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Bronson

(Bronson, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 22. Dezember 2009
Premiere: Oktober 2008 (London Film Festival, UK)
FSK: ab 16 Genre: Action, Biografie
Länge: 88 min Land: UK
Darsteller: Tom Hardy (Charles Bronson), Matt King (Paul), Kelly Adams (Irene), Katy Barker (Julie), Edward Bennett-Coles (Brian), Andrew Forbes (Joe Peterson)
Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Brock Norman Brock, Nicolas Winding Refn


Inhalt

Im Alter von 13 Jahren fällt Michael Peterson durch Gewalt in der Schule auf, mit 19 wird er erstmals festgenommen, als er mit einer abgesägten Schrotflinte eine Postfiliale überfällt. Ursprünglich zu 7 Jahren Haft verurteilt, verweilt er länger hinter Gittern, als anfänglich vermutet. Unter dem Namen "Charles Bronson", den er sich selbst gegeben hat, ist er zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt und zählt zu den gefährlichsten Verbrechern Großbritanniens.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Bronson hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 71%
Kurzkritik
von Markus Müller
Wertung von 67 für Bronson

Visuell und inszenatorisch kommt Bronson überaus schräg daher und erinnert hin und wieder an Klassiker wie Clockwerk Orange oder Natural Born Killers. Das große Problem des Filmes liegt jedoch in der Dramaturgie. Über weite Strecken passiert praktisch nichts. Der Protagonist ist im Gefängnis zu sehen, er verprügelt Wachen, kommt in eine neue Zelle, ein anderes Gefängnis, zwischendurch auch mal in die Psychiatrie (dieser Sprung tut dem Film sehr gut), dann wieder in einen anderen Knast und wieder in eine andere Zelle, dann werden wieder ein paar Wachen verprügelt und so weiter. Auch wenn dieses Minimum an Handlung natürlich im Gesamtkontext Sinn macht, hat es vor allem eines zur Folge: Anstrengende Langeweile. Da der Film glücklicherweise nicht allzu lang ist, reicht die grandiose Leistung Tom Hardys in Kombination mit dem kranken, interessanten Style und dem bissigen Humor, um ihn als sehenswert bezeichnen zu können. Wer die Werke von Niklas Winding Refn mag und mal wieder etwas vollkommen anderes sehen will, sollte sich Bronson ansehen, jedoch nicht zu viel erwarten.

Kritik

von Daniel Licha
Bronson hat eine Wertung von 75%
Alleine Tom Hardys furioses und total durchgeknalltes Spiel in der englischen Originalfassung ist es schon wert, sich die Geschichte um Englands wohl bekanntesten Inhaftierten zu Gemüte zu führen. Aber auch die kreative und surreale Inszenierung lässt sich nicht in eine Schublade stecken, so dass sich Bronson als ein extrem ungewöhnlicher aber durchaus sehenswerter Film erweist.

Bild aus Bronson Mit Bleeder und seiner Pusher Trilogy konnte sich der dänische Regisseur Nicholas Winding Refn nicht nur in Dänemark einen gewissen Namen machen. Seine Filme waren sowohl dreckig, als auch optisch gut in Szene gesetzt. Daher kommt es nicht überraschend, dass er sich bei seinem ersten englischsprachigen Projekt ebenfalls wieder mit einem Genrefilm beweisen darf.

Michael Gordon Peterson zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten im Vereinigten Königreich. Doch der Grund weshalb er so bekannt ist, ist alles andere als schmeichelhaft, denn Peterson, der sich selbst in Charles Bronson umbenannt hat, ist Insasse in einem Gefängnis. Seinen zweifelhaften Ruhm hat er vor allem dadurch erhalten, dass er, obwohl er im Jahre 1974 für einen kleinen Überfall nur mit 7 Jahren Gefängnis bestraft wurde, aufgrund diverser Taten noch immer einsitzt und sich damit den Titel Britains most Violent Prisoner verdiente.

Verfilmte Biografien haben oftmals das Problem, dass sie zu viel aus dem Leben eines Menschen in zu wenig Zeit zeigen wollen. Nicolas Wending Refn geht jedoch ganz andere Wege und pickt sich immer wieder kleine Ausschnitte aus dem Leben des wohl bekanntesten Häftlings Großbritanniens heraus. Zwar erfährt man dadurch nicht sonderlich viel über das Leben dieser Figur, kann sich jedoch ein umso größeres Bild um das Seelenleben Charles Bronsons machen.

Einen Film über einen gefährlichen Insassen würde man im Normalfall sicherlich düster und dreckig in Szene setzen. Auch hier inszeniert Refn total gegen den Strich und schuf eine surreale Umgebung, die teilweise wie ein grotesker Mix aus Uhrwerk Orange und Gondrys Science of Sleep - Anleitung zum Träumen wirkt. Bunte, kreative Bilder treffen auf eine mitten in die Fresse-Einstellung und damit untermalt der Regisseur wunderbar seinen Hauptcharakter des Filmes, den man wohl ebenfalls mit diesen Worten beschreiben könnte.

Dass der Film jedoch so hervorragend funktioniert, liegt ganz alleine an einem Mann und zwar Tom Hardy. Der bislang recht unbekannte Darsteller liefert hier in der englischen Originalversion eine abgefahrene One-Man-Show als Enfant Terrible ab, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Selten war die Formulierung sich die Seele aus dem Leib spielen treffender als in diesem Falle. Schade, dass der Film bislang nicht die verdiente Aufmerksamkeit in den US bekam; eine Oscarnominierung, wenn nicht gar dessen Gewinn wären nahezu unausweichlich.

Zugegeben, Bronson ist schon ein extrem sprunghafter Film und man erfährt wenig über das Leben des Hauptcharakers, jedoch geht Refns Werk dafür eine ganze Spur tiefer und zeigt das Seelenleben eines nicht verstandenen Menschen, der so zwangsläufig zu dem geworden ist, was er nun ist: Englands berühmtester Gefangener, der sich zudem selbst sehr begeistert über dieses Werk zeigte.



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