeugen. Wie zuvor auch, schreiben sie sich anschließend weiter Liebesbriefe, während John wechselnd an Krisenherden rund um die Welt stationiert wird. Die Frequenz der Gefühlsbezeugungen nehmen aber seitens seiner Liebsten immer mehr ab, bis John eines Tages ein Brief erreicht, der alles auf den Kopf stellt.

Das Leuchten der Stille klingt beinahe wie das Das Lächeln der Sterne und tatsächlich handelt es sich um eine weitere Nicholas Sparks Verfilmung. Fast im Doppelpack geht diese mit Mit Dir an meiner Seite ins Rennen um die Zuschauergunst. Mit Lasse Hallström steht aber diesmal ein Könner für die Inszenierung unkonventioneller Dramen wie Schiffsmeldungen am Regieruder. Überdies weiß der Schwede sehr genau, wie man visuell eine Geschichte optimal in Szene setzt. Die Kombination aus dem als Schmonzetten-König verschrienen Sparks und dem auf subtile Dramaturgie spezialisierten Hallström, könnte womöglich ein gefühlsstarkes Melodram zaubern, das nicht an der üblichen schwülstig-kitschigen, seichten Inszenierung sowie schablonenartigen Charakteren krankt.

Rein handwerklich gibt es auch wenig am Film auszusetzen, besonders im Hinblick auf die optische Gestaltung. Gut besetzt ist der Steifen zudem: mit Channing Tatum, dem Star aus G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra, Amanda Seyfried aus Mamma Mia! und dem fabelhaften Richard Jenkins, dem Hauptdarsteller aus Ein Sommer in New York - The Visitor. Allerdings wird dieser für ein einziges Motiv verheizt, das zur Ausgestaltung von Johns Verhältnis zu seinem Vater herhalten darf, der gewissermaßen etwas speziell ist. Zugute halten muss man dem Film eine gewisse poetische Melancholie, die den in bester Werbespot-Manier bebilderten Briefwechsel der beiden Liebenden begleitet.

Ansonsten aber verhält sich alles wie gewohnt. Da konnte wohl auch ein Lasse Hallström nicht viel ändern. Man bleibt vielleicht von unsäglichem Kitsch verschont; aber das sirupartige Melodram, das sich zwar durch hohe Eingängigkeit, doch nicht durch besondere Vielschichtigkeit oder Charaktertiefe hervortut, ist unvermeidbar. Drehten sich Sparks Geschichten bislang aber immer ausschließlich um Liebe, Sehnsucht, Verlust und Ähnliches, kommt diesmal eine Ebene hinzu, die einen äußerst merkwürdigen Touch hat: Der Film ist begleitet von überdeutlich patriotischen Attitüden, die durchaus im Kontext der Geschichte, aber auch der rechts-konservativen Lebewelt von South Carolina gesehen werden können. Dem Ort, der auch Sparks Lebensmittelpunkt bildet. Die meisten seiner Geschichten sind dort angesiedelt und nebst dem Lokalkolorit und den malerischen Landschaften, färben zuweilen wohl auch andere (politische) Elemente auf seine Erzählungen ab.

Das Leuchten der Stille ist routiniert inszeniert und siedelt sich zwischen der Zielgruppe von Mit Dir an meiner Seite und Das Lächeln der Sterne an. Visuell etwas lebendiger als manch eine andere Adaption eines Sparks-Romans, gelingt es dem Film aber weder die Romanze, noch das emotional schwierige Vater-Sohn-Verhältnis gefühlsintensiv zu gestalten. Wieder einmal springt der Funke nicht über, und der Appell an die Vaterlandstreue mit einem prototypischen Alpha-Männchen G. I. als nachahmenswertes Ideal hinterlässt einen üblen Nachgeschmack.



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