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Prince of Persia - Der Sand der Zeit

(Prince of Persia - The Sands of Time, 2010)

Dt.Start: 20. Mai 2010
DVD: 30. September 2010
Premiere: Mai 2010 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Abenteuer, Fantasy
Länge: 116 min Land: USA
Darsteller: Jake Gyllenhaal (Prinz Dastan), Gemma Arterton (Tamina), Sir Ben Kingsley (Nizam), Alfred Molina (Scheich Amar), Reece Ritchie, Toby Kebbell, Ambika Jois (Tamina's Diener), Richard Coyle
Regie: Mike Newell
Drehbuch: Doug Miro, Carlo Bernard


Inhalt

Durch einen goldenen Dolch wird der Sand der Zeit freigesetzt und gibt dem Besitzer die Möglichkeit, durch die Zeit zu reisen und somit die Vergangenheit zu verändern. Der Prinz von Persien Dantan und Prinzessin Tamina müssen sich zusammentun, um zu verhindern, dass eben diese mächtige Waffe in die Hände eines gierigen und skrupellosen Adeligen fällt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Prince of Persia - Der Sand der Zeit hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Kurzkritik
von Markus Müller
Wertung von 69 für Prince of Persia - Der Sand der Zeit

Zu Beginn orientiert sich Prince of Persia sehr nah an der Videospielvorlage, was speziell im Nachempfinden der für das Game charakteristischen Kamerafahrten deutlich wird und das ein oder andere Zockerherz höher schlagen lässt. Leider verliert der Film im weiteren Verlauf den Bezug zum Spiel immer mehr und verkommt schließlich zum konventionellen Hollywood-Blockbuster mit Orientkulisse. Auch wenn Prince of Persia zwar stets solide und ohne Längen zu unterhalten weiß, werden die Atmosphäre und der Humor des Spiels nicht erreicht. Abgesehen von der unnötig kitschigen Liebesgeschichte, die man so schon unzählige Male gesehen hat, stört vor allem das effektüberladene Finale, inklusive dem unnötigen und besonders für alle, die die Videospielvorlage kennen, enttäuschenden Ende. Doch trotz aller Kritik ist der Streifen genau das, was er sein will: Ein Unterhaltungsfilm für den Mainstream. Anders ließen sich die enormen Produktionskosten von etwa 150 Millionen Dollar wohl auch kaum decken.

Kritik

von Carmen Porschen
Prince of Persia - Der Sand der Zeit hat eine Wertung von 80%
Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer, auf dessen Konto die Fluch der Karibik-Trilogie geht, hat wieder zugeschlagen: Unter seinem Namen kommt nun der Held aus dem Computerspiel Prince of Persia auf die Leinwand. Mit opulenten Bildern, authentischen Kulissen, Spannung und Action bringt dieser Blockbuster geballte Unterhaltung inklusive neu erdachter Story. Der Perserprinz Dastan, gut gespielt von Jake Gyllenhaal, hätte etwas mehr Tiefe vertragen können und die Action des Films droht einen anfänglich noch zu überrollen. Doch dann wendet sich das Blatt und das Trickfeuerwerk beim Finale entführt im letzten Schritt völlig in eine ferne, fantastische Welt, in der alles möglich ist.

Bild aus Prince of Persia - Der Sand der Zeit Persien im sechsten Jahrhundert. Der Herrscher Sharaman regiert mit Weisheit und Güte über sein Königreich und durch die Geburt zweier Söhne ist seine Nachfolge bereits gesichert. Doch eines Tages vergrößert sich die Familie unerwarteterweise: Dem König fällt der junge Dastan auf, ein Waisenjunge der mit Mut, Geschick und Sinn für Gerechtigkeit seinen gleichaltrigen Freund vor den Wachen beschützen will. Er erkennt in ihm einen reinen Charakter und nimmt ihn bei sich auf. So wächst Dastan zusammen mit den beiden leiblichen Söhnen des Königs Prinz Tus und Prinz Garsiv und unter der Obhut von Nizan, dem Bruder des Königs, auf und gehört von nun an zur Familie. Viele Jahre später wartet auf die drei jungen Männer eine Bewährungsprobe, deren Ausmaß ihnen zunächst gar nicht bewusst ist. Ein Spion berichtet, dass im Reich Alamut Waffen für die Feinde des Königs hergestellt werden. Bisher war dieser Ort für König Sharaman und sein Gefolge heilig und unantastbar, aber bei diesem ernsten Verdacht kann die Königsfamilie nicht tatenlos zusehen.

Während unter dem Befehl von Prinz Tus - dem nächsten Anwärter auf Thron und Krone - das königliche Heer einen Frontalangriff gegen Alamut startet, macht sich Dastan auf eigene Faust daran, die Stadt zur Niederlage zu bringen. Weit entfernt vom Angriff überwindet er die Stadtmauern und gelangt ins Innere des Reiches. Mit seiner Hilfe können die beiden Brüder den Kampf über Alamut siegreich beenden und nehmen die dort herrschende Prinzessin Tamina gefangen. Ihr ist nur daran gelegen, den größten Schatz Alamuts - einen geheimnisvollen Dolch - in Sicherheit bringen zu lassen. Doch als das misslingt, bleibt ihr keine Wahl: Sie lässt sich darauf ein, ihre Stadt zu verlassen und an der Seite von Prinz Tus zu bleiben. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Als König Sharaman von der Einnahme Alamuts erfährt, ist er skeptisch ob die Stadt tatsächlich Waffen hergestellt und an die Feinde weiterverkauft hat. Prinz Tus verspricht seinem Vater, dies noch zu beweisen und damit auch zu zeigen, dass er bereits würdig ist, die Nachfolge des Königs anzutreten. Kurz darauf verstirbt der König: In einem Gebetsumhang, den er kurz zuvor von Dastan geschenkt bekommen hat, versteckt sich Gift, das ihn in kurzer Zeit tötet. Dastan, der den Umhang selbst nur von Prinz Tus bekommen hatte, gilt als Schuldiger und entkommt nur knapp den Wachen. Bei der Flucht hilft ihm Prinzessin Tamina, die allerdings nur eins damit im Sinn hat: Damian den Dolch abzunehmen, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. Welches Geheimnis steckt dahinter und schafft es der Held ohne königliches Blut, seine Unschuld zu beweisen? Was steckt noch hinter dem Angriff auf Alamut und wer hat damit Böses im Sinn?

