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Remember Me

(Remember Me, 2010)

Dt.Start: 25. März 2010
DVD: 30. August 2010
Premiere: März 2010 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama, Romanze
Länge: 113 min Land: USA
Darsteller: Robert Pattinson (Tyler), Emilie de Ravin (Ally Craig), Pierce Brosnan (Charles), Lena Olin (Diane Hirsch), Chris Cooper (Neil Craig), Martha Plimpton (Helen Craig)
Regie: Allen Coulter
Drehbuch: Will Fetters, Jenny Lumet


Inhalt

Nach dem Selbstmord seines Bruders liegt die Familie des jungen Tyler in Trümmern. Seine Eltern trennen sich und Tyler verfällt in Depressionen. Fortan irrt er ziellos durch sein Leben bis er Ally trifft. Genau wie Tyler musste Ally einen Schicksalsschlag überwinden - ihre Mutter wurde vor ihren Augen ermordet -, doch statt wie Tyler in Depressionen zu verfallen, kostet Ally ihr Leben in allen Nuancen aus. Allys kompromisslose Art weckt Tylers Lebensgeister und sie verlieben sich. Doch Tyler muss lernen, seine Trauer und seinen Groll zu vergessen und setzt damit sogar seine Liebe aufs Spiel.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Remember Me hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 10%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Remember Me hat eine Wertung von 10%
Wenige Jungsstars sind derzeit derart umjubelt, wie Robert Pattinson. Nebst Daniel Radcliffe bekommt kaum einer soviel Aufmerksamkeit. Nachdem er nun schon zweimal in den Twilight-Streifen den blasshäutigen Vampir spielen durfte, kann er jetzt bei einem richtigen Drama beweisen, was für ein Schauspieler in ihm schlummert. Bekannt für seinen endtragischen Blick, der ihn für gebrochene Figuren zu prädestinieren scheint, gilt es einen jungen Mann darzustellen, der den Verlust seines Bruders verarbeiten muss. Remember Me gibt sich ambitioniert, bedient sich aber derart viel tragischer Plattitüden, dass sich alles im Lächerlichen verliert.

Bild aus Remember Me Tyler (Robert Pattinson) hat den Tod seines Bruders nie richtig verwunden. An diesem Verlust zerbrach nicht nur die Familie, auch das Verhältnis zu seinem übermächtig erscheinenden Vater (Pierce Brosnan) ist alles andere als gut. Zwischen ihm und Tyler gibt es keine vernünftige Kommunikationsebene. Da der Vater aber einen viel zu großen Schatten wirft, als dass Tyler seine gesamte Frustration und Wut gegen ihn richten könnte, sucht er sich andere Ventile: Eines Tages gerät er nach einem Discobesuch in eine Straßenschlägerei und landet in einer Polizeizelle. Dies könnte noch weit reichende Konsequenzen nach sich ziehen, aber sein bester Freund, der mit von der Partie war, verfällt auf eine clevere Idee: Tyler soll sich an die Tochter des Cops ranmachen, der sie beide verhaftet hat. Die studiert gemeinsam mit ihnen am selben College. Tyler ahnt nicht, dass Ally (Emelie de Ravin) auch einen schicksalhaften Verlust verkraften musste. Zum ersten Mal fühlt sich Tyler irgendwo angekommen; wenn es ihm aber nicht gelingt, seine Traumata aufzuarbeiten, wird kaum eine gemeinsame Zukunft möglich sein.

Schon die erste Szene lässt keinen Zweifel daran, dass es in Remember Me um besonders tragische Momente und den Umgang mit Verlust geht. Es ist das Jahr 1991, an einer menschenleeren Straßenbahn-Station wird eine Frau erst ausgeraubt und dann erschossen. Ihre elfjährige Tochter muss diese grauenvolle Tat mit ansehen. Zeitsprung ins Jahr 2001 und direkt in die Storyline um den rebellischen Tyler. Man versteht nicht so recht, was die Vorgeschichte damit zu schaffen hat, bis klar wird, dass die Elfjährige, welche den Mord an ihrer Mutter miterlebte, Tylers Kommilitonin Ally ist. Schon bis dahin wirkt die Geschichte reichlich konstruiert; bei einer simplen Romantik-Dramödie würde man dennoch einfach drüber hinweg schauen können und sich berieseln lassen.

