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Auftrag Rache

(Edge of Darkness, 2010)

Dt.Start: 11. März 2010
DVD: 21. Oktober 2010
Premiere: 29. Januar 2010 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Drama, Thriller
Länge: 117 min Land: USA, UK
Darsteller: Mel Gibson (Thomas Craven), Caterina Scorsone (Melissa Conway), Danny Huston (Bennett), Ray Winstone (Darius Jedburgh), Shawn Roberts (Burnham), Denis O'Hare (Moore), Gbenga Akinnagbe (Det. Darcy Jones), Jay O. Sanders (Whitehouse), Bojana Novakovic (Emma Craven), David Aaron Baker (Millroy), Tom Kemp (Paul Honeywell), Rick Avery (Robinson Jr.)
Regie: Martin Campbell
Drehbuch: William Monahan, Andrew Bovell


Inhalt

Als seine Tochter Emma vor seinen Augen ermordet wird, stellt Detective Thomas Craven verzweifelt Nachforschungen über ihren Tod an. Dabei findet er heraus, dass Emma als Umweltaktivistin arbeitete und kurz davor war, einen gewaltigen Umweltskandal aufzudecken. Fortan setzt Craven alles daran, das "Erbe" seiner Tochter fortzuführen und bringt sich dadurch selbst in Gefahr, da offenbar höchste Regierungskreise mit allen Mitteln die Aufdeckung des Skandals verhindern wollen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Auftrag Rache hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 80%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julia Stache
Auftrag Rache hat eine Wertung von 80%
Wie bereits State of Play - Der Stand der Dinge basiert auch Auftrag Rache auf einer britischen BBC-Serie aus den Achtzigern. Regisseur Martin Campbell, zuletzt bekannt durch Casino Royale, nahm sich des Stoffes an. Der Vergeltungszug eines Vaters ist Bestandteil der Geschichte und für seinen Hauptdarsteller Mel Gibson wie geschaffen.

Bild aus Auftrag Rache Erst vor kurzem bescherte uns Regisseur F. Gary Gray einen Thriller, in dem ein Mann bereits in den ersten Minuten des Films alles verliert, was ihm wichtig ist: seine Familie. Fortan versucht er Rache zu üben an den Tätern, vor allem aber am Justizsystem seines Landes, welches den Tätern mehr Rechte einräumt, als dem Opfer. Die Rede ist von Gesetz der Rache. Auf den ersten Blick scheint Auftrag Rache von Martin Campbell eine ähnliche Geschichte erzählen zu wollen. Doch im Gegensatz zu Gerard Butler, der seine Racheakte aus dem Gefängnis heraus verübt, agiert Mel Gibson als Polizist im Alltag. Zudem entwickelt sich im aktuellen Thriller eine Geschichte, mit der zunächst nicht zu rechnen war.

Hinter dem Mord an Thomas Cravens Tochter Emma steckt mehr als erwartet. Die als Physikerin bei einer angesehenen Firma arbeitende junge Frau leidet bei dem Besuch bei ihrem Vater an starker Übelkeit und blutender Nase. Auf dem Weg ins Krankenhaus wird sie noch an der Wohnungstür erschossen. Anfänglich wird der Mord als Attentat auf Thomas eingestuft. Doch als dieser selbst die Ermittlungen in die Hände nimmt, stößt er schnell auf einige Ungereimtheiten. Emmas Körper ist radioaktiv verseucht und ein Besuch bei Emmas Chef Jack Bennett, dem Leiter der Atomforschungseinrichtung Northmoor, wirft mehr Fragen auf als Antworten. Schnell wird Thomas mit den schrägen Machenschaften der Firma konfrontiert und lernt dabei seine verstorbene Tochter von einer bis dato unbekannten Seite kennen.

Die Rolle des Thomas Craven ist Mel Gibson wie auf den Leib geschrieben und man nimmt ihm seine durch minimale Mimik vermittelten Gefühle tatsächlich ab. Auch wenn man Gibson deutlich ansieht, dass er auch nicht mehr der Jüngste ist, sind seine Faustkämpfe mit diversen Gegnern nicht unglaubwürdig. Seine Figur ist äußerst ruhig und besonnen angelegt, sie ist nicht auf Gewalt aus, auch wenn sich diese nicht vermeiden lässt. Ähnlich besonnen ist auch die Geschichte angelegt, deren ruhiger Grundton nur ab und an durch einen Ausbruch Cravens durchbrochen wird. Diese Ausbrüche zeugen meist von starker Gewalt, sind stets unerwartet, passen sich jedoch wunderbar in den ansonsten ruhigen Erzählrhythmus des Films ein und sind eine gelungene Abwechslung.

Immer wieder driftet Craven in Erinnerungen an seine Tochter ab und gerade diese Rückblenden ziehen den Zuschauer mehr in den Film hinein. Genauso wenig wie Craven seine erwachsene Tochter kennt, genauso wenig kennen wir sie. Durch den Mix aus Rückblenden und aktuellem Geschehen lernen wir sie besser kennen und kommen genauso wie der Hauptcharakter dem Geheimnis um Emma und ihren Arbeitgeber stets einen Schritt näher. Die Vergeltung, die der Vater am Mord seiner Tochter nimmt, driftet anders als bei 96 Hours oder Gesetz der Rache nie ins Lächerliche ab. Somit ist Martin Campbells Thriller ein zugleich gelungenes Drama, spannend und abwechslungsreich, mit leichten Abzügen für kleinere Ungereimtheiten und bringt Mel Gibson gekonnt auf die Leinwand zurück.



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