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Mit Percy Jackson - Diebe im Olymp hat Chris Columbus, der sich als Regisseur von Harry Potter und der Stein der Weisen, sowie Harry Potter und die Kammer des Schreckens in diesem Genre nur allzu gut auskennt, einen durchaus soliden und unterhaltsamen Fantasy-Film geschaffen. Zwar gibt es aufgrund der Ansiedlung in der griechischen Mythologie einige nette Szenen, etwas wirklich Überraschendes oder Neues vermögen Plot und Inszenierung allerdings nicht zu bieten. Für junge Fantasy-Fans, die schon Harry Potter ganz toll fanden, ist es aber sicherlich ein Highlight des Frühjahrs.
Eine hochgelobte Fantasy-Buch-Reihe um einen Jungen, der sein Leben lang dachte, er wäre so normal wie alle anderen und plötzlich feststellen muss, dass er etwas besonderes ist und sich auch sogleich gegen bösartige Wesen aus einer fantastischen Welt erwehren muss, findet ihren Weg auf die große Leinwand. Nein, wir haben hier keinen Zeitsprung in das Jahr 2001 unternommen, als der erste Teil der Harry Potter-Reihe die Kinos stürmte und eine unnachahmliche Erfolgsserie einläutete. Anstelle von Zauberern und Magiern finden wir uns hier in der Welt griechischer Götter wieder. Die Geschichte, die auf den Romanen von Rick Riordan basiert, erinnert vor allem am Anfang enorm an Harry Potter, was durch die Tatsache, dass Regisseur Chris Columbus eben dessen erste zwei Teil inszenierte, noch verstärkt wird.
Erst nach einiger Zeit, wenn wir endlich vollkommen in der Welt der griechischen Mythologie angekommen sind, kann man die Ähnlichkeit mit dem Zauberlehrling ausblenden und sich voll und ganz auf Percy Jackson, den Sohn des Gottes der Meere Poseidon und beschuldigten Dieb des Herrscherblitzes Zeus', konzentrieren. Ist dies einmal gelungen, offenbaren sich nicht wenige witzige und amüsante Momente, in denen bekannte Dinge aus der griechischen Mythologie eine Rolle spielen, und den Zuschauer durchaus unterhalten.
Im Gegensatz zu Harry Potter hält sich Percy Jackson hauptsächlich in der realen Welt auf und trifft dort auf so manch unerwartete Kuriosität. So wird er bei einem harmlos wirkenden Schulausflug plötzlich von seiner Lehrerin, die sich in eine Rachegöttin verwandelt hat, angegriffen und zur Herausgabe des Herrscherblitzes aufgefordert. Da entpuppt sich auch schon sein bester Freund Grover als Satyr, ein Mensch mit Ziegenbeinen, und Prof. Brunner ist eigentlich ein Zentaur. Percy versteht natürlich nur Bahnhof, immerhin hatte er bis eben überhaupt keine Ahnung, dass die griechischen Mythen gar nicht erfunden sind und vor allem, dass er mitten drin steckt. Gemeinsam mit seiner Mutter, die über alles Bescheid weiß, und seinem Beschützer Grover wird er in ein Camp für Halb-Götter gebracht. Am Eingang wird seine Mutter vom Minotaurus geschnappt, Percy muss sie zurücklassen. Wenig später erfährt er, dass Hades, der Gott der Unterwelt, sie gefangen hält und gegen den Blitz von Zeus austauschen würde. Also begibt sich der junge Halbgott in Begleitung von Annabeth, Tochter der Athene (Göttin der Weisheit und der Kriegsstrategien), und Grover auf die Suche nach den drei Perlen der Persephone, die ihnen eine Rückkehr aus der Unterwelt ermöglichen sollen. Außerdem muss Percy noch den wahren Dieb des Herrscherblitzes finden, um einen Krieg zwischen den Göttern zu vermeiden und seinen Namen rein zu waschen.
Die Tatsache, dass sich die Handlung hauptsächlich in der modernen Welt abspielt, birgt die Möglichkeit einer fetzigeren und erwachseneren Inszenierung, als es die ersten Teile von Harry Potter hergaben. Diese Chance weiß Chris Columbus auch zu nutzen. So führt die Reise der drei Jugendlichen auf der Suche nach den Perlen einmal quer durch die USA, wobei sie unter anderem in Las Vegas Halt machen und sich mit modernsten Mitteln wehren müssen. Dies gibt dem Film eine eigene Note und wird die junge Generation sicherlich begeistern können.
Für Kinobesucher reiferen Semesters gibt es allerdings durchaus auch das ein oder andere Schmankerl, wie Schauspieler, die in Rollen auftauchen, die man ihnen nicht zugetraut hätte, oder die amerikanische Weltsicht, die wie schon in manch anderem Film wieder einmal deutlich zu tragen kommt . Leider hat die Geschichte an nicht nur einer Stelle mit ziemlichen Logiklücken zu kämpfen, die aufmerksamen Zuschauern den Spaß trüben könnten. Wer hierüber allerdings entweder hinwegsehen kann oder sich erst gar nicht mit dem Gedanken abgibt, der kann über knapp zwei Stunden unterhalten werden. Zuviel Anspruch darf man aber nicht erwarten, ansonsten wird man enttäuscht. |