Fragen über Fragen, die im Verlauf von 116 Spielminuten alle beantwortet werden. Eines wird schnell klar: Die Drehbuchautoren haben sich einiges einfallen lassen, um Prince of Persia nicht langweilig werden zu lassen. Der Film unter der Regie von Mike Newell ist keine direkte Verfilmung des gleichnamigen Computerspiels. Es gibt in dieser langen Reihe von Spiele-Teilen zwar eine "Sands-of-time-Trilogie" aber auch hier stimmt die Handlung nicht überein. Für die Jerry Bruckheimer-Produktion brüteten die Autoren über einer eigenen Geschichte, die den Perserprinzen Dastan in den Fokus stellt. Gespielt wird diese Figur von Jake Gyllenhaal, der in diesem Genre zwar noch nicht so oft zu sehen war, aber sich durchaus gut in dieser Rolle macht. Ein Problem gibt es hierbei dennoch: Obwohl der Hollywoodstreifen nahezu 2 Stunden füllt, bleibt Dastan doch ein verhältnismäßig oberflächlicher Charakter. Er verkörpert zwar die wichtigen Attribute wie Mut, Klugheit und Gerechtigkeitssinn, aber dennoch bleibt er etwas konturlos. Auch die gelegentlichen Zeitlupenaufnahmen von ihm wirken etwas zu pathetisch und überspitzt, als dass sie Gänsehaut erzeugen könnten. Eigentlich ist diese Hauptfigur, die auf einem inzwischen 21 Jahre alten Spielehelden basiert, vorrangig etwas zum Ansehen: Zum Bewundern für Jungs, die gerne so tolle akrobatische Künste vollführen könnten, und zum Anschmachten für das weibliche Geschlecht.

Neben Jake Gyllenhaal gibt sich Sir Ben Kingsley die Ehre, der in so ziemlich jeder Rolle brillieren kann, aber hier ein ähnliches Schicksal wie die Hauptfigur erleidet: Die übergeordneten Attribute verlangen eine sehr vereinfachte Spielweise. Außerdem sind das hübsche Bondgirl Gemma Arterton als Prinzessin Tamina sowie Spider-Man-Bösewicht Alfred Molina als geldgieriger Scheich Amar zu sehen. Das ergibt eine bunte Truppe, die durchaus - im gegebenen Rahmen - überzeugt und dabei in eine Special Effects und Action-Schlacht vom Feinsten geschickt wird. Zu Beginn des Filmes geht es mit der Action doch ein bisschen zu schnell los, denn als Zuschauer weiß man gar nicht so recht, wie einem geschieht und um welchen Konflikt es da genau geht. Außerdem kommt hinzu - dieses Problem findet sich aber auch in einer Reihe anderer actionlastiger Filme - dass in den Kampfszenen so oft die Perspektive gewechselt wird, dass einem kaum eine Chance bleibt noch zu erkennen, wer da wen gerade wie und mit was getroffen hat.

Doch dann beruhigt sich die Handlung ein wenig und es gelingt der richtige Einstieg in die Handlung, das Kennen lernen der Figuren und das Beziehungsgeflecht. Von nun an entwickelt sich der aufwändig inszenierte Prince of Persia großartig. Mitreißend und interessant tut sich eine spannende Geschichte auf, das Ganze erinnert schon alleine durch die Kulisse an Die Mumie, bringt zwar nicht ganz so viel Humor und Leichtigkeit mit, ist aber dennoch sehr unterhaltsam. Regisseur Mike Newell der auch für Harry Potter und der Feuerkelch verantwortlich war, hat alles in allem mit seiner Interpretation des Perserprinzen und seinen Abenteuern ins Schwarze getroffen. Die Kletter- und Kampfkunst des jungen Helden, die charakterisierend für die Computerspiele war, wurde gut eingebaut und eine Liebesgeschichte darf in dem ganzen Getümmel natürlich auch nicht fehlen. Auf diese Weise reiht sich der Prince of Persia vor toller Kulisse und mit viel Schwert- und Pfeil & Bogen-Action sehr gut in die Linie von Genrehits wie Indiana Jones oder Die Mumie ein. Einzige Unterschiede sind, dass die Möglichkeiten an Special Effekts wieder auf einem neuen Level angelangt sind und natürlich auch ausgenutzt - für das Finale fast schon einen Hauch zu sehr ausgereizt wurden und dass der Held der Geschichte vielleicht ein bisschen zu ernst genommen wird. Einen solch theatralisch umleuchteten und immerguten Helden durchgehend ernst zu nehmen, fällt einem dann doch schwer. Nichts desto trotz ist Prince of Persia die geballte Ladung Unterhaltung und Augenschmaus, genau das Richtige für einen aufregenden Popcorn-Kinoabend. Die kleinen Abzüge an der einen oder anderen Stelle tun diesem Filmerlebnis keinen Abbruch.



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