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Nach Erin Brockovich und Traffic - Macht des Kartels schlägt Steven Soderbergh mit seinem neuen Film nun wieder eine leicht andere Richtung ein. Sein Remake des Frank Sinatra Klassikers Ocean's Eleven (bei uns wohl eher unter dem Titel Frankie und seine Spießgesellen bekannt) erinnert mehr an Out of Sight als an die beiden Abräumer der letztjährigen Oscarverleihung. Vorbei die Zeiten der Farbfilterspiele, Handkameraeinstellungen und ernsten Themen, nun ist wieder einmal der Augenblick für ein leicht verdauliches und rein unterhalten wollendes Gangster-Filmchen gekommen. Ocean's Eleven ist ohne Frage der unkomplizierteste und simpleste Film den Soderbergh bis zum heutigen Tage gedreht hat und genau dies war auch seine Absicht. In Refernz an das Original läuft hier alles mit einem gewissen Stil ab: Gutaussehnde Männer in schicken Smokings liefern sich pfiffige Dialoge statt plumper Slapstickeinlagen und ziehen ausgeklügelte Finten sinnlosen Blutbädern vor. Schußwaffen, brutale Handgreiflichkeiten oder Trashtalk findet man hier ganz bestimmt nicht, denn Ocean's Eleven ist zwar ein Heist-Movie, aber eines der alten Schule und das durch und durch.
Ein sicherlich nicht unerheblicher Teil der Zuschauer wird sich diesen Film allein schon wegen seiner Besetzung ansehen und die ist wirklich aller erste Sahne. Wann bekommt man schon mal Hollywoodgrößen wie George Clooney, Julia Roberts, Brad Pitt, Matt Damon und Andy Garcia auf ein und der selben Leinwand zu Gesicht? Und das dann auch noch mit Unterstützung von Könnern wie Don Cheadle und Carl Reiner, komplettiert durch ein paar äußerst gelungene Gastauftritte? Nein, das gibts nun wirklich nicht alle Tage zu sehen. Dabei müssen die Akteure dieses Films nicht einmal schauspielen, alles was hier von ihnen verlangt wird ist cool zu sein und genau das sind sie auch. George Clooney spielt den charamanten Gauner Danny Ocean und damit den obercoolsten übrhaupt. Für seinen neuesten Coup, drei Las Vegas-Casinos in einer Nacht auszurauben, was im Grunde nur ein Vorwand ist, seine Ex-Frau Tess wiederzusehen, schart er zehn weitere Kriminelle um sich, die alle auf ihre Art cool sind. Brad Pitt spielt den zurückhaltend coolen Rusty Ryan, Matt Damon verkörpert den unbedarft coolen Taschendieb Linus Caldwell, Don Chadle gibt den durchgeknallt coolen Techniker zum Besten, Andy Garcia tritt als gefährlich cooler Bösewicht auf und Eddie Jemison ist als überspannter Überwachungsexperte der Truppe so betont uncool in Szene geetzt, daß er schon wieder unglaublich cool wirkt. Selten war ich von einem Ensemble so sehr angetan, ohne daß auch nur einer von ihnen eine echte schauspielerische Leistung erbringen mußte.
An der Inszenierung des Films gibts nicht viel zu beanstanden, ist halt ein Soderbergh und daher per Definition schon einfach gelungen. Von der Titel-Einblendung bis zur Musikuntermalung ist Ocean's Eleven durch und durch ein waschechter Sodi, wenngleich wie bereits erwähnt der bisher unkomplizierteste. Manche mögen sich vielleicht sogar daran stören, daß die Handlung stur linear verläuft, die Protagonisten ihren Widersachern stets einen Schritt voraus sind und der Erfolg des Raubes im Grunde nie ernsthaft gefährdet ist, doch genau das ist es ja was den Reiz dieses Films ausmacht. Ocean's Eleven lebt nicht von nervenzerfetzender Spannung oder vollkommen überraschenden Wendungen, Ocean's Eleven ist ein flockig lockerer Film mit einer leicht bekömmlichen Story und eben extremst coolen Charakteren, nicht mehr und nicht weniger. Wer Lust drauf hat wird hier bestens unterhalten, wem dies jedoch zu wenig ist, der sollte lieber draußen bleiben. Fände ich jedoch total uncool. |