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Auf der anderen Seite des Bettes

(De l'autre côté du lit, 2008)

Durchschnittliche Redaktionswertung

68%



Inhalt

Das Ehepaar Ariane und Hugo will Abwechslung in ihrem Leben und was liegt da näher als die Rollen zu tauschen? Ariane übernimmt den Job ihres Mannes und dieser ist ab sofort Hausmann. Selbstverständlich werden auch die Seiten im Bett getauscht. Beide scheinen glücklich mit dem Wechsel zu sein. Doch nach einiger Zeit stellt sich die Frage: Ist das Leben auf der anderen Seite des Bettes wirklich besser?

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Auf der anderen Seite des Bettes

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

68%

Gleich zwei gefeierte Stars des französischen Kinos geben sich für Auf der anderen Seite des Bettes die Ehre. Diese nicht ernst gemeinte Pseudo-Ode an die Emanzipation ist mit Sophie Marceau und Danny Boon, der ungefähr Zeitgleich in der Satire Micmacs zu sehen ist, hervorragend besetzt. Als Ehepaar im selbstgewählten Rollentausch liefern die beiden ein reich pointiertes Gagfeuerwerk und sorgen nahezu durchgehend für spritzige Unterhaltung. Nur so recht in die Zeit passen, möchte der Film nicht und das zahme Ende ist eher fürs Poesiealbum brauchbar.

Bild aus Auf der anderen Seite des Bettes Sophie Marceau, einstmals das süße Teenie-Mädchen, das in den 80ern allen pubertierenden Jungs heftig den Kopf in La Boum - Die Fete und La Boum 2 verdrehte und später sogar Bond-Girl wurde, ist inzwischen eine gereifte Filmdiva von 43 Jahren, sieht aber immer noch zum Verlieben gut aus. Um die französische Darstellerin war es in den letzten Jahren international verhältnismäßig ruhig geworden. Marceau sorgte eher durch unfreiwillige Busenblitzer auf dem roten Teppich für Aufsehen und war im Kino zuletzt in Lol - Laughing out loud in der Rolle einer alleinerziehenden Mutter eines pubertierenden weiblichen Teenagers zu sehen. Eine Art "La Boum - The next Generation". Für Auf der anderen Seite des Bettes ist sie in die Rolle des fleischgewordenen Traums aller erfolgreichen Bussines-(Ehe)Männer geschlüpft - zumindest zu Beginn.

Arianne (Sophie Marceau) teilt das Los vieler ihrer Geschlechtsgenossinen, die mit einem erfolgreichen Geschäftsmann verheiratet sind: Während das Alphatier Karriere macht und für seine Firma zur unersetzlichen Persönlichkeit wird, muss das brave Frauchen die paar alltäglichen Kleinigkeiten zu Hause organisieren: Für Arianne bedeutet das Einkaufen, Kochen, Putzen, Wäsche waschen, die Kinder zur Schule bringen und wieder abholen; nachmittags diese zu anderen außerschulischen Aktivitäten termingerecht abliefern, sowie nebenbei die Renovierung des Hauses managen; sprich: den Handwerkern Dampf unterm Hintern machen, damit sie endlich zu Potte kommen. Wenn das noch nicht genug ist, gibt es immer noch den eigenen kleinen Schmuckvertrieb, den sie gemeinsam mit einer Freundin betreibt und der natürlich auch seine Zeit beansprucht.

Abends, wenn Göttergatte Hugo (Dany Boon) nach Hause kommt, und Arianne völlig entnervt nach etwas Verständnis und Anerkennung lechzt; vielleicht sich sogar nach der partnerschaftlichen Einsicht sehnt, dass der "Herr im Hause" auch mal mit anpacken könnte, erntet sie meist nur ein: Wie, Du hast das nicht geschafft? Das Bisschen Haushalt!. Sexuell läuft obendrein auch nicht mehr viel. Hugo ist viel zu geschlaucht davon, den ganzen Tag die Firma repräsentiert, Entscheidungen getroffen und Aufgaben delegiert zu haben. Dass dann eine, gelinde gesagt, brenzlige Atmosphäre nach zehn frustrierenden Ehejahren entstanden ist, verwundert nicht. Eines Tages explodiert dieser Ehe-Vulkan und Arianne stellt Hugo vor ein Ultimatum: Ein Jahr lang Rollentausch. Sie übernimmt seine Aufgaben in der Firma (glücklicherweise ist es Hugos eigenes Unternehmen) und er hütet Haus wie Kinder und unterstützt Ariannes Freundin beim Schmuckvertrieb. Damit es auch kein einfaches Zurück gibt, wird gleichmal alles notariell beurkundet. Entweder Hugu ist damit einverstanden oder Arianne zieht ein für allemal aus.

