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Berlin-Stettin

(Berlin-Stettin, 2009)

Dt.Start: 28. Januar 2010
DVD: 20. Juli 2010
Premiere: 26. Oktober 2009 (Festival, Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Dokumentation
Länge: 110 min Land: Deutschland
Darsteller: n/a
Regie: Volker Koepp
Drehbuch: Volker Koepp


Inhalt

"Berlin - Stettin" wurde früher ein beliebtes Hüpfspiel genannt. Selbst 1944 in Stettin geboren, erinnert sich Regisseur Volker Koepp nur allzu gern daran. Davon inspiriert, besucht er vielerlei Orte und Menschen, die er schon früher zu Hauptdarstellern seiner Dokumentarfilme gemacht hat, um zu erfahren und zu berichten, was sich dort verändert hat. Doch nicht nur vergangenes soll erzählt werden. Volker Koepp findet viele neue Landstriche und Menschen, über die er sich zu berichten freut.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Berlin-Stettin hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 65%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Berlin-Stettin hat eine Wertung von 65%
Filmische Auseinandersetzung mit der Region zwischen den beiden Städten Berlin und Stettin des Regisseurs Volker Koepp. Er verleiht diesem Landstrich ein Gesicht, das sich vor allem in den dort lebenden Menschen widerspiegelt. Sehenswerte Arbeit, die nicht unbedingt als Kinoformat hätte sein müssen, aber viele interessante Facetten beinhaltet.

Bild aus Berlin-Stettin Der aus der ehemaligen DDR stammende Regisseur und Filmemacher Volker Koepp kehrt mit Berlin-Stettin an seinen Geburtsort zurück, um die dort lebenden Menschen, die Landschaften und die Veränderungen im Wandel der Zeit zu porträtieren. Für Kopp, der in dieser Gegend zwischen Elbe und Oder früher schon oft gedreht hat, ist dieser Film stark autobiografisch geprägt. Und so bindet der Regisseur sowohl die Aspekte seiner eigenen Herkunft, als auch Landschaftsbilder, Interviews mit Protagonisten ehemaliger Produktionen, als auch Gespräche mit Menschen, die diesem Fleck Erde mehr als verbunden sind, in ein Ganzes mit ein.

Heute liegt Stettin in Polen und heißt Szczecin. Ein nicht zu vernachlässigender Blickwinkel liegt beim Einfangen der menschlichen Schicksale somit auch auf der Vertreibung und der Entwurzelung aus ihrer Heimat. Nach der Vertreibung folgte die Teilung in eine Bundesrepublik und eine DDR und Jahrzehnte später kommt die Wiedervereinigung. Resultat des Zusammenbruchs des sozialistischen Staates ist der Wegfall von Arbeitsplätzen. Die staatseigenen Betriebe und Kombinate, welche betriebswirtschaftlich gesehen in einer freien Marktwirtschaft nicht wettbewerbsfähig wären, werden geschlossen. Die Menschen fliehen in die westlichen Bundesländer - Landstriche entvölkern; erst viel später beginnt wieder ein Zuzug und eine langsame Wiederbevölkerung dieser sehr malerischen Gegenden.

Kopp springt durch die Jahre und Jahrzehnte vom unmittelbaren Kriegsende, zur Besatzungszeit, zur Gründung der DDR und deren Zusammenbruch. Neben den Interviews mit den Menschen, die in seinen damaligen Dokumentationen auftraten, begleiten seinen Film Originalfilmaufnahmen aus eben jenen Dokus der jeweiligen Zeit. Stilistisch ist das gewissermaßen das augenfälligste Merkmal von Berlin-Stettin, der sich aus einer gut ausgewogenen Mischung aus Interviews, filmischem Archivmaterial und zur Auflockerung immer wieder Bildern wunderschöner Landschaften und der Ostsee zusammensetzt.

Volker Koepps Film präsentiert sich als grundehrliche Auseinandersetzung ohne Wertung, bei der vor allem die Menschen im Mittelpunkt stehen. Sie verleihen dem Film seinen sehr authentischen Anstrich. Indem sie einerseits aus der Vergangenheit berichten - damit sowohl von Kriegserlebnissen als auch von ihren Erfahrungen in der damaligen DDR Auskunft geben - aber auch über Landflucht, Arbeitslosigkeit und Rechtsradikalismus sprechen, der diese Region leider ebenfalls kennzeichnet.

Interessant und Informativ ist die Dokumentation damit allemal geworden, entbehrt aber auch eines besonderen Spannungsbogens. Mitunter sind die Interviews vielleicht auch einfach zu lang geraten. Der Film hat schließlich für eine Dokumentation, die insbesondere von den Interviews lebt, eine beachtliche Länge von 110 Minuten und würde als Zweiteiler im TV möglicherweise vom Format besser passen. Die Lockerheit der Gespräche und eine leicht poetische Note im Einfangen der Bilder lassen aber glücklicherweise keine Bleischwere aufkommen.



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