Zum Abschluss der Filmreihe wird noch ein letztes Mal zelebriert, warum sich die Nightmare-Filme zu einer Kultreihe entwickeln konnte: Kreative, verspielte, aber gleichzeitig auch schockende Albtraumszenen am laufenden Band, die herrlich selbstironisch von Robert Englund vorgetragen werden. So erweist sich der sechste und letzte Teil der offiziellen Reihe als ein würdiger Abschluss des Franchise, welcher den Zuschauer sogar etwas wehmütig zurücklassen wird.
Es wurde langsam aber sicher Zeit, die Geschichte von Freddy Krueger, dem Serienkiller, der seine Opfer in deren Träumen tötet, zu Ende zu bringen. Die letzten Episoden waren zwar immer noch weitestgehend unterhaltsam, haben jedoch die kreativen Elemente der Teile 1 und 3 vermissen lassen. Um Missverständnissen vorzubeugen, gab man dem Film in seiner Originalversion auch gleich den Namen Freddy's Dead: The Final Nightmare und ließ somit keinerlei Zweifel aufkommen, dass es sich bei diesem Werk definitiv um den letzten Teil der Reihe handeln werde... oder?
10 Jahre sind seit den Ereignissen des Vorgängers vergangen und Freddy Krueger hat ganze Arbeit geleistet: Er hat alle Kinder aus Springwood ausgelöscht. Alle? Nein, es gibt einen Jungen, der noch nicht auf Freddys Todesliste gelandet ist und der versucht, aus dem Örtchen Springwood zu entkommen. So langsam dämmert es ihm jedoch, warum er bislang verschont wurde: Ist er vielleicht Freddys Sohn?
Freddys Finale - Nightmare on Elm Street 6 merkt man zu jedem Zeitpunkt an, dass man für die Fans einen unterhaltsamen Abschluss der Reihe zelebrieren wollte. Dafür wurde die Geschichte altmodisch aufbereitet und nur der Storyverlauf ein wenig weiterentwickelt, so dass alleine die kreativen Albtraumszenen im Vordergrund stehen. Diese können sich wahrlich sehen lassen, beginnend vom wohl besten Opening der Reihe bis zum herrlich selbstironischen Humor, als sich Freddy beispielsweise köstlich darüber amüsiert, wie man ihn bislang wirkungslos ins Jenseits befördern wollte. Diese humorvolle Darstellung der Reihe dürfte Hardcorehorrorfans sicherlich missfallen, sorgt aber bei Freunden des selbstironischen Anteils der Reihe für Begeisterung.
Obwohl der Film ein deutlich geringeres Budget als seine Vorgänger hatte, wirkt Nightmare 6 um ein Vielfaches teurer. Dies zeigt sich an den guten Kamerafahrten, den ordentlichen Effekten und vor allen Dingen jedoch am Style des Filmes, der nicht so düster wie in den Vorgängern gehalten wurde. Dies wird abgerundet durch einen rockigen 80er Jahre Soundtrack und die kreativen Traumszenen. Hierbei sei neben dem Livevideospiel noch der Albtraum mit dem Hörgerät hervorzuheben, bei dem es sich inhaltlich und inszenatorisch wohl um den verspieltesten Tod der Reihe handelt.
Dass man zum Abschluss ein Fest zelebrieren wollte, kann man auch an der Darstellerriege erkennen: So konnten einige bekannte Namen wie Tom Arnold, Roseanne, Alice Cooper und sogar Johnny Depp für einem Kurzauftritt verpflichtet werden. Das Highlight des Filmes ist jedoch wie so oft Robert Englund selbst, der hier nochmal eine abgedrehte Performance abliefern kann, die nicht nur durch seine vielen One-Liner, sondern auch durch seine ironische Spielweise punkten kann.
Auch wenn sich der Film zu keinem Zeitpunkt inhaltlich weiterentwickelt, ist der sechste Teil der Reihe herrlich selbstironisch, hat viele kultige Albtraumszenen und einen Robert Englund in Höchstform zu bieten. So ist Freddys Finale ein würdiger Abschluss der Reihe, bei dem den Zuschauer am Ende sogar ein wenig Wehmut plagt, wenn er im Abspann nochmals die besten Szenen der langen Nightmare on Elm Street-Reihe Revue passieren lässt.