Willkommen in den 80ern möchte man meinen. Zwar hat diese "Emanzipationskomödie" nichts mit den romantischen Marceau-Teenie-Schmonzetten aus diesen Tagen gemein. Doch so recht möchte das Thema auch nicht in die heutige Zeit passen. Mal von der Frage abgesehen, warum sich ein wohlsituiertes Pärchen des (mindestens) oberen Bürgertums kein Kindermädchen oder Haushaltshilfe leistet, sind die Jahre eigentlich vorbei, in denen skrupellose, auf Erfolg getrimmte, Business-Alphatiere Arrangements mit ihren Frauen treffen, die ihnen selbst eine ungehinderte Karriere ermöglichen, während für die Frauen der Ehealltag, die Kinder und die Küchenpflichten zum persönlichen Gefängnis avancieren. Die Frauen der höheren gesellschaftlichen Sphären sind heutzutage zumeist selber studiert, Karrieristinnen und verschieben Libido, Ehe und Kinder oft auf die Zeit nach der persönlichen beruflichen Verwirklichung.

Allzulange braucht sich aber mit diesen "zeitgeist-perspektivischen" Unstimmigkeiten nicht aufgehalten zu werden. Schnell entpuppt sich Auf der anderen Seite des Bettes als softe Stereotypen-Persiflage in mehrfacher Hinsicht: Wer erwartet, dass Arianne in ihrer neuen Funktion als Firmenleiterin das Unternehmen gegen die Wand fährt und Hugo in seiner Aufgabe als Hausmann sich wie ein unbeholfener Dreijähriger, den seine Mama verlassen hat, aufführt, irrt gewaltig: Gründlich werden alle Klischees und Konventionen nicht nur ausgehebelt, sondern auch gründlich durch den Kakao gezogen.

Da erscheint es regelrecht als kongenialer Clou die Rolle des Hugo mit dem etwas dysfunktional anmutenden Danny Boon besetzt zu haben. Rein nominell spielt der optisch nicht in einer Liga mit Marceau; dadurch aber wird sein Wandel vom Businesstiger zum femininisierten Hauskater, der es liebt mehrgängige Menüs zu zaubern und Schmuckkollektionen wohlhabenden Matronen anzudrehen, indem er sich sensitiv auf eine Wellenlänge mit den Mädels begibt, erst glaubwürdig. Nichts wird bei diesem Rollen- und Seelentausch ausgelassen: Um in ihren neuen Wirklichkeiten überleben zu können, reicht es nicht, den jeweils anderen Platz bloß einzunehmen. Ein weitgehender innerlicher Wandel ist nötig: Am Scheidepunkt ist Marceau zum Business-Vamp mutiert und nimmt sich hemmungslos all das, was sie gerade braucht. Und das schließt durchaus auch eine Portion Office-Sex mit einem Untergebenen ein, während ihr verweiblichter Gatte trotz Gelegenheit einen Seitensprung nicht fertigbringt.

Auf der anderen Seite des Bettes ist eine charmante, turbulente und spritzige Komödie, voll witziger Dialoge, die mit zwei hochkarätigen Darstellern des europäischen Films besetzt ist. Thema und Story mögen zwar nicht ganz zeitgemäß anmuten und nach einer Weile erschöpft sich das Motiv des Rollen- und Persönlichkeitswechsels auch ein wenig, so dass es in der zweiten Hälfte überwiegend die situativen Gags retten müssen, dennoch kommt keine nennenswerte Langeweile auf. Allerdings macht sich ein recht weichgespültes Ende, das sehr amerikanisch anmutet, wesentlich störender bemerkbar. Das hätte durchaus bissiger inszeniert werden können. Aber die Franzosen scheinen des schnöden Mammons Willens immer deutlicher bei den Herrn in Übersee in die Lehre zu gehen.

Keine weitere Wertung


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