|
Glass House II bietet leichte Horrorkost für zwischendurch und ist dabei über weite Strecken tatsächlich recht spannend geraten. Nichts desto trotz ist er technisch streckenweise unfassbar schlecht umgesetzt, was sich besonders beim katastrophalen Schnitt zeigt. Der Film hat sicherlich seine Momente und setzt alt bekannte Horrorelemente hier und da ganz gekonnt ein. Zwar erreicht der Film sein Ziel, den Zuschauer leicht mit sanftem Nervenkitzel zu unterhalten, ob dafür allerdings ein so brisantes Thema wie Kindsmisshandlungen ausgeschlachtet werden sollte, ist mehr als fraglich.
Hätte The Glass House wirklich eine Fortsetzung gebraucht? Sicherlich nicht. Doch im Grunde genommen hat der Titel bestenfalls Grundzüge in der Geschichte gemein, ansonsten wird man sich hauptsächlich aus Marketinggründen für den Titel entschieden haben. Denn Glass House 2 ist trotz der sehr ähnlichen Grundstory eine völlig eigenständige Produktion.
Was auf den ersten Blick auffällt, ist, dass dem Film die düstere Stimmung seines Vorgängers fehlt, irgendwie ist der Film, ebenso wie das Haus an sich, wesentlich freundlicher und heller geraten, ein eigenartiger Ansatz für einen Horrorfilm dieser Art, aber insgesamt im Bezug auf die Story kaum anders möglich und auch durchaus sinnvoll. Was einem ebenfalls gleich ins Auge springt, ist das offensichtlich wesentlich geringere Budget der Direct-to-DVD-Produktion. Doch Regiedebütant Steve Antin, der zuvor als Schauspieler in eher unbekannten Produktionen wie Knastfighter zu sehen war, liefert dennoch recht solide Spannung. Allerdings sollte man auch bedenken, dass man, wie Genreklassiker wie Rec oder Blair Witch Projekt zeigen, gerade bei einem Horrorfilm durchaus auch mit wenig Geld viel erreichen kann.
Die Darsteller sind an und für sich zufriedenstellend. Abgesehen von Joel Gretsch, der unter anderem in Push und Das Vermächtnis des geheimen Buches zu sehen war, sind alle mehr oder weniger erfahrene Fernsehschauspieler und halten ein vernünftiges Niveau. Hier gibt es also auch nicht viel zu kritisieren, was allerdings leider nicht für den Schnitt zutrifft. Ein Cutter muss sich schon anstrengen, damit selbst einem Laien auffällt, dass er absolut keine Ahnung hat, was er da in seinem Schnittprogramm verzapft hat. Man hat immer wieder das Gefühl, dass er experimentiert hat und sich am Ende keiner mehr angeschaut hat, was hier mit einigen Szenen angestellt wurde.
Glass House 2 ist ein durchschnittlicher Horrorthriller, der es schafft hier und da ein wenig Nervenkitzel aufzubauen. Kein Film den die Welt braucht, aber sicherlich kein kompletter Reinfall. Für langweilige schlaflose Nächte vor dem Fernseher, wenn gerade nichts anderes als die Nachtwiederholung dieses Films läuft, ist er aber dann doch ganz tauglich. |