Trotz des qualitativen und kommerziellen Misserfolges des Vorgängers konnten die Macher die Geschichte um den in den Träumen mordenden Serienkiller Freddy Krueger nicht ruhen lassen. Zum Glück, denn die zweite Fortsetzung des Kulthits von Wes Craven ist eine abgefahrene Mischung aus gruseligem Horrorfilm und herrlicher Selbstpersiflage, die mit kreativen Ideen und einem spielfreudigen Robert Englund das Publikum zu begeistern vermag.
Nachdem er ansehen durfte, wie sein Baby im zweiten Teil gehörig an die Wand gefahren wurde, nahm sich Wes Craven ein Herz und erklärte sich bereit das Drehbuch zum dritten und letzten Teil der Reihe zu verfassen. An seiner Seite nahm niemand geringerer als Frank Darabont (Die Verurteilten) Platz, der hier sein zweites Drehbuch verfassen durfte und schon in jungen Jahren sein Talent aufblitzen lassen konnte.
Sechs Jahre sind vergangen, seit Nancy Thompsons Freunde, sowie ihre Mutter im Schlaf das Zeitliche gesegnet haben. Inzwischen ist sie zu einer jungen Sozialarbeiterin heran gewachsen und kommt nun das erste Mal seit den schrecklichen Ereignissen zurück nach Springwood. Dort macht sie die schreckliche Entdeckung, dass alle Jugendlichen, deren Eltern zur Zeit von Freddy Kruegers Tod in der Elm Street residierten, von ihm in ihren Träumen heimgesucht werden. Mit Hilfe von Gruppenseancen, in denen sie ihre Träume vereinen, versuchen sie gemeinsam Freddy ein letztes Mal zu bekämpfen.
Craven und seine Drehbuchautoren kennen die Stärken der Geschichte und anstatt etwas komplett Neues zu kreieren (wie in dem gnadenlos gescheiterten Nightmare II - Die Rache) besannen sie sich auf die Stärke der kreativen Traumszenen und erweiterten sie um ein paar neue Ansätze. So haben die träumenden Personen, da der Fantasie in den Träumen bekanntermaßen keine Grenzen gesetzt sind, zusätzliche Superkräfte und entpuppen sich nun als ebenbürtige Gegner für Freddy Krueger. Dabei kommt nun zum ersten Mal die von vielen Fans so geliebte Selbstironie mit an Bord, denn Nightmare III - Freddy Krueger lebt nimmt sich zu keinem Zeitpunkt ernst und schafft somit eine gelungene Mischung aus gruseligem Horrorfilm und unterhaltsamer Selbstparodie. Positiv anzumerken ist auch, dass der zweite Teil inhaltlich komplett ignoriert wurde, da einige Aussagen aus diesem (z. B. der Tod der Mutter) nun einen komplett anderen Verlauf genommen haben. Dass Wes Craven nicht selbst das Regieruder übernahm, fällt zu keinem Zeitpunkt negativ auf. Grund dafür ist, dass man mit dem Debütanten Chuck Russell (der später noch Die Maske The Scorpion King und Eraser auf die Beine stellen durfte) einen Glücksgriff landete. Dank der vielen kreativen Ideen, konnte er seinen Einfallsreichtum bei den Traumszenen vollkommen ausleben, die zu den besten Momenten der Reihe gehören. Dabei ist es egal, ob man die amüsante Fernsehsequenz oder die legendäre Marionettenszene erwähnt: Russell trifft nahezu immer den richtigen Ton. Das Ganze wird wieder unterstützt durch das gruselige Titelthema aus Teil 1, sowie den rockigen Soundtrack und den hervorragenden Score Angelo Badalamentis.
Die Castingabteilung der Nightmare-Reihe scheint ein gutes Auge für junge Talente zu besitzen. War in Nightmare - Mörderische Träume noch Johnny Depp in seiner ersten Filmrolle zu sehen, darf nun Patricia Arquette in der Hauptrolle erste Leinwanderfahrung sammeln. Dabei macht sie eine durchaus gute Figur und stellt ihre jungen Kolleginnen locker in den Schatten. Hierzu zählt auch Heather Langenkamp, die viel zu jung für ihre Rolle erscheint und der man die Sozialhelferin in keiner Sekunde glaubhaft abnimmt. Zum großen Highlight entpuppt sich jedoch jemand ganz anderes, denn nach seinen zurückhaltenden Darbietungen in den beiden Vorgängern darf nun Robert Englund so richtig die Sau rauslassen. Seine kultige Interpretation von Freddy Krueger ist nicht nur angsteinflößend, sondern gleichzeitig unglaublich amüsant angelegt und zählt neben den kreativen Traumsequenzen ganz klar zu den Highlights des Filmes.
Man merkt nahezu in jeder Minute des Filmes, wie wichtig es Wes Craven war, sein Baby würdig zu Ende zu bringen. Nightmare III - Freddy Krueger lebt braucht sich keine Sekunde vor dem ersten Teil zu verstecken. War dieser noch gruselig und hatte eine innovative Idee zu bieten, wird dieses Szenario hier noch ausgebaut und durch viel Kreativität und Selbstironie verstärkt. Dank des spielfreudigen Robert Englunds ist der von Craven gewünschte Abschluss der Franchise eine herrlich abgefahrene Horrorkomödie, die von der ersten bis zur letzten Minute zu unterhalten vermag. Dumm dass der Film am Box Office so positiv überraschte, dass das Studio weitere Fortsetzungen in Auftrag gab, welche jedoch zu keinem Zeitpunkt mehr an die großartigen Teile 1 und 3 heranreichen konnten.