Der Klimawandel ist in aller Munde und so erlebt der Naturfilm ganz automatisch einen Aufschwung. Dieser Umstand bescherte uns bereits Meisterwerke wie Die Reise der Pinguine oder Unsere Erde und zeigt uns Menschen das, was wir womöglich mit unserem Verhalten der Umwelt gegenüber bald verlieren werden. In diese Reihe fügt sich nun auch Unsere Ozeane ein, der in atemberaubenden Bildern einige Aspekte des Lebens im Ozean aufgreift und absolut sehenswert ist!
Spätestens seit Millionen Zuschauer den Königspinguinen auf ihrer beschwerlichen Wanderung gefolgt sind, haben Tier- und Naturfilme wieder ein größeres Publikum. Was man früher aus IMAX-Vorführungen kannte, kommt jetzt ganz normal im Kino und zeigt die Schönheit und die Wunder dieser Erde in bewegten Bildern. Dabei schwingt natürlich auch immer ein mahnender Unterton mit, der darauf aufmerksam macht, dass all das, was den Zuschauer gerade noch in Verzückung und Staunen versetzt hat, in nicht allzu ferner Zukunft verschwunden sein könnte. Was bei Die Reise der Pinguine noch eher nebensächlich war, trat bei Produktionen wie Unsere Erde oder auch Das Geheimnis der Flamingos deutlicher in den Mittelpunkt. Auch Unsere Ozeane schließt sich dem an und lässt, wenn auch nicht aufdringlich, das drohende Aussterben von faszinierenden Unterwasserlebewesen nicht unerwähnt.
Dabei gelingt es den Machern, den Zuschauer mit interessanten und spektakulären Aufnahmen zu beeindrucken und ihn ein Stück weit in diese Unterwasserwelt, die uns Menschen immer noch so fremd ist, hinein zu holen. Die Bilder bleiben dabei weitgehend unkommentiert, lediglich eine grobe Rahmenhandlung wird vom Erzähler hin und wieder eingeworfen. Damit hebt sich Unsere Ozeane deutlich von Unsere Erde, der gerne in einem Satz genannt wird, ab. Während man in Unsere Erde ständig Erklärungen und kleine Geschichten vom Erzähler mitbekam und somit den ein oder anderen Namen eines Tieres oder dessen Verhaltensweise kennen lernte, stehen in Unsere Ozeane hauptsächlich die Bilder im Vordergrund. Durch die Qualität dieser ist das aber keineswegs negativ anzulasten. Dennoch werden gerade kleine Zuschauer oder auch Menschen, die sich bislang noch nicht so intensiv mit verschiedenen Lebewesen des Ozeans beschäftigt haben, im Nachhinein ein paar Fragen haben und sich vielleicht noch ein wenig mit dem Thema beschäftigen müssen.
Die Problematik der aussterbenden Arten im Meer durch die Fischerei, Verschmutzung und sonstige negative Eingriffe des Menschen in das Gleichgewicht der Natur, wird in gut verträglichen Dosen untergemischt und stört somit den Gesamteindruck nicht. Das ist äußerst geschickt gemacht, denn auf diese Weise wird der Zuschauer die Botschaft viel intensiver wahrnehmen, da er zuvor von der Vielfalt der Lebewesen in den verschiedenen Meeren beeindruckt wurde, um anschließend damit konfrontiert zu werden, dass all dies bald schon nicht mehr existieren könnte.
Wer sich generell für die Natur und vor allem das Leben unter Wasser interessiert, ist bei dieser Dokumentation auf jeden Fall gut aufgehoben. Hier wechseln spektakuläre Luftaufnahmen mit interessanten Perspektiven unter Wasser ab und zeichnen ein Bild, das auf jeden Fall beeindruckt und toll anzusehen ist. Auch für Kinder ist der Film mit Sicherheit sehenswert, er sollte allerdings in Begleitung eines Elternteils stattfinden, um offene Fragen besprechen zu können. Angenehm gestaltet sich die Tatsache, dass nahezu gänzlich auf schockierende Bilder verzichtet wurde. Einzig ein Fischernetz, in dem sich alle möglichen Tiere, von Robben bis zu Delfinen, verfangen und den Tod gefunden haben, ist eher schwer verdaulich. Im Großen und Ganzen steht allerdings die Schönheit der Unterwasserwelt im Vordergrund. Angst vor Haien oder sonstigen Räubern sollte man allerdings nicht haben.