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Das Rotkäppchen-Ultimatum

(Hoodwinked Too! Hood VS. Evil, 2009)

Dt.Start: 21. Juli 2011 Premiere: 15. Dezember 2009 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Animation
Länge: 86 min Land: USA
Darsteller: Hayden Panettiere (Red), Bill Murray (Mr. Alligator), Bill Hader (Hänsel), Amy Poehler (Gretel), Joan Cusack (Hexe), Patrick Warburton (Wolf), Martin Short (The Woodsman), Glenn Close (Granny), Brad Garrett (Giant), David Ogden Stiers (Nicky Flippers), Andy Dick (Boingo), Wayne Newton (Jimmy Ten-Strings), David Alan Grier (Troll), Rob Paulsen (Johann), Debra Wilson (Iana), Cory Edwards (Twitchy)
Regie: Mike Disa
Drehbuch: Mike Disa, Cory Edwards


Inhalt

In einem weit entfernten Land steckt Rotkäppchen mitten in der Ausbildung der mysteriösen und verborgenen Gruppe "Sister Hoods". Doch dann wird das junge Mädchen und der Wolf von Nicky Flippers, Kopf der "Happily Ever After Agency", gerufen, um das plötzliche Verschwinden von Hänsel und Gretel aufzuklären.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Das Rotkäppchen-Ultimatum hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 17%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Lars Schnell
Das Rotkäppchen-Ultimatum hat eine Wertung von 17%
Geht der deutsche Titel inhaltlich noch einigermaßen in Ordnung, versagt der Film leider an der allzu hemmungslosen Selbstbedienung bei erfolgreichen Blockbuster-Vorbildern. Von Ab durch die Hecke bis hin zu Das Schweigen der Lämmer folgt eine handlungstechnische Kopie, ein abgestandener Witz auf den nächsten. Außerdem ist einfach schade, wenn der einzige Unterhaltungswert eines solchen Werks in einer Dreist abgekupferten Figur liegt.

Bild aus Das Rotkäppchen-Ultimatum Löste schon der erste Teil unter Kinobesuchern und Kritikern keine Welle der Begeisterung aus, griff man dort zumindest auch auf eigene Ideen zurück und schuf mit dem Ausruf "Schniiiitzel" sowie einem singenden alten Ziegenbock zumindest ein paar eigene, kreative und erinnerungswürdige Momente. Auch die Handlung war nichts Besonderes, fiel aber weitaus emotionaler und vielschichtiger aus als dieses Mal.

So wirken Dialoge und Dramatik nun allzu belanglos. Sie verschwinden im nebensächlichen Hintergrund der effekthascherischen und unbedeutenden, anstrengenden Actioneinlagen und Albernheiten. Die chaotische Story, deren Strang in den Händen der Macher leider allzu oft auseinandergerissen und mit schlechten Knoten wieder zusammengefügt wurde, wirkt wie ein prähistorisches Fragment, welches der Zuschauer erst selbst zusammenpuzzeln muss. Der Regisseur lässt dabei jegliche physikalische Grundsätze außeracht und weiß scheinbar nicht, was sein Film sein soll - Drama, Komödie, Kinder- oder Actionfilm. Wie uns eine breite Spanne Animationsfilme zeigte (Ice Age, Findet Nemo, Toy Story, Shrek) kann eine solche Mischung funktionieren und ist eigentlich eine gute Basis. Diese zieht hier aber aufgrund des wilden Wirrwarrs von geklauten Ideen, die man überall schon bedeutend besser erleben durfte, nun gerade nicht.

Zudem bleiben auch die Animationen durchweg schwach. Das gerenderte wirkt unfertig und unscharf, an manchen Stellen lassen sich sogar kleinere Treppchen, die sogenannte Aliasing-Effekte erkennen. Die Figuren sind optisch wie charakterlich flach und kantig, ohne große Liebe zum Detail. Auch der 3D-Effekt wirkt vollkommen nutzlos, da er weder Tiefe ins Bild bringt noch einen anderen Grund zu erfüllen scheint, außer die vermutlich sehr geringen Besucherzahlen finanziell auszubürsten.

Zuletzt überrascht der Film leider nur mit der Tatsache, dass er seine wortwörtlichen Problemkinder als grobe King Kong-Abklatsche nicht auch noch auf dem Empire State Building gegen märchenhafte Flieger-Gänse kämpfen lässt, sondern sich vorzeitig zu einem, trotz einer geringen Spielzeit von kaum eineinhalb Stunden, unnötig ausgedehnten und halbwegs rundem Etwas zusammenkugelt.

Passenderweise merkt der Hase als einer der Bösewichte des Films an, dass Fortsetzungen meist besser seien als das Original und parodiert damit auf scheinbar irrwitzige Weise die Gedanken der Macher, die nach diesem Film fraglich bleiben. Auch der hyperaktive Hammy-Abklatsch (Ab durch die Hecke) namens Twitchy bringt es auf den Punkt: "Peinlich". Alles in allem ein Animationsfilm ohne Seele, der die Geduld des Zuschauers auf die Probe stellt und erstaunlicherweise unterhaltungstechnisch auf gleicher Ebene wie der vulgär-abstoßende Werner - Eiskalt spielt.

Dass er es mit über einem Duzend Punkte über die Nulllinie schafft, verdankt er dabei allein der Tatsache, dass der Zuschauer zumindest ab und zu ein leises Lachen nicht unterdrücken kann, bis dieser bemerkt, dass er es anderswo schon besser gesehen hat. Ein Film, der ein weiteres Mal zum fremdschämen anregt.



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