Remember Me will aber mehr sein, viel mehr! Und dabei wird sich nicht einmal mit dem Anspruch eines komplexen Familiendramas begnügt. Stattdessen erlaubt man Pattinson, die Show in die Hand zu nehmen und zu performen, was das Zeug hält. In seinem Fall sieht das schwer danach aus, sich einige Male alle drei James-Dean-Filme angeschaut zu haben und Mimik, Gestik sowie die komplette Art des Vor-Der-Kamera-Agierens uninspiriert plagiiert zu haben. Diese Darbietung toppt an Lächerlichkeit beinahe alles. Was auch immer Pattinson dazu animierte, seine Rolle in dieser Form anzulegen, er hat nicht im Ansatz begriffen, warum James Dean nur in seiner Zeit funktionieren konnte.

Der jugendliche Rebell wurde mit lediglich drei Kinofilmen zu einem Idol für eine gesamte Generation. In ihm personifizierten sich der Zorn und das Aufbegehren der amerikanischen Jugend in den 1950ern gegen die Moralkonventionen ihrer Zeit. Keiner verstand es zudem derart trefflich diesen inneren Konflikt, zwischen von den Eltern um seiner selbst Willen geliebt werden sowie sich frei entfalten dürfen und ein eigenständiges Leben führen, darzustellen. Dean war in seinem Spiel nicht bloß realistisch oder glaubwürdig, er war authentisch bis über die Grenze des Erträglichen hinaus. Damit trieb er sogar seine älteren Kollegen manches Mal glatt in den Wahnsinn. 1955 verstarb er im Alter von 24 Jahren bei einem Verkehrsunfall und avancierte damit zur absoluten Kultfigur.

Dass Pattinson es wagt, dessen Mythos derart glanzlos abzukupfern, mag den James-Dean-Fans das Herz bluten lassen; schlimmer noch als das ist vielleicht, dass eine James-Dean-Figur in der heutigen Zeit nicht funktionieren kann: Gegen welche moralischen Konventionen soll sie aufbegehren? Zwar wird Pattinsons Charakter als Opponent eine rigide und beinahe unangreifbare Vaterfigur entgegengestellt, um eine Generationenspannung aufzubauen - und Pierce Brosnan macht seine Aufgabe als quasi allmächtiger Business-Mogul sichtlich gut - aber Pattinsons Aufbegehren läuft ins Leere: Er rebelliert einfach, da er und sein Vater keine Ebene finden und er sich in seinem Verarbeitungsprozess allein gelassen fühlt. Reicht das als Legitimation aus, wenn im Übrigen die Freiheitsgrade vorhanden sind oder wird hier lediglich plump um des Motivs Willen alles dramaturgisch aufgebauscht?

Der Nebenplot aus Liebesgeschichte und das Verlusttrauma der weiblichen Protagonistin bleiben überdies auch sehr schwach inszeniert. Die Charakterzeichnungen versagen regelrecht ganz, so dass sich diese Handlungslinie bis fast zur Bedeutungslosigkeit hin verwischt. Programmatisch eiert der Streifen, dessen einzig wirkliche Stärke es wohl ist, dass er nie einen Hehl daraus macht, dass er im Grunde nur melancholische Plattitüden aneinanderreiht, einem Finale entgegen, das zudem extrem voraussehbar ist. Der ganze Film wirkt plakativ, schematisch und extrem konstruiert. Pattinson beweist wieder mal, dass er zu kaum mehr in der Lage ist, als stets wie ein weidwunder Welpe aus der Wäsche zu schauen. Seine Twilight-Partnerin Kristen Stewart machte das in Das Gelbe Segel schon deutlich besser. In der Schlussabrechnung muss man einfach feststellen, dass Remember Me Potenzial für den schlechtesten Film 2010 hat. Das Jahr ist aber noch verhältnismäßig jung.



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