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Vanilla Sky

(Vanilla Sky, 2001)

Dt.Start: 24. Januar 2002
DVD: 26. September 2002
Premiere: 10. Dezember 2001 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Drama, Thriller
Länge: 130 min Land: USA
Darsteller: Tom Cruise (David Aames), Penelope Cruz (Sofia Serrano), Cameron Diaz (Julie Gianni), Kurt Russell (Dr. Curtis McCabe), Jason Lee (Brian Shelby), Noah Taylor (Edmund Ventura), Timothy Spall (Thomas Tipp), Tilda Swinton (Rebecca Dearborn), Michael Shannon (Aaron), Delaina Mitchell (Davids Assistentin), Shalom Harlow (Colleen), Oona Hart (Lynette), Ivana Milicevic (Emma), Johnny Galecki (Peter Brown)
Regie: Cameron Crowe
Drehbuch: Cameron Crowe


Inhalt

Der attraktive und wohlhabende Lebemann David Aames hat fast alles was man sich wünschen kann. Seine Welt scheint der Perfektion nahe, als die bezaubernde Sofia in sein Leben tritt und er erstmals die wahre Liebe zu finden glaubt. Doch ein Autounfall, der aus einer Kurzschlussreaktion seiner eifersüchtigen Gespielin resultiert, verändert Davids Leben. Auf Grund seines entstellten Gesichtes zieht er sich zurück und ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Vanilla Sky hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 88%
Kurzkritik
von Carmen Porschen
Wertung von 100 für Vanilla Sky

David Aames steht auf der Sonnenseite des Lebens - beruflich erfolgreich, vermögend, gutaussehend, beliebt bei den Frauen und mit vielen Freunden. Doch ein Unfall mit seiner Affäre Julie zerstört sein Leben und stürzt ihn - und den Zuschauer - in eine Welt, in der Realität und Fiktion verwischen. Regisseur Cameron Crowe erzählt dabei eine wunderbare Geschichte rund um die Liebe und verpackt dies in tolle Bilder voller Symbolik und ergänzt das Ganze mit der richtigen Musik. Die Darsteller Tom Cruise, Penelope Cruz und Cameron Diaz (von den unzähligen aber ebenfalls hochkarätigen Nebendarstellern mal abgesehen) geben den Figuren Charakter und runden das Filmerlebnis ab. Was von einem strahlenden Erfolgsmenschen übrig bleibt, wenn ihn etwas aus der Fassung bringt und das die Fassade bröckeln lässt, ist in einen Bilderrausch verpackt, der an einen Drogentripp erinnert. Doch hier unbeschadet wieder aufzuwachen, dafür gibt es keine Garantie.

Kritik

von Thomas Straßer
Vanilla Sky hat eine Wertung von 75%

Regisseur Cameron Crowe präsentiert mit Vanilla Sky seinen wohl bisher schwer zugänglichsten Film. Er mixte einen 130-minütigen Cocktail aus Realität und Traumwelt und verwischte die Grenzen dermaßen behände, dass es schier unmöglich ist eine klare Trennlinie zu ziehen. Die langersehnte Auflösung am Ende des Films gibt zwar dem Vorangegangenen etwas mehr Sinn, doch sie räumt dem Zuschauer noch genügend Spielraum ein, um das durchlebte Chaos selbst zu entwirren.

Im Zentrum von Vanilla Sky steht der junge attraktive Lebemann David Aames. Er übernahm in jungen Jahren die erfolgreiche Firma seines Vaters und kann sich dadurch sein exquisites Leben locker finanzieren. Salopp gesagt, er lebt den Traum eines jeden Mannes und ist der Traum einer jeden Frau. Das einzige was ihm in seinem perfekten Leben fehlt, ist die wahre Liebe oder wie es sein bester Freund Brian so treffen auf den Punkt bringt: "The sour and the sweet". Mit seinem aktuelles Betthäschen Julie lebt David exzessiv die süßen Seiten des Lebens aus, wogegen Julia vielmehr an einer ernsthaften Beziehung interessiert ist. Erst als die bezaubernde Sofia überraschend zu Davids Geburtstag auftaucht, erwischt es David und er findet in ihre die Liebe, die sein Leben erfüllen könnte.

Doch Davids Traum von der wahren Liebe wird zerstört, als er zu Julie ins Auto steigt und nach einem schweren Unfall total entstellt ist. Damit bezahlt er einen hohen Preis für das gedankenlose Spiel mit den Gefühlen anderer, sowie sein ausschweifendes aber gefühlloses Sexleben. Seines attraktiven Äußeren beraubt, zieht sich David zurück und bricht alle Brücken hinter sich ab. Zusammen mit David durchlebt der Zuschauer in der Folgezeit eine Achterbahnfahrt in der eine Vielzahl von Erlebnissen auf ihn einprasseln, die kaum einzuordnen sind.

Erstmals in seiner Karriere setzt Cameron Crowe nicht sein seine eigene Filmidee in Szene. Zwar schrieb er das Drehbuch zu Vanilla Sky selbst, doch sein Film ist nur ein Hollywood Remake des Films Abre Los Ojos (Open your Eyes) des Spaniers Alejandro Amenábars aus dem Jahre 1997. In der Rolle des David Aames erleben wir Tom Cruise, der den Film übrigens auch produzierte. Die Figur des jungen Lebemannes steht dem Hollywood Schönling erwartungsgemäß wie angegossen, aber er überzeugt vor allem als gebrochener und entstellter Mann. Cameron Diaz spielt Davids Gespielin Julie und trifft mit ihrer Darstellung der starken und verführerischen Frau, die aber doch sehr verletzlich und gefühlvoll ist, genau den Punkt.

Pelelope Cruz hatte es wahrscheinlich mit Abstand am leichtesten sich in ihre Figur Sofia hineinzudenken, hatte sie doch bereits in Alejandro Amenábars Werk die selbe Rolle bekleidet. Sie zaubert eine leicht naive und entzückende aber gleichzeitig bodenständige Frau auf die Leinwand und entspricht damit genau dem Typ Frau, den ein Mann wie David Aames zur Erfüllung braucht. Nicht zu vergessen natürlich Jason Lee, den die meisten wahrscheinlich aus Kevin Smiths Filmen kennen. Gewohnt souverän geht er auch in Vanilla Sky zu Werke und spielt Davids besten Freund Brian, der seinen Kumpel zwar sehr schätzt, aber nicht immer mit seinen Ansichten übereinstimmt. Wenn man im Film ein klein wenig auf seine Kleidung achtet, wird man an ihr ablesen können, wie tief David schon in den trügerischen Strudel aus Realität und Traum hineingezogen wurde.

Regisseur und Drehbuchautor Cameron Crowe schuf mit Vanilla Sky ein Film, der sowohl visuell, wie auch von der Geschichte her, gut gelungen ist. Der Streifen besticht weiterhin durch seine exzellente Musikauswahl, die Cameron Crowe wie gewohnt perfekt einzusetzen vermag. Durch die stimmige Komposition ermöglicht er dem Zuschauer eine bizarre und verworrene Reise durch die menschliche Psyche. Dabei ist das Ende und die mehr oder weniger dubiose Auflösung des Ganzen der einzige Wehmutstropfen des Films. Vanilla Sky ist sehr vielschichtiger Film voller unscheinbarer Kleinigkeiten, der seine eigentliche Intention erst nach und nach preisgibt und den Zuschauer zum Nachdenken herausfordert.



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